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Atomwaffen: Nordkorea kündigt massive Aufrüstung an

Raketentest in Nordkorea (im Jahr 2009): Regime droht mit nuklearer Aufrüstung Zur Großansicht
dpa

Raketentest in Nordkorea (im Jahr 2009): Regime droht mit nuklearer Aufrüstung

Neue Drohgebärde: Das Regime in Pjöngjang will seine Nuklearstreitkräfte weiter aufrüsten. Damit reagiert Nordkorea auf einen Bericht der Uno, der dem Land die Verletzung von Menschenrechten vorwirft.

Seoul - Nach dem Vorwurf massiver Menschenrechtsverletzungen hat Nordkorea den massiven Ausbau seiner Atomstreitkräfte angekündigt. Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte: "Da nun die feindliche US-Politik offenkundig ist, in unsere Republik unter dem Deckmantel der Menschenrechte einzufallen, ist die Vorstellung einer atomwaffenfreien Koreanischen Halbinsel nicht länger haltbar." Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur KCNA.

Die Bemühungen, die Nuklearstreitkräfte zu stärken, würden in jeder Hinsicht verdoppelt, hieß es weiter. Schon jetzt verfügt Nordkorea Schätzungen zu Folge über rund zwei Dutzend Atomwaffen. In den Jahren 2006, 2009 und 2013 hat das Land atomare Sprengsätze zu Testzwecken gezündet. Ebenfalls testet das Regime Raketensysteme, um die Sprengköpfe zu transportieren. Eine eigens entwickelte Interkontinentalrakete, Taepodong-2, hat bisher aber keinen erfolgreichen Flugtest absolviert.

Mitgliedstaaten der Uno hatten den Sicherheitsrat aufgefordert, Nordkorea wegen Menschenrechtsverbrechen vor dem Internationalen Strafgerichtshof (ICC) anzuklagen. Grundlage ist ein Uno-Bericht, nach dem in dem isolierten Land systematisch gefoltert wird, politische Morde üblich sind, Hungersnöte herrschen und ein System von Gefangenenlagern ähnlich den Konzentrationslagern der Nazis unterhalten wird. Das Nordkorea verbundene China kann eine Anklage jedoch verhindern.

Hackerangriff auf Sony

Der Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums ging nicht auf Vorwürfe der US-Polizeibehörde FBI ein, hinter dem Hackerangriff auf das Medienunternehmen Sony stecke Nordkorea. US-Präsident Barack Obama hat angekündigt, auf den Angriff zu reagieren. Hintergrund ist der inzwischen abgesetzte Start des Films "The Interview", eine Satire über ein Attentat auf Nordkoreas Herrschers Kim Jung Un.

Hacker hatten, angeblich wegen des Streifens, massenweise Interna aus dem Firmennetzwerk veröffentlicht und mit Anschlägen auf Kinos gedroht, die den Film zeigten. Nordkorea hat die Veröffentlichung als kriegerischen Akt gewertet, aber jeden Zusammenhang mit der Hackergruppe "Guardians of Peace" zurückgewiesen.

Sony wehrte sich gegen die Kritik Obamas, vor der Bedrohung eingeknickt zu sein. "Der Präsident, die Presse und die Öffentlichkeit irren sich, was den tatsächlichen Ablauf angeht", sagte der Chef der US-Filmtochter Sony Pictures, Michael Lynton, dem Sender CNN. Sony kontrolliere nicht die Kinos und könne nicht darüber entscheiden, welche Filme gezeigt würden. "Daher widerspreche ich der Darstellung, dass sie ein Fehler war."

ore/Reuters

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insgesamt 38 Beiträge
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1. Man kann kaum zulassen, dass.....
joG 20.12.2014
.....der Diktator die Meinungsfreiheit und deren Ausdruck in anderen Ländern mit Ankündigungen der Gewalt unterdrückt. Es wäre Dummheit den Diktator so aufrüsten zu lassen, dass er ernsthaft Schaden anrichten kann. Primär sind es die Chinesen, die verantwortlich sind den Schurkenstaat gewähren zu lassen und natürlich die Russen. Aber wollen wir wirklich, dass Nord Korea ein wirklicher Atomwaffen gerüsteter Staat wird? Wollen wir uns auf die Ordnungspolitik der Russen und Chinesen verlassen? Berlin, ich Frage: Was wollen Sie tun?
2. Warum goennt man dem Land noch einen Bericht?
herbert 20.12.2014
Das Auf und Ab ind em Land ist doch so langweilig geworden. Ob der kleine Dicke dort nun 100 oder 1000 Atombomben hat, wen interessiert das? Es ist doch alles nur Theater
3. Die darbende Bevölkerung
Leser1000 20.12.2014
wirds freuen. Überspitzt: A - Bomben statt Brot; wenn das keine "gute" Nachricht ist. Aber strategische Besuche bei "Verwandten" kündigen sich ja bereits an.
4. interessant....
paradcat 20.12.2014
...wie man es doch immer wieder schafft, vom eigenen Unrecht abzulenken. Die ersten zwei Gestalten, die dringend vor den Gerichtshof nach Den Haag zitiert gehören, sind G.W.Bush und B.Obama. Solange willkürliche Massenmörder wie die nicht zur Rechenschaft gezogen werden, bleibt jegliche Anschuldigung etwaiger Diktatoren vollkommen inhaltsleer.
5.
spon-facebook-10000123257 20.12.2014
Zitat von joG.....der Diktator die Meinungsfreiheit und deren Ausdruck in anderen Ländern mit Ankündigungen der Gewalt unterdrückt. Es wäre Dummheit den Diktator so aufrüsten zu lassen, dass er ernsthaft Schaden anrichten kann. Primär sind es die Chinesen, die verantwortlich sind den Schurkenstaat gewähren zu lassen und natürlich die Russen. Aber wollen wir wirklich, dass Nord Korea ein wirklicher Atomwaffen gerüsteter Staat wird? Wollen wir uns auf die Ordnungspolitik der Russen und Chinesen verlassen? Berlin, ich Frage: Was wollen Sie tun?
Ja es ist dumm das wir die haben so gewähren lassen und die Chinesen das auch noch finanzieren, sie meinen doch bestimmt die USA ? Erinnert mich an die heute-Show gestern abend, wo ein John Kerry Statement gezeigt wurde: "Es kann nicht sein das ein G-8-Land mit vorgehaltener Waffe in souveräne Länder einmarschiert um denen ihren Willen aufzudrücken !" Ich glaube der Kerry hat heute noch nicht verstanden warum alle gelacht haben.
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Fläche: 122.762 km²

Bevölkerung: 25,027 Mio.

Hauptstadt: Pjöngjang

Staatsoberhaupt:
Kim Il Sung (obwohl bereits 1994 verstorben);
Protokollarisches Staatsoberhaupt: Kim Yong Nam;
"Oberster Führer": Kim Jong Un

Regierungschef: Pak Pong Ju

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Nord- und Südkorea
Nordkorea und Kim Jong Il
REUTERS
Am 9. September 1948 rief der kommunistische Politiker Kim Il Sung im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Sie entwickelte sich, zunächst in enger Anlehnung an die Sowjetunion, zu einer kommunistischen Volksrepublik. 1998 wurde dessen Sohn Kim Jong Il Regierungschef. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bezeichnete Nordkorea zusammen mit Iran und dem Irak als "Achse des Bösen" , die aufrüstet, um den Frieden der Welt zu bedrohen.
Die Teilung Koreas
Seit 1910 war Korea eine japanische Kolonie. Nach der Niederlage Japans 1945 rückten sowjetische Truppen im Norden und US-amerikanische Truppen im Süden des Landes vor und trafen sich am 38. Breitengrad. Die Vereinbarungen der Alliierten über die Bildung einer provisorischen Regierung und die Abhaltung freier Wahlen in ganz Korea konnten nicht verwirklicht werden, da sich die UdSSR widersetzte. Im September 1948 wurde in Nordkorea die Volksdemokratische Republik Korea ausgerufen; Südkorea (Republik Korea) gab sich im Juli 1948 eine Verfassung.
Korea-Krieg
AP
Am 25. Juni 1950 begann die militärische Auseinandersetzung zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) mit Unterstützung der Volksrepublik China und der Republik Korea (Südkorea), die von Uno-Truppen unter Führung der USA unterstützt wurde. Der Krieg endete mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Panmunjom am 27. Juli 1953, das die Teilung am 38. Breitengrad zementierte.
Südkorea
Am 15. August 1948 wurde die Republik Korea gegründet. Staatspräsident ist Lee Myung Bak , der im Dezember 2007 die Präsidentschaftswahlen gewann und seit Februar 2008 im Amt ist. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte Südkorea dank seiner exportorientierten Wirtschaftspolitik und der großzügigen Unterstützung Japans und der USA einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.
Militärische Stärke
Militär in Nord- und Südkorea
Nordkorea Südkorea
Truppenstärke insgesamt 1.106.000 687.000
darunter Heer 950.000 560.000
Marine 46.000 68.000
Luftwaffe 110.000 64.000
Reservisten 4.700.000 4.500.000
Kampfpanzer 3.500 2.750
Artilleriegeschütze 17.900 10.774
Boden-Boden-Raketen 64 12
einsatzbereite Kampfflugzeuge 620 490
darunter Jagdflugzeuge 388 467
Bomber 80 -
Kriegsschiffe 8 47
darunter Zerstörer - 10
Fregatten 3 9
Korvetten 5 28
taktische U-Boote 63 13
kleinere Küstenwachboote 329 76
(Quelle: International Institute for Strategic Studies (IISS, London)

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