Atomstreit: Iran will schnell neue Verhandlungen

Ist es die Aussicht auf eine Lösung oder wieder nur eine weitere Wendung im Atomstreit? Iran hat sich zu Gesprächen über sein umstrittenes Nuklearprogramm bereiterklärt. Bereits im November sollen sie nach dem Willen Teherans starten.

Iranisches Atomkraftwerk Buschehr: Neue Gespräche zwischen Teheran und der 5+1-Runde Zur Großansicht
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Iranisches Atomkraftwerk Buschehr: Neue Gespräche zwischen Teheran und der 5+1-Runde

Brüssel - Iran will den Vorschlag der Europäischen Union annehmen und die Verhandlungen über sein Atomprogramm wieder aufnehmen. Außenminister Manutschehr Mottaki sagte am Freitag in Brüssel, er habe bereits vor einiger Zeit erklärt, dass er als günstigen Zeitraum für die Verhandlungen den Oktober oder November sehe. Nun müsse ein Datum festgesetzt werden. An den Gesprächen mit Iran nehmen die fünf ständigen Mitgliedern des Uno-Sicherheitsrats und Deutschland teil.

Die Konferenzen sind seit rund einem Jahr unterbrochen. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hatte am Donnerstag erklärt, sie habe der Islamischen Republik angeboten, Mitte November in Wien mit der sogenannten Sechsergruppe zusammenzukommen. Für das Treffen sollten drei Tage veranschlagt werden.

Mottaki war zu Gesprächen nach Brüssel gereist. Bundesaußenminister Guido Westerwelle äußerte sich nach der Zusammenkunft vorsichtig über die anstehenden Verhandlungen. Es gebe Signale der Gesprächsbereitschaft. "Jetzt muss aus dem Signal auch ein konkretes Gespräch werden." Der italienische Außenminister Franco Frattini sagte, für die Rückkehr an den Verhandlungstisch gebe es Bedingungen. "Wenn Iran Transparenz zeigt, wird Europa verhandeln." Die EU wolle zudem nicht nur über das Atomprogramm, sondern auch über die Menschenrechte in Iran sprechen.

Doch auch Iran hat Bedingungen für eine Wiederaufnahme der Gespräche gestellt. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad fordert, dass die Runde der Teilnehmerländer ausgeweitet werden soll. Zudem müssten die Beteiligten vorab erklären, ob sie gegenüber Iran freundschaftlich oder feindlich gesonnen sind und zum vermuteten Atomwaffenarsenal Israels Stellung beziehen. Auf die Frage, ob er eine Einigung für möglich halte, antwortete Mottaki: "Diplomaten sind normalerweise immer optimistisch, dass es eine positive Bewegung vorwärts gibt."

Die internationale Gemeinschaft verdächtigt Iran, heimlich an Atomwaffen zu arbeiten. Iran bestreitet das und erklärt, die Atomenergie nur zur Stromerzeugung zu nutzen. Allerdings verweigert die Regierung in Teheran Uno-Kontrolleuren ungehinderten Zutritt zu seinen Atomanlagen. Deswegen wurden die internationalen Sanktionen gegen das Land in den vergangenen Monaten verschärft.

ler/Reuters/dpa

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1. Zu viele Bedingungen .......
mbockstette 15.10.2010
Zitat von sysopIst es die Aussicht auf eine Lösung oder wieder nur eine weitere Wendung im Atomstreit? Iran hat sich zu Gesprächen über sein umstrittenes Nuklearprogramm bereiterklärt. Bereits im November sollen sie nach dem Willen Teherans starten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,723362,00.html
sind an die Verhandlungen geknüpft. Die Aussicht auf einen Durchbruch bei den Bemühungen um eine friedliche Belegung des Atomkonflikts sind dementsprechend als sehr gering einzustufen. "Der italienische Außenminister Franco Frattini sagte, für die Rückkehr an den Verhandlungstisch gebe es Bedingungen. "Wenn Iran Transparenz zeigt, wird Europa verhandeln." Die EU wolle zudem nicht nur über das Atomprogramm, sondern auch über die Menschenrechte in Iran sprechen. Doch auch Iran hat Bedingungen für eine Wiederaufnahme der Gespräche gestellt. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad fordert, dass die Runde der Teilnehmerländer ausgeweitet werden soll. Zudem müssten die Beteiligten vorab erklären, ob sie gegenüber Iran freundschaftlich oder feindlich gesonnen sind und zum vermuteten Atomwaffenarsenal Israels Stellung beziehen. Auf die Frage, ob er eine Einigung für möglich halte, antwortete Mottaki: "Diplomaten sind normalerweise immer optimistisch, dass es eine positive Bewegung vorwärts gibt."
2. Diese Herren stecken bis zum Hals in Unwahrheiten
sukowsky 15.10.2010
Wer glaubt noch den Herren aus Iran? Verschleierungen und Unwahrheiten wechselten sich in der Vergangenheiten ab. Das einzigste Mittel, was diese Herren weichkocht, ist die strikte Anwendung von Sanktionen.
3. Korrekt
Manfred-M 15.10.2010
Zitat von mbockstettesind an die Verhandlungen geknüpft. Die Aussicht auf einen Durchbruch bei den Bemühungen um eine friedliche Belegung des Atomkonflikts sind dementsprechend als sehr gering einzustufen. "Der italienische Außenminister Franco Frattini sagte, für die Rückkehr an den Verhandlungstisch gebe es Bedingungen. "Wenn Iran Transparenz zeigt, wird Europa verhandeln." Die EU wolle zudem nicht nur über das Atomprogramm, sondern auch über die Menschenrechte in Iran sprechen. Doch auch Iran hat Bedingungen für eine Wiederaufnahme der Gespräche gestellt. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad fordert, dass die Runde der Teilnehmerländer ausgeweitet werden soll. Zudem müssten die Beteiligten vorab erklären, ob sie gegenüber Iran freundschaftlich oder feindlich gesonnen sind und zum vermuteten Atomwaffenarsenal Israels Stellung beziehen. Auf die Frage, ob er eine Einigung für möglich halte, antwortete Mottaki: "Diplomaten sind normalerweise immer optimistisch, dass es eine positive Bewegung vorwärts gibt."
Richtig, Iran stellt auch Forderungen, unzwar berechtigterweise. Artikel IV des Non-Proliferation-Treaty sprechen von seinem "unveräußerlichen Recht" die Techniken für die Gewinnung von Atomstrom zu erarbeiten - und da gehört dir Urananreicherung nunmal zu. Das Problem für den Westen ist dabei: seit den vor drei Monaten verabschiedeten neuen UN-Sanktionen zeichnet sich eine allmähliche Umorientierung der iranischen Politik gegenüber den USA ab. Dem Westen wird sie nicht hilfreich sein, ganz im Gegenteil stellt sie uns vor neue Gefahren.Als der Iran den Uran-Deal mit Brasilien und der Türkei auf Wunsch des US-Präsidenten Barack Obama unterzeichnet hatte, feierten dies iranische Diplomaten als einen Erfolg. Weder die zwei Vermittlerstaaten noch der Iran haben neue UN-Sanktion noch für möglich gehalten. Jetzt wird man die Iraner sicher nicht mehr so leicht für Zugeständnisse gewinnen können. Man erinnere sich noch an den Oktober 2003. Damals hatte Iran noch Vertrauen darin, dass man wirklich auf eine gerechte Lösung seitens der Westmächte interessiert war. Da hat Iran seine Anreicherung als Zeichen des Vertrauens komplett ausgesetzt! (Hier die IAEO-Quelle dazu http://www.iaea.org/NewsCenter/Focus/IaeaIran/statement_iran21102003.shtml) Ist es dem Westen und vor allem den USA wirklich ernst, dass sie eine gerechte Lösung im Konflikt erreichen wollen, dann müssen sie heute mehr Zugeständnisse machen, als noch vor ein paar Jahren. Interessanter Artikel zur Lage auch hier: http://tinyurl.com/3xozpow
4. Berechtigte Vorbedingungen?
mbockstette 15.10.2010
Zitat von Manfred-MRichtig, Iran stellt auch Forderungen, unzwar berechtigterweise. Artikel IV des Non-Proliferation-Treaty sprechen von seinem "unveräußerlichen Recht" die Techniken für die Gewinnung von Atomstrom zu erarbeiten - und da gehört dir Urananreicherung nunmal zu. Das Problem für den Westen ist dabei: seit den vor drei Monaten verabschiedeten neuen UN-Sanktionen zeichnet sich eine allmähliche Umorientierung der iranischen Politik gegenüber den USA ab. Dem Westen wird sie nicht hilfreich sein, ganz im Gegenteil stellt sie uns vor neue Gefahren.Als der Iran den Uran-Deal mit Brasilien und der Türkei auf Wunsch des US-Präsidenten Barack Obama unterzeichnet hatte, feierten dies iranische Diplomaten als einen Erfolg. Weder die zwei Vermittlerstaaten noch der Iran haben neue UN-Sanktion noch für möglich gehalten. Jetzt wird man die Iraner sicher nicht mehr so leicht für Zugeständnisse gewinnen können. Man erinnere sich noch an den Oktober 2003. Damals hatte Iran noch Vertrauen darin, dass man wirklich auf eine gerechte Lösung seitens der Westmächte interessiert war. Da hat Iran seine Anreicherung als Zeichen des Vertrauens komplett ausgesetzt! (Hier die IAEO-Quelle dazu http://www.iaea.org/NewsCenter/Focus/IaeaIran/statement_iran21102003.shtml) Ist es dem Westen und vor allem den USA wirklich ernst, dass sie eine gerechte Lösung im Konflikt erreichen wollen, dann müssen sie heute mehr Zugeständnisse machen, als noch vor ein paar Jahren. Interessanter Artikel zur Lage auch hier: http://tinyurl.com/3xozpow
Sie schreiben ellenlang dahin, nur Ihre These untermauern Sie nicht konkret. Denn welche der in dem Spiegel-Artikel genannten iranischen Vorbedingungen für die Wiederaufnahme der Gespräche werden denn berechtigterweise gestellt? Darauf gehen Sie nämlich gar nicht ein. Unbegründete Pauschal-Statements stellen keine Grundlage für einen Diskurs dar. Der UN-Sicherheitsrat und dessen Behörde IAEA sowie die Sechs-Länder-Gruppe sprechen dem Iran nicht seine Rechte ab, sondern fordern vom Iran die Einhaltung seiner Pflichten ein.
5. Iran stellt Forderungen berechtigterweise
Manfred-M 15.10.2010
Zitat von mbockstetteSie schreiben ellenlang dahin, nur Ihre These untermauern Sie nicht konkret. Denn welche der in dem Spiegel-Artikel genannten iranischen Vorbedingungen für die Wiederaufnahme der Gespräche werden denn berechtigterweise gestellt? Darauf gehen Sie nämlich gar nicht ein. Unbegründete Pauschal-Statements stellen keine Grundlage für einen Diskurs dar. Der UN-Sicherheitsrat und dessen Behörde IAEA sowie die Sechs-Länder-Gruppe sprechen dem Iran nicht seine Rechte ab, sondern fordern vom Iran die Einhaltung seiner Pflichten ein.
Das war kein Pauschal-Statement sondern eine Benennung der Hintergründe. Pauschalisierung ist über die ganze Vorgeschichte hinwegzusehen. Iran fordert 1.Gleichbehandlung im Sinne der Verträge und die sprechen ausdrücklich und unmissveständlich vom UNVERÄUßERLICHEN RECHT auf Urananreicherung: http://www.iaea.org/Publications/Documents/Infcircs/Others/infcirc140.pdf . Der Link, den ich oben geschickt habe, zeigte, dass Iran bereits als Vertrauensbeweis auf sein Recht verzichtet hatte, aber trotz Versprechen, keine Gegenleistung bekommen hatte und später stattdessen ohne Beweise für tatsächliche Bombenambitionen mit Sanktionen "bestraft" wurde. Genau deshalb stellt Iran berechtigterweise Forderungen. Natürlich wird Iran sein Recht aus den Verträgen abgesprochen. Die Resolutionen sprechen von der Forderung, die Urananreicherung abzusetzten, obwohl die Urananreicherung laut Atomwaffensperrvertrag - ein völlkerrechtliches Dokument, an das auch der UN-Sicherheitsrat gebunden ist - ihm unveräußerlich zusteht. Im Gegenteil, laut Sperrvertrag müsste die Atomenergiebehörde Iran sogar bei seinen Bestrebungen Atomstrom zu gewinnen technisch unterstützen, auch dieses Recht wird Iran nicht zugesprochen. Völkerrechtlich gesehen sind die Verträge auf der Seite Irans, darum stellt Iran seine Anforderungen auch berechtigterweise.
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Irans Atomprogramm
Streit
AP
Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

Anlagen
Arak : geplanter Schwerwasserreaktor
Buschehr : Atomkraftwerk, im Mai 2011 nach mehrfachen Terminverschiebungen in Betrieb genommen - zunächst zu Testzwecken. Im September 2011 ging der Reaktor in Regelbetrieb, allerdings noch nicht auf voller Leistung
Isfahan : Forschungsreaktor
Jasd: Uranminen
Natans : Anlage zur Urananreicherung, angeblich mit 6000 Zentrifugen in Betrieb. Im Herbst 2009 gab Iran bekannt, nahe der Stadt Ghom eine zweite Anlage zur Urananreicherung zu besitzen.
Teheran : Forschungsreaktor
Geschichte
1974: Unter Beteiligung von Siemens beginnt bei Buschehr der Bau eines Kernkraftwerks.
1979: Nach der Revolution und der Ausrufung der Islamischen Republik wird das Atomprogramm nicht weiter betrieben.
1980-1988: Im Irak-Iran-Krieg wird der Atomreaktor in Buschehr mehrfach bombardiert und dabei schwer beschädigt.
Neunziger Jahre: Deals auf dem Schwarzmarkt mit Abdul Qadir Khan , Pakistans "Vater der Atombombe"
1995: Abkommen mit Russland zum Wiederaufbau des Atomreaktors von Buschehr
2002: Iranische Oppositionelle im Exil berichten über ein geheimes Atomprogramm.
2003: Iran unterzeichnet das Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag (bislang aber nicht vom Parlament ratifiziert).
2006: Der Uno-Sicherheitsrat verlangt in seiner Resolution 1696 erstmals den Stopp der Urananreicherung .
Juli 2008: Iran droht bei einem Angriff auf seine Atomanlagen mit militärischen Gegenschlägen. Das Regime testet Schahab-3-Raketen, die auch Ziele in Israel erreichen könnten.
November 2008: Iran hat nach eigenen Angaben die Zahl seiner für die Urananreicherung benötigten Zentrifugen auf 5000 erhöht.
Juni 2009: Iran hat laut Internationaler Atomenergiebehörde IAEA weitere tausend Gaszentrifugen im Atomzentrum Natans in Betrieb genommen und bisher knapp 1,4 Tonnen niedrig angereichertes Uran produziert.
Mai 2010: Nach Verhandlungen mit dem brasilianischen Präsidenten Lula und dem türkischen Regierungschef Erdogan erklärt sich Iran bereit, schwach angereichertes Uran im Ausland zu tauschen. Wenig später kündigt Teheran an, an der umstrittenen Urananreicherung auf 20 Prozent festhalten zu wollen.
Juni 2010: Der Uno-Sicherheitsrat, die EU und die USA beschließen neue Sanktionen gegen Teheran. US-Präsident Obama spricht von den bisher härtesten Sanktionen überhaupt - doch Beobachter bleiben skeptisch, ob die Strafmaßnahmen Erfolg bringen.
Sanktionen
REUTERS
Uno-Sanktionen: Verbot von Waffen- und Nuklearhandel, Einfrieren von Konten, Reisebeschränkungen, verhängt in Resolution 1737 (23.12.2006), Resolution 1747 (24.03.2007), Resolution 1803 (03.03.2008)

Sanktionen der USA: Vollständiger Handels- und Investitionsboykott, beruhend auf Executive Order 12959 von 1995, neue Sanktionen im Juni 2010

Sanktionen der EU: Einschränkungen für Handel und Investitionen, Einfrieren von Vermögen, Reisebeschränkungen, beruhend auf Verordnung (EG) Nr. 423/2007 des Rates (19.04.2007)

Nahost
dpa
Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärt, das israelische "Besatzungsregime" müsse "aus den Annalen der Geschichte verschwinden".
Israelische Politiker, darunter auch Kabinettsmitglieder, sprechen sich für präventive Militärschläge gegen Iran aus.
Personen
Said Dschalili , Atomunterhändler seit Oktober 2007
Yukiya Amano , Generaldirektor der IAEA
Der Verhandlungspoker um die Urananreicherung
Oktober 2009: Vertreter Irans, Deutschlands und der fünf Vetomächte im Sicherheitsrat kommen zu Atom-Gesprächen in Genf zusammen.
November 2009: Die IAEA kritisiert in einer Resolution die jahrelang geheim gehaltene iranische Urananreicherungsanlage bei Ghom. Teheran reagiert mit der Ankündigung, zehn neue Uran-Anlagen zu bauen.
Dezember 2009: Iran testet die Mittelstreckenrakete Sedschil 2. Diese habe größere Zielgenauigkeit als das Vorgängermodell Schahab 3.
2. Februar 2010: Ahmadinedschad zeigt sich bereit, auf einen Vorschlag der IAEA einzugehen, der eine Anreicherung iranischen Urans auf 20 Prozent im Ausland vorsieht. Wenige Tage später rudert er wieder zurück.
7. Februar 2010: Iran verkündet, man habe niedrig angereichertes Uran von 3,5 auf 20 Prozent gebracht und sei in der Lage, es auf 80 Prozent anzureichern. Damit könnten Atomwaffen hergestellt werden.
11. Februar 2010: US-Präsident Barack Obama kündigt als Reaktion umfangreiche neue Sanktionen gegen Iran an.
1. April 2010: Nach langem Widerstand gegen neue Sanktionen ist China bereit, sich an den Verhandlungen über den Text einer verschärften Uno-Resolution zu beteiligen.
25. April 2010: Zur Abwehr neuer Sanktionen besucht Irans Außenminister Manutschehr Mottaki Österreich. Gespräche mit dem Chef der IAEA, Yukija Amano, und Österreichs Außenminister Michael Spindelegger bringen jedoch keinen Durchbruch.
17. Mai 2010: Nach Verhandlungen mit Brasilien und der Türkei lenkt Iran ein und will Uran im Ausland anreichern lassen. Doch die internationale Gemeinschaft reagiert skeptisch auf die Ankündigung.
9. Juni 2010: Der Uno-Sicherheitsrat beschließt schärfere Sanktionen gegen Iran. Sie beinhalten weitere Hürden für die iranische Finanzbranche und eine Ausweitung des Waffenembargos. Auch die USA und die EU setzen schärfere Maßnahmen gegen Iran in Kraft.
Januar 2011: Die Atomgespräche zwischen Iran und den westlichen Mächten in Istanbul scheitern. Teheran hatte weiterhin "ein Recht auf Urananreicherung" gefordert.
Die Sanktionen der Uno gegen Iran im Wortlaut
The resolution imposes a series of new sanctions that will increase the cost to Iran's leaders of their current irresponsible policies. These measures include:
1. Ban on Iranian certain nuclear and missile investment abroad
Iran is prohibited from investing in sensitive nuclear activities abroad, like uranium enrichment and reprocessing activities, where it could acquire nuclear technology and know-how, as well as activities involving ballistic missiles capable of delivering nuclear weapons. The ban also applies to investment in uranium mining.
2. Conventional arms ban
States are prohibited from selling or in any way transferring to Iran eight broad categories of heavy weapons (battle tanks, armored combat vehicles, large caliber artillery systems, combat aircraft, attack helicopters, warships, missiles or missile systems). States are similarly prohibited from providing technical or financial assistance for such systems, or spare parts. States are also to exercise vigilance and restraint in supplying any other arms or related materiel to Iran.
3. Ban on ballistic missile activities
Iran is prohibited from undertaking any activity related to ballistic missiles capable of carrying nuclear weapons and States are required to take all necessary measure to prevent the transfer of related technology or technical assistance.
4. Additional items banned for transfer
The resolution updates and adds to the list of technical items related to nuclear and missile proliferation that are banned for transfer to and from Iran.
5. New cargo inspection framework
Iran is subject to a new regime for inspection of suspicious cargo to detect and stop Iran's smuggling. States should inspect any vessel on their territory suspected of carrying prohibited cargo, including banned conventional arms or sensitive nuclear or missile items. States are also expected to cooperate in such inspections on the high seas.
6. New procedures to deal with contraband items
Once prohibited items are found, States are now obligated to seize and dispose of the items.
7. Ban on bunkering services
States are required not to provide critical support services (e.g., fuel, water) to ships suspected of carrying prohibited cargo.
8. Measures to restrict the Islamic Republic of Iran Shipping Lines (IRISL) and Iran Air's cargo division
States must require their nationals to exercise vigilance over IRISL, a known sanctions violator. Three IRISL-related companies will have their assets frozen. States are requested to report any information on activities by IRISL and Iran's Air's cargo division to evade sanctions, including by renaming vessels.
9. New tools to block proliferation finance
States are called upon to prevent any financial service -- including insurance or reinsurance -- and freeze any asset that could contribute to Iran's proliferation. This broad language will help states take action when there are suspected financial links to Iran's banned nuclear activities.
10. Vigilance over all Iran's companies
States are required to ensure their nationals exercise vigilance when doing business with any Iranian firm, including IRGC and IRISL, to make sure such business does not contribute to Iran's proliferation.
11. New banking measures
States are called upon to prohibit on their territories new banking relationships with Iran, including the opening of any new branches of Iranian banks, joint ventures and correspondent banking relationships, if there is a suspected link to proliferation. States also should prohibit their own financial institutions from opening branches in Iran if there is a suspected link to proliferation.
12. New measures to limit the role of the Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC)
The resolution highlights the IRGC's role in proliferation and requires states to mandate that businesses exercise vigilance over all transactions involving the IRGC. Fifteen IRGC-related companies linked to proliferation will have their assets frozen.
13. Targeted sanctions on specific individuals and entities
Forty Iranian companies and one individual will be subject to an asset freeze. The individual -- the head of a critical nuclear research program -- will also be subject to a travel ban. Thirty-five additional individuals previously subject to "travel vigilance" will now be subject to a travel ban.
14. Appointment of a UN sanctions monitoring panel
A UN "Panel of Experts" will be established to monitor states' implementation of the sanctions, report on sanctions violations and recommend ways to continually improve enforcement.

Republik Iran
Land
REUTERS
Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.
Politik
dpa
Seit der Islamischen Revolution von 1979 haben der Revolutionsführer, aktuell Ajatollah Ali Chamenei (Bild), und der Wächterrat die größte Macht im Staat. Der Wächterrat kontrolliert die Kandidaten für Wahlen. Der Regierungschef ist der gewählte Präsident - seit August 2013 Hassan Rohani.
Leute
Corbis
Iran hat rund 75 Millionen Einwohner. Auf dem Uno-Index menschlicher Entwicklung (HDI) für 179 Staaten belegt Iran Platz 76 (Deutschland ist auf Platz 5). Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 73 Jahren (zum Vergleich: Die Lebenserwartung in Deutschland liegt bei 80 Jahren).
Wirtschaft
REUTERS
Die Wirtschaftsleistung pro Kopf betrug 2008 laut einer Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) rund 5200 Dollar. Begünstigt vom hohen Ölpreis wuchs die Wirtschaft zuletzt um etwa sechs Prozent. Neben der Arbeitslosenquote, die laut inoffiziellen Schätzungen bei etwa 30 Prozent liegt, ist die Inflation eines der größten wirtschaftlichen Probleme. 2008 soll sie bei fast 30 Prozent gelegen haben, für 2009 rechnet der IWF mit 25 Prozent. Im Jahr 2005 machten Teherans Ausgaben für das Militär laut Uno-Statistiken 5,8 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung aus (Deutschland: 1,4 Prozent).
Menschenrechte
REUTERS
Nach China ist Iran das Land, in dem die meisten Todesurteile vollstreckt werden. Laut Amnesty International wurden 2009 mindestens 388 Menschen hingerichtet, das waren 42 Hinrichtungen mehr als im Vorjahr. Der Uno zufolge saßen 2007 pro 100.000 Einwohner 214 Menschen im Gefängnis (in Deutschland sind es 95). Korruption ist in Iran weit verbreitet. Auf dem weltweiten Index von Transparency International nimmt Iran 2009 bei 180 beobachteten Staaten den 168. Rang ein (Deutschland: 14).