Atomstreit: Iran droht mit Sperrung wichtiger Ölroute

Im Atomstreit reagiert die iranische Führung mit Drohungen auf westliche Sanktionen. Der Vizepräsident des Regimes deutete die Blockade der wichtigsten Ölroute im persischen Golf an, falls der Westen weitere Zwangsmaßnahmen beschließe. Die USA zeigen sich unbeeindruckt.

Die Straße von Hormus in einer Satellitenaufnahme: Iran droht mit BlockadeZur Großansicht
DPA/ NASA/ The Visible Earth

Die Straße von Hormus in einer Satellitenaufnahme: Iran droht mit Blockade

Teheran - Iran droht im Atomstreit mit der Sperrung der weltweit wichtigsten Ölhandelsroute. Vize-Präsident Mohammed Resa Rahimi sagte laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Irna, "nicht ein Tropfen Öl" werde die Straße von Hormus passieren, sollte der Westen Sanktionen gegen die Ölexporte seines Landes verhängen.

Durch die Meerenge am persischen Golf wird nahezu der gesamte Ölexport Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate, des Iraks, Kuwaits, und Irans abgewickelt - nach US-Angaben etwa ein Drittel des weltweit verschifften Öls.

Am Wochenende hatten iranische Streitkräfte ein großangelegtes Manöver in dem Seegebiet begonnen. Zu dem Zeitpunkt hieß es noch, eine Blockade käme nur in Frage, wenn es zu "kriegsähnlichen Zuständen" komme. Nun ließ Vize-Präsident Rahimi verlauten, man habe kein Interesse an Animositäten und Feindschaft. Wenn aber der Westen nicht mit "seinen Intrigen" aufhöre, sei eine harte Antwort nötig.

Zumindest bei Anlegern zeigte die Drohung Wirkung: Aus Sorge vor Versorgungsengpässen lag der Ölpreis am Mittwoch auf hohem Niveau, blieb aber knapp unter dem höchsten Stand seit sechs Wochen. Am frühen Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Chart zeigen 109,15 Dollar und damit nur elf Cent weniger als am Vortag. Ein Fass US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich um fünf Cent auf 101,39 Dollar. Alternative Routen für die Öllieferungen aus der arabischen Welt könnten nicht von heute auf morgen gefunden werden, sagte ein Rohstoff-Experte.

USA halten an Sanktionsdrohung fest

Die USA zeigen sich indes unbeeindruckt von den iranischen Drohungen: Die Aussagen aus Teheran seien "nur ein weiterer Versuch, die Aufmerksamkeit von den wirklichen Themen abzulenken", sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums in Washington. Komme Iran den internationalen Verpflichtungen mit Blick auf sein Atomprogramm weiter nicht nach, würden neue Sanktionen drohen.

Die USA, Kanada und Großbritannien haben im Atomstreit mit Iran den Druck zuletzt erhöht und weitere Zwangsmaßnahmen gegen den Energie- und Finanzsektor des Landes verhängt. Die Europäische Union erwägt ein Importverbot für iranisches Öl - eine Strafmaßnahme, die die USA schon auf den Weg gebracht haben.

Iran steht im Verdacht, unter dem Deckmantel seines Atomprogramms heimlich an Kernwaffen zu arbeiten. Die Regierung in Teheran weist die Anschuldigungen zurück.

usp/Reuters/dpa

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insgesamt 196 Beiträge
digidoila 28.12.2011
ein hund der bellt beisst nicht...
Zitat von sysopIm Atomstreit reagiert die iranische Führung mit Drohungen auf westliche Sanktionen. Das Regime deutete an, eine wichtige Ölroute im persischen Golf zu blockieren, sollte der Westen weitere Zwangsmaßnahmen beschließen. Die USA reagierten unbeeindruckt. Atomstreit: Iran droht mit Sperrung*wichtiger Ölroute - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,805994,00.html)
ein hund der bellt beisst nicht...
JDR 28.12.2011
Man kann durchaus befürchten, dass sich das Außenministerium der Vereinigten Staaten von Amerika täuscht. Die IRI lenkt nicht ab, sie ist möglicherweise tatsächlich gar nicht mehr in der Lage, die wirklich wichtigen Themen zu [...]
Zitat von sysopIm Atomstreit reagiert die iranische Führung mit Drohungen auf westliche Sanktionen. Das Regime deutete an, eine wichtige Ölroute im persischen Golf zu blockieren, sollte der Westen weitere Zwangsmaßnahmen beschließen. Die USA reagierten unbeeindruckt. Atomstreit: Iran droht mit Sperrung*wichtiger Ölroute - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,805994,00.html)
Man kann durchaus befürchten, dass sich das Außenministerium der Vereinigten Staaten von Amerika täuscht. Die IRI lenkt nicht ab, sie ist möglicherweise tatsächlich gar nicht mehr in der Lage, die wirklich wichtigen Themen zu sehen. Das Regime hat die Fähigkeit verloren, große Zusammenhänge zu erkennen und seinen Radius richtig einzuschätzen. Teheran versteht die Welt nicht mehr.
senfdazu 28.12.2011
...den Iran werden die USA in naher Zukunft wohl nicht angreifen, aber wenn Achmed Dschihad so weiter macht, werden sie seine Flotte auf den Meresgrund schicken.......
Zitat von sysopIm Atomstreit reagiert die iranische Führung mit Drohungen auf westliche Sanktionen. Das Regime deutete an, eine wichtige Ölroute im persischen Golf zu blockieren, sollte der Westen weitere Zwangsmaßnahmen beschließen. Die USA reagierten unbeeindruckt. Atomstreit: Iran droht mit Sperrung*wichtiger Ölroute - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,805994,00.html)
...den Iran werden die USA in naher Zukunft wohl nicht angreifen, aber wenn Achmed Dschihad so weiter macht, werden sie seine Flotte auf den Meresgrund schicken.......
Layer_8 28.12.2011
Da war doch mal was ähnliches 1967. Nasser blockierte das Rote Meer. Was danach kam war dann de facto Nassers Ende. Ich kann mich noch dunkel erinnern
Zitat von sysopIm Atomstreit reagiert die iranische Führung mit Drohungen auf westliche Sanktionen. Das Regime deutete an, eine wichtige Ölroute im persischen Golf zu blockieren, sollte der Westen weitere Zwangsmaßnahmen beschließen. Die USA reagierten unbeeindruckt. Atomstreit: Iran droht mit Sperrung*wichtiger Ölroute - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,805994,00.html)
Da war doch mal was ähnliches 1967. Nasser blockierte das Rote Meer. Was danach kam war dann de facto Nassers Ende. Ich kann mich noch dunkel erinnern
super_nanny 28.12.2011
Haben die amerikanischen Think Tanks den Iran unterschätzt? Oder sind die westlichen Sanktionsdrohungen eine bewußte Provokation um einen heißen Krieg zu provozieren? Friedensnobelpreisträger Obama könnte damit von den [...]
Haben die amerikanischen Think Tanks den Iran unterschätzt? Oder sind die westlichen Sanktionsdrohungen eine bewußte Provokation um einen heißen Krieg zu provozieren? Friedensnobelpreisträger Obama könnte damit von den innenpolitischen Problemen ablenken, aber es ist ein gewagtes Spiel: Spätestens dann wenn ein amerikanisches Kriegsschiff versenkt wird oder die Russen sich beteiligen könnte die Stimmung gegen ihn kippen.
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  • Mittwoch, 28.12.2011 – 00:13 Uhr
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Irans Atomprogramm
AP
Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.






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