Atomwaffen Obama plant historischen Abrüstungspakt

Barack Obama will weniger Atomsprengköpfe - und reicht Moskau die Hand zu neuen Abrüstungsgesprächen. Der neue amerikanische Präsident will einem Zeitungsbericht zufolge die Atomarsenale in Russland und den USA drastisch verkleinern.


Washington - Präsident Barack Obama hegt offenbar ambitionierte Abrüstungspläne: Russland und die USA sollen die Zahl ihrer Atomsprengköpfe um bis zu 80 Prozent reduzieren. Einem Bericht der Londoner "Times" zufolge will Obama die Anzahl der Sprengköpfe auf jeweils 1000 begrenzen.

Die neue Übereinkunft soll in Anlehnung an die Verhandlungen zum Start-Abrüstungsabkommen (Strategic Arms Reduction Treaty) der achtziger und neunziger Jahre den Umfang der Waffenarsenale beider großen Atommächte vertraglich regeln. Der 1991 unterzeichnete Start-I-Vertrag verpflichtete beide Staaten, die Zahl ihrer Sprengköpfe von rund 10.000 auf 5000 zu reduzieren. Das Nachfolgeabkommen Start-II sah eine weitere Abrüstung vor, doch der von US-Präsident George Bush Senior und dem russischen Staatschef Boris Jelzin 1993 unterzeichnete Vertrag trat nie in Kraft.

Obamas Initiative stellt einen Bruch mit der Politik seines Vorgängers George W. Bush dar. Bush hatte 2002 den ABM-Vertrag über die Begrenzung von Raketenabwehrsystemen einseitig aufgekündigt, um Pläne für eine Raketenabwehr in Polen und Tschechien vorantreiben zu können. Wie die "Times" berichtet, stehen auch diese Pläne nun auf dem Prüfstand.

Bereits gestern hatte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Washington mit US-Außenministerin Hillary Clinton eine verstärkte Zusammenarbeit in Fragen der Abrüstung vereinbart.

beb



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