Teheran - Iran setzt im Atomstreit mit dem Westen ein weiteres Mal auf Konfrontation. Präsident Mahmud Ahmadinedschad weiht laut Meldungen iranischer Medien an diesem Mittwoch gleich drei neue Atomprojekte ein.
Unter anderem wird eine Anlage zur Urananreicherung in Natans in Betrieb genommen, berichtete das Staatsfernsehen. Dort solle Uran auf 20 Prozent angereichert werden.
Bei dem zweiten Projekt geht es nach Angaben des Fernsehens um die Installation von im Land hergestellten Brennstäben in einem medizinischen Forschungsreaktor in Teheran. Dieser hatte bisher mit Brennstäben aus Argentinien gearbeitet.
Ferner geht es um die Einweihung neuartiger Zentrifugen, die Uran deutlich schneller als ältere Modelle anreichern können. Wo sich diese Zentrifugen befinden, wurde vom Fernsehen nicht erwähnt. Zuvor war jedoch über eine Anlage in Fordo, etwa 140 Kilometer südlich von Teheran, spekuliert worden.
Die zentrale Feier, zu der Ahmadinedschad geladen war, findet im Forschungsreaktor in Teheran statt. Die beiden anderen Projekte werden demnach von Ahmadinedschad per Videokonferenz eingeweiht.
Wie die Nachrichtenagentur Isna berichtete, solle die Einweihung der Atomprojekte einmal mehr zeigen, dass sich Iran durch die Drohungen der Weltmächte nicht einschüchtern lasse und seine technologische Entwicklung fortsetze.
Der Westen verdächtigt die iranische Regierung, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie ein Programm zum Bau von Kernwaffen zu betreiben, und hat deshalb umfangreiche Sanktionen gegen das Land verhängt.
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu sagte, Iran "destabilisiere die Welt" und müsse aufgehalten werden. Das Verhältnis zwischen Israel und Iran ist traditionell sehr angespannt. Drei Bombenanschläge in Indien, Georgien und Thailand sorgen derzeit zusätzlich für Streit. Jerusalem macht Iran für die Attentate auf israelische Diplomaten verantwortlich, Teheran streitet das ab.
ffr/Reuters/dpa/AP
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