Vor dem Amtssitz des neuen italienischen Ministerpräsidenten Enrico Letta sind am Sonntag mehrere Schüsse gefallen. Das berichtete der öffentlich-rechtliche Fernsehsender RAI. Es habe Verletzte gegeben. Eine Augenzeugin habe von mindestens acht Schüssen gesprochen. Zwei Polizisten seien verletzt worden. Einer der beiden Beamten sei von einer Kugel in den Nacken getroffen worden, sagte ein Polizeisprecher. Sein Zustand soll ernst, aber nicht lebensbedrohlich sein. Auch eine Passantin - schwanger, mit Mann und Kind auf dem Platz - wurde durch einen Streifschuss leicht verletzt. Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus.
Bei dem Attentäter soll es sich um Luigi Preiti handeln. Er stammt aus Kalabrien und wohnt im Piemont. Nach Berichten einiger Zeitungen ist er bereits in der Vergangenheit mit "mentalen Problemen" auffällig geworden, soll jedoch nicht vorbestraft sein.
Wie der "Corriere della sera" berichtet, hat sich Preiti in Anzug und Krawatte gekleidet gegen 11.30 Uhr auf dem Platz vor dem Amtssitz des Ministerpräsidenten im Zentrum Roms den Polizisten genähert und geschrien: "Schießt auf mich, schießt auf mich". Dann soll er eine Pistole gezogen und auf die Beamten geschossen haben. Anschließend habe er versucht zu fliehen, sei aber überwältigt und dabei leicht verletzt worden.
Die Tat ereignete sich während Letta im knapp einen Kilometer entfernten Präsidentenpalast seinen Amtseid ablegte. Der 46-jährige Sozialdemokrat führt eine große Koalition aus seiner Demokratischen Partei (PD) und der rechten Partei Volk der Freiheit (PdL) von Silvio Berlusconi an.
Im Anschluss sollten alle 21 Minister, darunter sieben Frauen, im Quirinalspalast den Amtseid leisten. Die Regierung, die nach einem monatelangen Patt gebildet worden war, wird auch von der Allianz des scheidenden Ministerpräsidenten Mario Monti getragen.
mik/Reuters
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