Attackierte Reporter: Vier italienische Journalisten in Syrien verschleppt

Banges Warten auf Nachricht von den Geiseln: Im Norden Syriens sind offenbar vier italienische Reporter entführt worden. Das Außenministerium in Rom hat einen Krisenstab eingesetzt.

Hamburg/Rom/Damaskus - Ein Angriff auf vier Reporter erschüttert Italien: Die italienischen Journalisten seien im Norden Syriens verschleppt worden, meldete am Freitag die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Das Außenministerium in Rom setzte einen Krisenstab ein. Die Sicherheit der Entführten habe "höchste Priorität", zitierte Ansa das Ministerium.

Das Ministerium bestätigte derweil, dass "einige" Italiener entführt worden seien, nannte aber keine weiteren Details. Wie die Zeitung "La Repubblica" berichtet, handele es sich bei den verschleppten Journalisten um einen Reporter des Fernsehsenders Rai sowie um drei freie Journalisten, darunter eine italienisch-syrische Kollegin. "Wir verfolgen den Fall mit großem Bangen", erklärte dem Bericht zufolge ein Sprecher vom Verband der italienischen Presse (Federazione Nazionale della Stampa Italiana, FNSI).

Bereits Mitte Dezember war ein Italiener zusammen mit zwei Russen in Syrien entführt worden. Die drei Männer kamen Anfang Februar wieder frei. In Syrien kämpfen seit gut zwei Jahren Aufständische gegen die Regierung in Damaskus. Entführungen kommen in dem Bürgerkriegsland seither immer häufiger vor.

In der vergangenen Woche war der ARD-Korrespondent Jörg Armbruster im nordsyrischen Aleppo von mehreren Kugeln getroffen worden. Derzeit wird der 65 Jahre alte Journalist in einem Stuttgarter Krankenhaus medizinisch versorgt. Am Mittwoch meldete sich Armbruster zu Wort und erklärte, er wolle nach seiner Genesung das Filmprojekt im Nahen Osten gerne zu Ende führen.

Die Leiden der syrischen Zivilbevölkerung werden derweil immer größer. Mehr Menschen denn je können in dem krisengebeutelten Land nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) nur noch durch internationale Hilfslieferungen überleben.

bos/AFP/Reuters

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