Attacke auf IAEA Hacker erbeuten Daten von Atombehörde

Bei der Internationalen Atomenergie-Organisation hat es offenbar eine Sicherheitspanne gegeben. Hacker konnten Informationen von einem abgeschalteten Server sichern - und stellten diese ins Internet. Dabei soll es sich vor allem um Kontaktdaten von Mitarbeitern gehandelt haben.

Zentrale der IAEA in Wien: Daten von altem Server entwendet
DPA

Zentrale der IAEA in Wien: Daten von altem Server entwendet


Wien - Ein Datenleck hat die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) aufgeschreckt. Wie Sprecherin Gill Tudor am Dienstag mitteilte, wurden die Informationen offenbar von einem früheren Server der Atomwächter entwendet. In dieser Woche seien sie dann auf einer Hackerseite im Internet zugänglich gemacht worden.

Nach Angaben von Tudor habe es sich bei den sensiblen Informationen um "Kontaktdaten von Personen, die für die IAEA arbeiten", gehandelt. Der betreffende Server sei bereits vor längerer Zeit abgeschaltet worden.

Möglicherweise stand der Hackerangriff im Zusammenhang mit einer Website, auf der eine Untersuchung der israelischen Atomaktivitäten verlangt wird. Solche Forderungen kommen immer wieder vor allem aus Iran und den arabischen Staaten. Näheres war von der IAEA aber vorerst nicht zu erfahren.

Stattdessen bemüht sich die Organisation um Schadensbegrenzung. Man bedauere den Zwischenfall und arbeite nun daran, die undichten Stellen möglichst schnell zu finden und einen weiteren Datenverlust zu verhindern. "Techniker und Sicherheitsexperten der IAEA arbeiten an der Analyse und tun alles, um alle Informationen zu schützen", so Tudor.

Seit einiger Zeit verfolgt die IAEA vor allem die Fortschritte Irans beim Aufbau eines Atomprogramms. Dabei kommt es immer wieder zu diplomatischen Zwischenfällen. Erst im September musste der iranische Atomchef Feridun Abbasi Dawani einräumen, gezielt falsche Informationen an die Organisation weitergegeben zu haben. Zuvor hatte Iran die internationalen Inspekteure der Sabotage bezichtigt.

Viele Staaten - und vor allem Israel - beschuldigen Teheran, heimlich an Nuklearwaffen zu bauen. Iran dagegen beteuert immer wieder, lediglich die friedliche Nutzung der Kernenergie zu verfolgen. Die israelische Regierung behält sich die Möglichkeit einer militärischen Intervention gegen Iran vor. Vermittler bemühen sich dagegen um eine friedliche Lösung des Dauerkonflikts.

jok/Reuters

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insgesamt 4 Beiträge
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vielfeindvielehr 27.11.2012
1. Blüten
Zitat von sysopDPABei der Internationalen Atomenergie-Organisation hat es offenbar eine Sicherheitspanne gegeben. Hacker konnten Informationen von einem abgeschalteten Server sichern - und stellten diese ins Internet. Dabei soll es sich vor allem um Kontaktdaten von Mitarbeitern gehandelt haben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/attacke-auf-iaea-hacker-erbeuten-daten-von-atombehoerde-a-869659.html
Das ist wie Falschgeld klauen.
Helmer21 28.11.2012
2. Sicherheit
Und die sollen sich um die Sicherheit der AKW s kümmern? Sind aber nicht in der Lage die eigenen Daten zu sichern? Gruselig
fariborsma 28.11.2012
3. Hacker erbeuten Daten von Atombehörde
Vor Tagen war in unseren Medien zu lesen: Symantec hat eine weitere Schadsoftware gefunden, die offenbar speziell dafür entwickelt wurde, Ziele im Iran anzugreifen. kann dieses Ding jetzt nicht DEN Hacker irgendwie stellen?
chrisre 28.11.2012
4. Erinnert an den Film
"23-nichts ist so wie es scheint". Da haben die ja auch Daten von einer stillgelegten Atomkraftwerksfestplatte geklaut. Und behaupten dann vor der Presse (synonym zu dem Pressehype jetzt-so gerechtfertigt er natürlich ist!), Sie hätten die Brennstäbe einmal hoch und runter fahren lassen..... Natürlich hat der Hack nicht direkt was mit einer Kernkraftwerkssteuerung zu tun, aber man muss sich natürlich schon Sorgen um die Sicherheit im Allgemeinen machen, wenn in der Hand solcher Leute AKWs liegen. Was zählt ist sowieso nur Knete und nicht die Menschen..... Das wird heutzutage deutlicher (durch den Daten- und Informationsaustausch im Internet) denn je.
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