Brüssel - Iran will den Vorschlag der Europäischen Union annehmen und die Verhandlungen über sein Atomprogramm wieder aufnehmen. Außenminister Manutschehr Mottaki sagte am Freitag in Brüssel, er habe bereits vor einiger Zeit erklärt, dass er als günstigen Zeitraum für die Verhandlungen den Oktober oder November sehe. Nun müsse ein Datum festgesetzt werden. An den Gesprächen mit Iran nehmen die fünf ständigen Mitgliedern des Uno-Sicherheitsrats und Deutschland teil.
Die Konferenzen sind seit rund einem Jahr unterbrochen. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hatte am Donnerstag erklärt, sie habe der Islamischen Republik angeboten, Mitte November in Wien mit der sogenannten Sechsergruppe zusammenzukommen. Für das Treffen sollten drei Tage veranschlagt werden.
Mottaki war zu Gesprächen nach Brüssel gereist. Bundesaußenminister Guido Westerwelle äußerte sich nach der Zusammenkunft vorsichtig über die anstehenden Verhandlungen. Es gebe Signale der Gesprächsbereitschaft. "Jetzt muss aus dem Signal auch ein konkretes Gespräch werden." Der italienische Außenminister Franco Frattini sagte, für die Rückkehr an den Verhandlungstisch gebe es Bedingungen. "Wenn Iran Transparenz zeigt, wird Europa verhandeln." Die EU wolle zudem nicht nur über das Atomprogramm, sondern auch über die Menschenrechte in Iran sprechen.
Doch auch Iran hat Bedingungen für eine Wiederaufnahme der Gespräche gestellt. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad fordert, dass die Runde der Teilnehmerländer ausgeweitet werden soll. Zudem müssten die Beteiligten vorab erklären, ob sie gegenüber Iran freundschaftlich oder feindlich gesonnen sind und zum vermuteten Atomwaffenarsenal Israels Stellung beziehen. Auf die Frage, ob er eine Einigung für möglich halte, antwortete Mottaki: "Diplomaten sind normalerweise immer optimistisch, dass es eine positive Bewegung vorwärts gibt."
Die internationale Gemeinschaft verdächtigt Iran, heimlich an Atomwaffen zu arbeiten. Iran bestreitet das und erklärt, die Atomenergie nur zur Stromerzeugung zu nutzen. Allerdings verweigert die Regierung in Teheran Uno-Kontrolleuren ungehinderten Zutritt zu seinen Atomanlagen. Deswegen wurden die internationalen Sanktionen gegen das Land in den vergangenen Monaten verschärft.
ler/Reuters/dpa
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