Atomstreit: Westerwelle kündigt schärfere Iran-Sanktionen an

Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen im Atomstreit härter gegen Iran vorgehen - die drei Länder bereiten schärfere Sanktionen vor. Die bisher erzielten Verhandlungsfortschritte mit Teheran seien nicht befriedigend, sagte Bundesaußenminister Westerwelle.

Außenminister Westerwelle: "Notwendig, die Sanktionen weiter zu verschärfen" Zur Großansicht
dapd

Außenminister Westerwelle: "Notwendig, die Sanktionen weiter zu verschärfen"

Berlin - Im Atomstreit mit Iran setzt die Bundesregierung auf schärfere Sanktionen. "Wir wollen eine diplomatische und politische Lösung", sagte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) der "Rheinischen Post". Die bisher erzielten Verhandlungsfortschritte seien aber nicht befriedigend. "Deswegen ist es notwendig, dass wir die Sanktionen weiter verschärfen", betonte der Minister. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts verwies auf gemeinsame Bemühungen Westerwelles mit seinen Amtskollegen aus London und Paris für eine neue EU-Sanktionsrunde. Dem Vernehmen nach solle es dabei vor allem bei Banken und im Handel zu weiteren Einschränkungen und zu einer deutlichen Ausweitung des betroffenen Personenkreises kommen, berichtet die Zeitung weiter.

Nach Aussage eines EU-Diplomaten haben sich Westerwelle, der französische Außenminister Laurent Fabius sowie der britische Außenminister William Hague in einem Schreiben Ende vergangener Woche an die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton entsprechend geäußert. Details der möglichen neuen Strafmaßnahmen würden noch ausgearbeitet. Die EU-Außenminister sollten bei ihrem Treffen in Brüssel am 15. Oktober über das Thema beraten. Ashton wird am Donnerstag einem Treffen von sechs Ländern vorsitzen, bei dem es um den Atomstreit gehen wird. Neben Deutschland, Frankreich und Großbritannien werden auch die USA, Russland und China vertreten sein.

Im Zuge des Streits verhängte die EU bereits mehrfach Sanktionen gegen Iran, darunter ein Ölembargo. Die Regierung in Teheran räumte Ende Juli ein, dass die vom Westen verhängten Sanktionen das Wirtschaftsleben in Iran beeinträchtigen. Der Westen wirft Iran vor, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Teheran weist die Vorwürfe zurück.

Am Wochenende hatte die iranische Führung im Falle eines israelischen Angriffs vor einem "Dritten Weltkrieg" gewarnt. Sollte eine israelische Attacke kurz bevorstehen, könnte Iran einen "Präventivangriff" führen, sagte General Amir Ali Hadschisadeh am Sonntag im Fernsehsender al-Alam. Dabei würden auch US-Stützpunkte in der Region attackiert.

Bei einem israelischen Angriff, egal ob mit oder ohne Zustimmung Washingtons, würde Iran US-Stützpunkte in Bahrain, Katar und Afghanistan attackieren, sagte Hadschisadeh dem arabischsprachigen Sender. Israel werde "schwere Verluste" erleiden. Das könne der "Auftakt seines Untergangs" sein. Eine militärische Konfrontation beider Länder würde einen Weltkrieg auslösen, sagte Hadschisadeh. Der General ist auch für die Raketeneinheiten der Revolutionsgarden zuständig. Die paramilitärische Organisation dient dem Schutz des Regimes.

Am Samstag hatte Pasdaran-Chef Ali Dschafari iranischen Nachrichtenagenturen zufolge erklärt, er erwarte einen Krieg mit Israel. Der Krieg werde "schließlich kommen", es sei aber "nicht sicher, wann und wo". Sollte Israel angreifen, werde das zu seiner "Zerstörung" führen, denn Iran sei zur Konfrontation bereit, fügte Dschafari hinzu.

anr/dpa/AFP

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insgesamt 13 Beiträge
audumbla 24.09.2012
Westerwelle warnt und kündigt an, aber was kommt dabei raus? Der iranische Scharfmacher versteht nur eine Sprache: absolutes ignorieren! Aber stattdessen wird er heute vor der Uno reden, bin ja gespannt, wie er die Amerikaner und [...]
Westerwelle warnt und kündigt an, aber was kommt dabei raus? Der iranische Scharfmacher versteht nur eine Sprache: absolutes ignorieren! Aber stattdessen wird er heute vor der Uno reden, bin ja gespannt, wie er die Amerikaner und die Europäer wieder beschimpft! Und Deutschland, vertreten durch den Außenminister Westerwelle ist z.Zt. Vorsitzender des UNO-Sicherheitsrats!
deus-Lo-vult 24.09.2012
Achherrjeh, jetzt hat man bestimmt richtig Angst im Iran und gibt nach! Arm, armselig, Westerwelle.
Zitat von sysopDeutschland, Frankreich und England wollen im Atomstreit härter gegen Iran vorgehen - die drei Länder bereiten schärfere Sanktionen vor. Die bisher erzielten Verhandlungsfortschritte mit Teheran seien nicht befriedigend, sagte Bundesaußenminister Westerwelle. Atomstreit: Westerwelle kündigt schärfere Iran-Sanktionen an - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,857511,00.html)
Achherrjeh, jetzt hat man bestimmt richtig Angst im Iran und gibt nach! Arm, armselig, Westerwelle.
g.raymond 24.09.2012
Eine verschärfte Sanktionspolitik gegenüber Iran hat sich bisher als kontraproduktiv erwiesen. Darüber hinaus ist zu sagen, dass Sanktionspolitik überhaupt eher aus dem Arsenal unreifer Jugendbanden mit schwarz-weiss-Mentalität [...]
Eine verschärfte Sanktionspolitik gegenüber Iran hat sich bisher als kontraproduktiv erwiesen. Darüber hinaus ist zu sagen, dass Sanktionspolitik überhaupt eher aus dem Arsenal unreifer Jugendbanden mit schwarz-weiss-Mentalität stammt als zu einer klugen Realpoltik gehört. Ob sich Westerwelle nicht daran erinnert, welche psychologischen und politischen Konsequenzen ökonomische und finanzielle Strtangulierung nach dem Versailler-Vertrag gerade in Deutschland hervorgebracht haben? Das Format wie Willy Brandt, der den Ost-West-Konflikt gegen den Widerstand unserer Allierten schliesslich aufbrach, hat Westerwelle auf jeden Fall nicht. Er ist einer der schwächsten deutschen Aussenpolitiker, die wir bisher gehabt haben.
nablus 24.09.2012
Ungeteilte Zustimmung zu Ihrem Beitrag. Zusaetzlich leidet nur die unbeteiligte Bevoelkerung. Aber bitte vergessen wir nicht das wir nur die Pudel der USI sind.
Zitat von g.raymondEine verschärfte Sanktionspolitik gegenüber Iran hat sich bisher als kontraproduktiv erwiesen. Darüber hinaus ist zu sagen, dass Sanktionspolitik überhaupt eher aus dem Arsenal unreifer Jugendbanden mit schwarz-weiss-Mentalität stammt als zu einer klugen Realpoltik gehört. Ob sich Westerwelle nicht daran erinnert, welche psychologischen und politischen Konsequenzen ökonomische und finanzielle Strtangulierung nach dem Versailler-Vertrag gerade in Deutschland hervorgebracht haben? Das Format wie Willy Brandt, der den Ost-West-Konflikt gegen den Widerstand unserer Allierten schliesslich aufbrach, hat Westerwelle auf jeden Fall nicht. Er ist einer der schwächsten deutschen Aussenpolitiker, die wir bisher gehabt haben.
Ungeteilte Zustimmung zu Ihrem Beitrag. Zusaetzlich leidet nur die unbeteiligte Bevoelkerung. Aber bitte vergessen wir nicht das wir nur die Pudel der USI sind.
nablus 24.09.2012
Ich muss gestehen dass ich seine Reden aeusserst erfrischend finde, eine sehr angenehme Abwechslung neben all dem Geblubbere u Geschwafelel der weissen Supermaenner/Frauen. Uebrigens scheinen die Scharfmacher doch eher auf [...]
Zitat von audumblaWesterwelle warnt und kündigt an, aber was kommt dabei raus? Der iranische Scharfmacher versteht nur eine Sprache: absolutes ignorieren! Aber stattdessen wird er heute vor der Uno reden, bin ja gespannt, wie er die Amerikaner und die Europäer wieder beschimpft! Und Deutschland, vertreten durch den Außenminister Westerwelle ist z.Zt. Vorsitzender des UNO-Sicherheitsrats!
Ich muss gestehen dass ich seine Reden aeusserst erfrischend finde, eine sehr angenehme Abwechslung neben all dem Geblubbere u Geschwafelel der weissen Supermaenner/Frauen. Uebrigens scheinen die Scharfmacher doch eher auf der imperialen Seite des Dialogs zu stehen!
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  • Montag, 24.09.2012 – 08:40 Uhr
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Fläche: 1.648.195 km²

Bevölkerung: 74,962 Mio.

Hauptstadt: Teheran

Staatsoberhaupt und Religionsführer:
Ajatollah Ali Chamenei

Staats- und Regierungschef:
Mahmud Ahmadinedschad

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REUTERS
Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.





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