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Nuklearstreit: Iran will Verlängerung für Atomverhandlungen

Atomanlage in Iran: stockende Verhandlungen Zur Großansicht
REUTERS

Atomanlage in Iran: stockende Verhandlungen

Die internationale Gemeinschaft ringt um eine Einigung im Atomstreit mit Iran. Der fordert jetzt offenbar eine Verlängerung der Verhandlungen. Es wäre nicht das erste Mal.

Hamburg - In den Gesprächen über das iranische Atomprogramm in Wien geht es nicht so recht voran. Deshalb erwägt Teheran offenbar eine Verlängerung der Verhandlungsfrist.

Sollte am Sonntag "bis zum Nachmittag oder bis zum Abend" keine Einigung erzielt werden, könnte die eigentlich am Montag auslaufende Frist nach Vorstellung Teherans um bis zu ein Jahr verlängert werden, hieß es aus iranischen Diplomatenkreisen in der österreichischen Hauptstadt. Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland verhandeln dort mit Iran über ein Nuklearabkommen. Es soll dem Land die friedliche Nutzung der Atomtechnologie erlauben, zugleich aber verhindern, dass es Atomwaffen entwickelt.

Der Westen wirft dem Land vor, unter dem Deckmantel der Energiegewinnung nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist dies zurück. Die Sechser-Gruppe will erreichen, dass Iran alles unterlässt, was zum Bau von Atomwaffen führen könnte. Vor einem Jahr hatten die Verhandlungspartner in Genf eine Übergangslösung erzielt, wonach Iran Teile seines Atomprogramms aufgeben und tägliche Kontrollen ermöglichen soll. Im Gegenzug versprach der Westen die Lockerung von Wirtschaftssanktionen. Eigentlich hätte ein dauerhaftes Abkommen bis zum 20. Juli stehen sollen. Doch die Frist wurde bereits auf den 24. November verlängert.

ric/afp/reuters

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insgesamt 18 Beiträge
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1.
peterpanofsky 23.11.2014
Als Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrages hat der Iran bereits das Recht, Kernenergie friedlich zu nutzen.
2. Als Unterzeichner
RSchubi 23.11.2014
des Atomwaffensperrvertrages hat der Iran bereits das Recht, Kernenergie friedlich zu nutzen. Alle Nichtunterzeichner haben aber durch Nichtunterzeichnung nicht das Recht, eigene Atomwaffen zu bauen. Daher wäre etwas mehr Augenmaß angebracht ggü. illegalem Atomwaffenbesitz.
3. Wenn
luckyfrank 23.11.2014
sich die "Atommaechte" RICHTIG an den Atomwaffensperrvertrag(AWS) halten wuerden (Abruestung, Kontrollen...), DANN koennte man auch richtig Druck auf Iran ausueben.Wann will Iran ja nicht einmal alle im AWS festgeschriebenen Rechte gewaehren, haelt sich aber selbst nicht an seine Pflichten.Dass der Iran keinen Bock hat da mitzumachen erschliesst sich eigentlich von selbst. Ganz davon abgesehen, ob Iran jetzt wirklich an Atomwaffen bastelt oder nicht.
4. Es wäre doch
erasmus89 23.11.2014
völlig nachvollziehbar, wenn der Iran Atomwaffen anstrebte. Die Angriffskriege und Interventionen der USA geben genügend Anlässe, mit Nachdruck an Abschreckungsmittel zu arbeiten. Wie sagte Volker Pispers nach dem Irak-Krieg so schön: "Jetzt haben die Syrer Angst, dass sie in den Schrank müssen". Und es folgte die massive Einmischung der USA im Syrien-Krieg und die Zerstörung des Landes. Irans Ambitionen sind absolut nachvollziehbar.
5. Atomwaffensperrvertrag
Schlabberhorst 23.11.2014
Ja, der Iran hat das Recht laut Atomwaffensperrvertrag friedlich Atomenergie zu nutzen. Allerdings haben wohl meine 'Vorredner ' einen wichtigen Punkt vergessen: Der Iran muss laut dem Sperrvertrag Kontrollen der IAEA zulassen. Er muss die Kontrolleure überall hineinlassen. Und dieser Teil des Vertrages wird vom Iran nicht eingehalten. Das ist der Streitpunkt.
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