Appell an iranisches Volk Obama sieht historische Chance zur Versöhnung

US-Präsident Barack Obama hat den Iranern zum persischen Neujahrsfest gratuliert. Er nutzte seine Grußbotschaft für einen Appell an Teheran: Die kommenden Tage seien entscheidend für eine Einigung im Atomstreit.

US-Präsident Obama: "Die Verhandlungen haben Fortschritte gemacht"
AFP

US-Präsident Obama: "Die Verhandlungen haben Fortschritte gemacht"


An diesem Freitag feiern die Iraner Nowruz, das persische Neujahrsfest. Einer der Gratulanten ist Barack Obama. Seit seinem Amtsantritt als US-Präsident hat er in jedem Jahr eine Grußbotschaft an das iranische Volk gerichtet.

Seine am Freitag im Internet verbreitete Videonachricht verband Obama mit einem Appell. Er rief die Führung in Teheran und das iranische Volk dazu auf, die "historische Gelegenheit" zu einer Versöhnung zu ergreifen. Die derzeit laufenden Atomverhandlungen seien seit Jahrzehnten die beste Möglichkeit, um eine bessere Zukunft beider Länder zu erreichen.

Ihm sei klar, dass es in der Debatte um Teherans Atomprogramm sowohl in Iran als auch in den USA und in anderen Ländern Menschen gebe, "die eine diplomatische Lösung ablehnen", sagte Obama. Die USA und Iran müssten daher gemeinsam für die Zukunft eintreten, die sich beide Länder wünschten. Dazu seien die kommenden Tage und Wochen entscheidend. Die Verhandlungen hätten Fortschritte gemacht, noch gebe es aber Diskrepanzen, sagte der US-Präsident.

In Lausanne in der Schweiz verhandeln derzeit Vertreter der 5+1-Gruppe aus Deutschland und den fünf Uno-Vetomächten mit Iran über ein Atomabkommen. Bis Ende des Monats soll eine politische Grundsatzvereinbarung erzielt werden. Danach wird bis Anfang Juli ein vollständiges Abkommen samt der technischen Einzelheiten angestrebt.

Ziel ist es, Iran die zivile Nutzung der Atomtechnologie zu erlauben, dem Regime aber die Möglichkeit zu nehmen, Atomwaffen zu entwickeln. Iran hat stets bestritten, nach Nuklearwaffen zu streben. Im Gegenzug sollen die in dem Streit verhängten internationalen Sanktionen gegen Teheran aufgehoben werden.

syd/AFP/dpa

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insgesamt 17 Beiträge
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kumi-ori 20.03.2015
1.
Das würde einigen "sowohl in Iran als auch in den USA und in anderen Ländern", deren Existenz auf dem großen Bedrohungspopanz aufgebaut ist, aber überhaupt nicht passen.
damic 20.03.2015
2. Warum braucht ein Land
Wie der Iran überhaupt atomenergie? Warum nicht bei vollständigem verzicht darauf ein paar fotothermische kraftwerke sponsern.Genug wäre es ja...
Pixopax 20.03.2015
3.
Sehr unwahrscheinlich, dass ein Iraner einem Amerikaner etwas glaubt, man weiss ja auch nicht mehr, was man von den USA noch glauben kann und was Taktik ist.
bloub 20.03.2015
4. obama dann mach den anfang
und entschuldige dich beim iranischen volk für den schwachsinn, den dein land den iranern seit 50 jahren antut. eine grössere schadensersatzsumme wäre auch ganz angebracht.
monolithos 20.03.2015
5.
Auch der Iran hat seit Rohanis Amtsantritt versöhnlichere Töne an die USA geschickt. Die Chance zur Versöhnung ist also da. Zu fehlen scheint nur der Wille zum letzten Schritt. Was bieten die USA denn eigentlich dem Iran an? Man hört immer nur davon, an was der Iran gehindert werden soll. Nämlich an dem, was die USA seit 70 Jahren machen. Die Sanktionen sind Folge davon. Sie ohne iranische Gegenleistung zurückzunehmen, würde also erstmal nur beide Länder gleichberechtigt auf Augenhöhe bringen. Die USA müssten also mehr anbieten als nur die Aufhebung der Sanktionen, damit der Iran das sein lässt, was bei den USA niemand infrage stellt: Atomwaffen zu besitzen. Da der Iran angeblich keine Atombombe will und die USA auch nicht wollen, dass der Iran eine Atombombe kriegt, beide Seiten also das gleiche wollen, kann eine Einigung doch eigentlich nicht so schwer sein. Ich denke, der Iran ist Lieblingsfeind der USA. Solange die USA den Iran auch so behandeln, wird der sich keinen Millimeter bewegen. Die Spekulation über die Bombe ist da wertvoller als die Bombe selbst. Obama sollte sich beeilen, wenn er wirklich was Historisches auf die Beine stellen will. Und die Chance hat er tatsächlich: Die USA sollten von der Schutzmacht Israels zur Schutzmacht des Iran werden. Dann hat Obama beides: ein unabhängiges Palästina und einen atomwaffenfreien Iran. Und eine neue Ölquelle.
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