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Attacke auf Gaza: Hamas schwört Rache für israelische Luftangriffe

Bei israelischen Bombenangriffen auf Stellungen der Hamas im Gaza-Streifen sind Dutzende Menschen getötet worden. Viele Personen wurden verletzt. Die Islamisten kündigten Vergeltung an und feuerten Raketen auf Israel. Dabei kam ein Mensch ums Leben.

Hamburg - Die islamistische Hamas hat ihre Kämpfer aufgerufen, die israelischen Luftangriffe im Gaza-Streifen "mit Gewalt" zu vergelten. Der Angriff des Feindes müsse gerächt werden, sagte ein Hamas-Sprecher im Radio. Demnach wurden bereits Dutzende Raketen auf Israel abgefeuert. In der Stadt Netiwot sei dabei eine Person getötet worden, teilten Rettungskräfte mit, zwei weitere Menschen wurden verletzt.

Am Vormittag hatten israelische Kampfflugzeuge Sicherheitseinrichtungen der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas im Gaza-Streifen angegriffen.Es gab Explosionsserien an mehreren Orten, die Bombeneinschläge in den meist in Wohngebieten gelegenen Einrichtungen lösten Panik in der Bevölkerung aus. "Die Kinder schreien, wir wissen nicht, was wir tun sollen", klagte eine verzweifelte Mutter von fünf Kindern im Gaza-Streifen. "Sollen wir zu Hause bleiben oder auf die Straße gehen? Wo ist es sicher? Um uns herum ist überall Rauch. Wir haben keinen Strom, wir wissen nicht, was wir tun sollen."

Die Angriffe sind nach Angaben des israelischen Armeesprechers Awi Bendschahu erst der Anfang gewesen. Der Einsatz gegen die Hamas könne dauern, sagte Bendschahu am Samstag im Armeehörfunk. Es gebe keine Frist für ein Ende des Einsatzes, der auf einen Kabinettsbeschluss hin begonnen habe. Da die Vorbereitungen im Geheimen abgelaufen seien, seien die Angriffe für die Hamas überraschend gekommen. Ziele waren Bendschahu zufolge Waffenarsenale, Ausbildungslager, Regierungsbüros und Kommandozentralen der Hamas.

Der israelische Präsident Schimon Peres schloss einen Einmarsch der Armee im Gaza-Streifen aus. "Es wird keinen Krieg geben. Wir werden nicht in Gaza einmarschieren", sagte Peres in einem Interview mit der saudi-arabischen Zeitung "Al Schark al-Awsat", das vor Beginn der Luftangriffe geführt worden war.

Der arabische Fernsehsender al-Dschasira zeigte am Samstag Aufnahmen mit vielen jungen Männern, die regungslos auf der Straße lagen. Über die Zahl der Opfer gibt es bislang unterschiedliche Angaben. Laut einem Sprecher des Schifa-Krankenhauses in Gaza wurden mehr als hundert Menschen entweder tot oder verletzt eingeliefert. Der von der Hamas gestellte Gesundheitsminister im Gaza-Streifen, Bassem Naim, sprach von "mindestens 140 Toten". Mehr als hundert weitere Menschen seien verletzt worden, sagte der Minister der Nachrichtenagentur AFP. Andere Quellen sprachen von mehr als 200 Verletzten.

Israel bestätigte die Luftangriffe. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte die Bombardements und rief nach Angaben seines Sprechers die internationale Gemeinschaft zum Eingreifen auf. Abbas forderte zudem alle Beteiligten zur Zurückhaltung auf.

Nach Augenzeugenberichten stiegen mindestens zehn dicke Rauchwolken in Gaza auf. Bei den getroffenen Gebäuden soll es sich um Polizeistationen und Sicherheitseinrichtungen der Hamas handeln. Einem Polizeisprecher zufolge wurde das Hauptquartier der Polizei großteils zerstört, nach Hamas-Angaben wurde dabei Polizeichef Tawfik Dschabber getötet.

Weil das Mobiltelefonnetz zusammenbrach, gab es Schwierigkeiten, ärztliche Hilfe zu holen. Der Angriff kam für die Bewohner völlig überraschend, weil nach israelischen Medienberichten das Sicherheitskabinett eigentlich erst am Sonntag über einen Militärschlag entscheiden wollte.

Seit Auslaufen einer Waffenruhe am 19. Dezember haben militante Palästinenser nach Armeeangaben mehr als 180 Raketen und Mörsergranaten auf israelische Grenzgemeinden abgefeuert. Dort leben 125.000 Israelis mit der ständigen Gefahr, bei einem Angriff getötet zu werden. Die Vorwarnzeit bei einem Angriff liegt in einigen Städten und Kibbuzim bei lediglich 15 Sekunden.

cte/Reuters/AFP/AP/dpa

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