Info-Panne im Pentagon US-Flugzeugträger fährt los, aber nicht nach Nordkorea

Es sollte ein Signal der Stärke gegen Nordkorea sein: Die USA verkündeten vergangene Woche, ein Flugzeugträger nehme Kurs auf die koreanische Halbinsel. Laut einem Medienbericht stimmte das aber gar nicht.


Die US-Regierung hat ihren Ton gegenüber Nordkorea nach dessen jüngsten Raketentests deutlich verschärft. Und auch Taten sollten folgen. Vor zehn Tagen wurde verkündet, dass eine Flugzeugträgergruppe in Richtung der koreanischen Halbinsel entsandt worden sei. Doch nun heißt es in einem Bericht der "New York Times": Das Schiff "USS Carl Vinson" fuhr nach der Ankündigung noch tagelang in die entgegengesetzte Richtung - nämlich in Richtung Indischer Ozean.

Es sollte demnach an gemeinsamen Übungen mit der australischen Marine teilnehmen, gut 5600 Kilometer südwestlich von der koreanischen Halbinsel. Die US-Navy selbst hatte am Samstag ein Foto der "USS Carl Vinson" gepostet und den Standort bekannt gegeben: Die Flugzeugträgergruppe durchfuhr zu dem Zeitpunkt die Sundastraße, die Meerenge zwischen den indonesischen Inseln Sumatra und Java. Vier Tage waren da schon vergangen, seit Regierungssprecher Sean Spicer die Entsendung der Gruppe Richtung Nordkorea verkündet hatte. Derzeit befindet sich der Verband nach Angaben des Verteidigungsministeriums vor der Nordwestküste Australiens.

US-Regierung: Wir haben uns auf das Pentagon verlassen

Am Dienstag kommentierten Mitarbeiter des Weißen Hauses den Zeitungsbericht mit den Worten, man habe sich auf die Informationen des Verteidigungsministeriums verlassen. Dort hieß es, eine Pannenserie im Haus habe zu der falschen Meldung geführt: Zuerst hat das Pazifikkommando der Vereinigten Staaten (United States Pacific Command) voreilig die Entsendung verkündet. Dann habe Verteidigungsminister Jim Mattis eine fehlerhafte Erklärung dazu abgegeben. Präsident Donald Trump hatte gesagt: "Wir schicken eine Armada. Sehr mächtig."

All dies sorgte am Ende für das Gerücht, die US-Navy eile nach Nordkorea.

Ein Pentagon-Mitarbeiter sagte nun, der Flugzeugträgerverband werde sich "innerhalb der kommenden 24 Stunden" in Richtung der koreanischen Halbinsel in Bewegung setzen. Dort soll er in der kommenden Woche eintreffen. Das Weiße Haus lehnt der "New York Times" zufolge ein Statement dazu ab, wie es zu dem Missverständnis kommen konnte. Man solle beim Pentagon nachfragen, heißt es.

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USS "Carl Vinson": Stützpunkt auf hoher See

Intern herrscht offenbar Ärger über diese Haltung. Die Regierung hätte den tatsächlichen Zeitplan bekannt geben müssen, zumal Sean Spicer und der Nationale Sicherheitsberater Herbert McMaster in der Zwischenzeit Fragen zu dem Manöver beantwortet hätten, sagten Mitarbeiter der "New York Times".

"Nordkorea muss sich benehmen!"

Der Fauxpas dürfte an der Nordkorea-Politik der USA jedoch nichts ändern. Die Verlegung des Kriegsschiffes und der dazugehörigen Kampfflugzeuggeschwader, zweier Lenkwaffenzerstörer und eines Kreuzers verschärft die Spannungen im Atomkonflikt mit Nordkorea weiter. Washington hatte zuletzt mit einem Alleingang gegen Nordkorea gedroht. Nach diversen Atomwaffentests 2016 hatte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Unfür dieses Jahr wiederholt angekündigt, man werde unter anderem interkontinentale ballistische Raketen testen. Am Samstag veranstaltete Pjöngjang eine Militärparade, scheiterte aber mit einem Raketentest.

Was er Nordkorea zu sagen habe, wurde Trump am Montag beim traditionellen Ostereierlauf des Weißen Hauses gefragt. Seine Antwort: "Sie müssen sich benehmen!" Woraufhin der nordkoreanische Uno-Vizebotschafter Kim In Ryong aus New York zurückschoss. "Auf der Halbinsel kann jeden Moment ein thermonuklearer Krieg ausbrechen", warnte er auf einer Pressekonferenz.

US-Vizepräsident Mike Pence bemühte sich nach seinem Besuch in der demilitarisierten Zone Koreas am Montag um beschwichtigende Töne. "Wir werden unsere Bemühungen verstärken, diplomatischen und wirtschaftlichen Druck auf Nordkorea auszuüben", sagte er in Südkorea. "Wir hoffen, dass wir dieses Problem friedlich lösen können."

mja/AFP

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shadei 18.04.2017
1. Was für ein Saustall!!!
Mehr is dazu eigentlich nicht zu sagen. Neue Kriege heraufbeschwören und noch nichtmal wissen wohin das Material fährt. Es ist nur noch lächerlich was auf dieser Welt grade so passiert. Ich würde gerne wissen wer, bei seinem Planspiel auf der großen Weltkarte, sich gerade ins Fäustchen lacht. Der dritte Weltkrieg steht mal wieder vor der Tür, die Frage is nur ob man sich wieder einkriegt oder wer IHN startet.
erwin9 18.04.2017
2.
Nicht nur halsbrecherisch sondern auch noch zu doof zu allem. Wenn es nicht so beängstigend wäre, müsste man lachen. Und diese Leute spielen mit dem Schicksal der Welt!
calico1880 18.04.2017
3.
In Anlehnung an den großen Loriot wäre die Meldung ja fast eine lustige Neuauflage dieses genialen Sketches - wenn's nicht eine gefährlich desaströse Situation skizzieren würde: Der "Commander in Chief" weiß also nicht, wo genau seine nuklear getriebenen und bewaffneten Schiffe kreuzen: Ob Indonesien oder Nordkorea - egal oder keine Ahnung oder was... Immer hübsch den Finger am Nuke-Button. Der Mann, samt Bennon, Pence und Konsorten muß schnellstmöglich weg. Am Ende macht der noch Brüssel platt, weil er nicht weiß, was es ist und wo es liegt.
missourians 18.04.2017
4. hahaha
wie peinlich! Das Weiße Haus weiß nicht mal wo ihre Flugzeugträger sind und bekommen intern sogar schon "Fake News" :-D Man stelle sich mal die Situation dass die Nordk. Rakete nicht explodiert wäre und Mr. President den Abschuss von dem Flugzeugträger + Anhang frei gegeben hätte und dann kommt der Funkspruch an Trump zurück: "sorry, aber unsere Abwehrraketen haben nicht die Reichweite über 2000km. Wir sind gerade irgendwo zwischen Australien und Indonesien"
wardawas? 18.04.2017
5. Oops, Atomkrieg aus Versehen ?
wenn ich den Artikel richtig berstanden habe, dann soll eine "Panne" dazu geführt haben dass die Regierung nicht wusste was das Verteidigungsministerium (Pentagon) gerade mit dem betreffenden Flottenverband machte ? ...der tatsächlich mehr als 5000 km vom geplanten Einsatzort an irgendeiner Übung teilnahm ? Also das bereitet mir echte Sorgen. Kürzlich las ich die Feuerkraft dieses Flottenverbandes entspräche etwa dem gesamten Geballer des 2.Weltkriegs ! Das muss man doch im Auge behalten, erst recht mit all der teuren Technik die dafür zur Verfügung steht ! .....Ich möchte auswandern, habe aber keine Ahnung wo der nächstgelegene bewohnbare Planet ist....bin für jeden guten Tip dankbar.
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