Atomprogramm Nordkorea schwärmt von nuklearer Abschreckung

Sanktionen hin oder her: Nordkorea setzt auch im neuen Jahr auf nukleare Muskelspiele. In einer offiziellen Neujahrsbotschaft wurde für verstärkte Abschreckung plädiert und das Atomprogramm gefeiert.


Seoul - Das abgeschottete Nordkorea nach eigenen Angaben im neuen Jahr zwei vornehmliche Ziele: den Ausbau seiner militärischen Abschreckung und die Modernisierung seiner maroden Wirtschaft. "Unser Zugang zur nuklearen Abschreckung war ein Glück verheißendes Ereignis in der nationalen Geschichte", hieß es in einem am Montag von offiziellen Zeitungen des Landes verbreiteten Leitartikel. Die Anspielung auf den ersten nordkoreanischen Atomtest im Oktober war nicht zu überhören. Abschreckung verleihe Nordkorea "nationale Stärke", die niemand herausfordern könne.

Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il: Nationale Stärke durch Abschreckung
REUTERS

Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il: Nationale Stärke durch Abschreckung

Der Artikel bekräftigte, dass Nordkorea seine Abschreckungskapazität in diesem Jahr stärken wolle. Das Land Solle eine "uneinnehmbare Festung" bleiben. Die 1,1 Millionen Soldaten des Landes müssten bereit sein, zu einer Bombe zu werden, um die Regierung von Staatschef Kim Jong Il zu verteidigen, hieß es in dem Text. "Alle Soldaten müssen gnadenlos jede Invasion der US-Imperialisten zurückschlagen."

Zudem müssten die Nordkoreaner die Wirtschaft voranbringen, um den "Sanktionen und Blockaden der Imperialisten mit starkem nationalen Stolz und Mut" zu begegnen. Dabei solle die Landwirtschaft wie schon in der Vergangenheit als Basis dienen, um die Versorgungsprobleme in der Bevölkerung zu lösen.

Nordkorea ist seit Jahren auf Grund der eigenen Misswirtschaft und einer Reihe von Naturkatastrophen auf Hilfe von außen angewiesen. Nach dem unterirdischen Atomtest in Nordkorea hatte der Weltsicherheitsrat eine Reihe von Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang verhängt. Eine neue Runde der Sechs- Länder-Gespräche über ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms war im vergangenen Monat auf Grund der Differenzen zwischen Pjöngjang und Washington erfolglos geblieben.

dan/AP/dpa



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