Attacke bei Hauskontrolle 21 Tote in Chinas Unruheregion Xinjiang

Es begann als Hausdurchsuchung und endete in tödlichen Ausschreitungen: Bei einem Zwischenfall in der chinesischen Region Xinjiang sind 21 Menschen getötet worden. Offizielle wollten eine Gruppe von Männern kontrollieren. Doch diese wehrten sich.


Peking - In der Provinz Xinjiang kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen muslimischen Uiguren und Chinesen. Die Vorfälle vom Mittwoch waren jedoch selbst für die Unruheregion ungewöhnlich brutal. Bei einer blutigen Auseinandersetzung in Nordwestchina sind nach amtlichen Angaben 21 Menschen getötet worden.

Bei einer Kontrolle seien kommunale Behördenvertreter in einem Haus angegriffen worden, berichtete die offizielle Website der örtlichen Regierung am Mittwoch. Die Angreifer hätten am Dienstag demnach 15 Behördenvertreter und Polizisten umgebracht. Auch sechs Angreifer seien getötet und acht verhaftet worden. Die Identität der Täter und Opfer war zunächst unklar.

Laut der Nachrichtenagentur AP hatten drei Behördenvertreter eine Gruppe von Verdächtigen in dem Haus gemeldet. Als die Offiziellen das Gebäude betraten, wurden sie mit Messern angegriffen und getötet. Die alarmierten Sicherheitskräfte wurden ebenfalls attackiert und verletzt. Als später schwer bewaffnete Einheiten eintrafen, waren bereits zahlreiche Männer auf beiden Seiten tot - das Gebäude stand in Flammen.

Die Uiguren in der Region wehren sich seit langem gegen Repressalien aus Peking. Immer öfter kommt es bei den Protesten zu gewaltsamen Zwischenfällen.

jok/AP



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phaeno 24.04.2013
1. Manipulative Ausdrucksweise
Ist ja interessant: Wenn in China Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und muslimischen Radikalen ausbrechen, liegt es daran, dass sich die Angreifer "gegen Repressalien aus Peking" wehren. Ich bestreite vehement, dass Sie ähnlich über Auseinandersetzungen zwischen Salafisten und deutscher Polizei berichten würden. Bei Gewalttätigkeiten von solchem Ausmaß erscheint mir eine politisch gefärbte Berichterstattung doch schon sehr unsensibel den Opfern beider Seiten gegenüber.
gott777 24.04.2013
2. Bitte dranbleiben...
Bitte an der Story dranbleiben, würde mich interessieren, was das für Verdächtige waren, Al Kaida? Muslimische Terroristen? Drogenbande? Wäre das in einem anderen Land der Welt passiert, würde sowas schon längst in den "offiziellen" Nachrichten im TV/Web gekommen. Schade, dass für viele China noch immer so weit weg ist, dabei sind die bald in vielerlei Hinsicht näher als Amerika, von denen man so ziemlich alles erfährt. In der chinesischen Presse steht genug darüber, die Übersetzung ist halt schwieriger, als von Englisch her zu übersetzen ;-)
DonCarlos 24.04.2013
3. Woher kommt Ihr Wissen?
Zitat von phaenoIst ja interessant: Wenn in China Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und muslimischen Radikalen ausbrechen, liegt es daran, dass sich die Angreifer "gegen Repressalien aus Peking" wehren. Ich bestreite vehement, dass Sie ähnlich über Auseinandersetzungen zwischen Salafisten und deutscher Polizei berichten würden. Bei Gewalttätigkeiten von solchem Ausmaß erscheint mir eine politisch gefärbte Berichterstattung doch schon sehr unsensibel den Opfern beider Seiten gegenüber.
Es ist doch schon interessant, was manche Foristen wissen. Woher wollen Sie bitte wissen, dass es sich um muslimische Radikale gehandelt hat? Vielleicht hat sich der Streit entzündet, weil ein Uigure mit einem Auto ohne Umweltplakete nach Peking gefahren ist. Dass es sich in diesem Fall wieder um "Repressalien aus Peking" handelt wird nicht geschrieben sondern es wird nur allgemein erwähnt, um das vorhandenen Konfliktpotential darzustellen. Das liegt ganz einfach daran, dass sich hier in Deutschland Journalisten selbst ein Bild machen dürfen und frei beide Seiten befragen können. Den obigen Bericht selbst halte ich für ziemlich neutral. So befangen kann den Bericht wohl nur ein Repressor aus Peking lesen.
KingTut 24.04.2013
4. hm
Zitat von phaenoIst ja interessant: Wenn in China Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und muslimischen Radikalen ausbrechen, liegt es daran, dass sich die Angreifer "gegen Repressalien aus Peking" wehren. Ich bestreite vehement, dass Sie ähnlich über Auseinandersetzungen zwischen Salafisten und deutscher Polizei berichten würden. Bei Gewalttätigkeiten von solchem Ausmaß erscheint mir eine politisch gefärbte Berichterstattung doch schon sehr unsensibel den Opfern beider Seiten gegenüber.
Ich kann keine manipulative Ausdrucksweise in dem Artikel erkennen. Es ist ja eine historische Tatsache, dass die VR China sich dieses Gebiet 1949 einverleibt hat und damit werden die Einheimischen wahrscheinlich ebenso wenig einverstanden sein, wie die Tibeter. Dass die chinesische Führung nicht zimperlich mit solchen Menschen umspringt ist ja hinreichend bekannt. Welche Ursache die im Artikel beschriebenen Vorfälle hatten, ist nicht erkennbar, aber vielleicht wird ja noch Info nachgeliefert. SPON bleibt bitte am Ball. Was das ganze mit den Salafisten in Deutschland zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht. Die sind bei uns zu Gast und benehmen sich hin und wieder daneben, aber nicht weil sie von staatlicher Seite aus gegängelt würden, sondern weil sie religiöse Fanatiker sind.
phaeno 24.04.2013
5. Historische Tatsachen?
Zitat von KingTutIch kann keine manipulative Ausdrucksweise in dem Artikel erkennen. Es ist ja eine historische Tatsache, dass die VR China sich dieses Gebiet 1949 einverleibt hat und damit werden die Einheimischen wahrscheinlich ebenso wenig einverstanden sein, wie die Tibeter. Dass die chinesische Führung nicht zimperlich mit solchen Menschen umspringt ist ja hinreichend bekannt. Welche Ursache die im Artikel beschriebenen Vorfälle hatten, ist nicht erkennbar, aber vielleicht wird ja noch Info nachgeliefert. SPON bleibt bitte am Ball. Was das ganze mit den Salafisten in Deutschland zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht. Die sind bei uns zu Gast und benehmen sich hin und wieder daneben, aber nicht weil sie von staatlicher Seite aus gegängelt würden, sondern weil sie religiöse Fanatiker sind.
Erlauben Sie, dass ich die "historischen Tatsachen" etwas differenzierter sehe. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass die Vertreter der Regionen in China grundsätzlich mit im Parlament und im Falle der Uiguren auch im ZK der Partei sitzen. Übrigens war das auch mit den Tibetern so, der Dalai Lama ist nur ausgestiegen, weil die chinesische Regierung die Leibeigenschaft untersagt hat. Das minimierte den Reichtum der Klöster. Zu meiner Feststellung des Manipulativen führte mich die Art der Beurteilung ohne genaue Informationen. Hier wurden zwei "Offizielle" (vermutlich also Polizisten uigurischer Ethnie, wie das in dieser Region so üblich ist) ermordet, weil sie bei verdächtigen Personen eine Kontrolle durchführen wollten. Das auf "Repressionen aus Peking" zurückzuführen, scheint mir freundlich gesagt, manipulativ. Der Vergleich mit den Salafisten in Deutschland lag mir nahe, weil hier niemand auf die Idee gekommen wäre, Messerstechereien in irgendeiner Form zu entschuldigen. Wenn Ihrer Auffassung nach dieser Vergleich hinkt, ist das eben so, liegt dann an mir. Ich halte ihn weiterhin für trefflich.
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