Atomstreit mit Iran Bush lässt Kriegspläne dementieren

Auch wenn die Rhetorik zuletzt immer schärfer wurde – das Weiße Haus weist Spekulationen über einen baldigen Angriff der USA auf Iran zurück. Die Furcht vor einem Militärschlag sei unbegründet.


Washington – Einen "Dritten Weltkrieg", vor dem US-Präsident George W. Bush im Atomstreit mit Iran gewarnt hatte, wird es erstmal nicht geben. "Es gibt keinen Grund zu glauben, dass der Präsident im Begriff ist, Iran anzugreifen", sagte seine Sprecherin Dana Perino. Im Streit um das iranische Atomprogramm setze der Präsident weiter auf den "diplomatischen Weg", stellte sie klar. "Er hält es für wichtig, alle möglichen diplomatischen Mittel auszuschöpfen, um Iran davon zu überzeugen, sein Streben nach Atomwaffen aufzugeben." Die Furcht vor einem bevorstehenden Angriff auf Iran sei unbegründet: "Er (Bush) will nicht, dass die Leute dies befürchten", sagte Perino.

Die USA hatten in der vergangenen Woche ihre Sanktionen gegen Iran verschärft. Auch die Rhetorik gegenüber Teheran wurde in Washington zuletzt schärfer. Der Westen wirft der Führung in Teheran vor, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung heimlich die Entwicklung von Atomwaffen zu verfolgen.

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat ein Nachgeben seines Landes im Atomstreit ausgeschlossen. Die legitimen Rechte der Islamischen Republik seien nicht verhandelbar, sagte Ahmadinedschad kurz vor einem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow in Teheran. Iran sei auch nicht an einem Dialog mit den USA interessiert und brauche die Vereinigten Staaten nicht, sagte der Präsident einer Agenturmeldung zufolge in einer Rede vor Studenten. Ahmadinedschad betonte, auch die jüngsten, von den USA wegen des Atomstreits gegen sein Land verhängten Sanktionen würden keinen Erfolg haben.

China hat schärfere Sanktionen gegen Iran abgelehnt. Eine Lösung der Atomfrage auf diplomatischem Wege sei "der beste Weg", sagte Außenamtssprecher Liu Jianchao. Iran suche derzeit selbst das Gespräch. "Deswegen sollten wir nicht Sanktionen verhängen, die die Situation verschärfen könnten."

Grünen-Fraktionsvize Jürgen Trittin rief die USA auf, im Atomkonflikt mit Iran die "Eskalationsstrategie" zu beenden. Das "Gerede über einen Dritten Weltkrieg und die aktive militärische Einkreisung Irans" müsse aufhören. "Davon profitieren nur die Hardliner in Iran - einer internationalen Kontrolle des iranischen Atomprogramms dient das nicht."

als/dpa/AFP/Reuters

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