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Attentat in Israel: Jüdischer Aktivist in Jerusalem niedergeschossen

Tatort: Der jüdische Aktivist Yehuda Glick wurde in Jerusalem niedergeschossen Zur Großansicht
AFP

Tatort: Der jüdische Aktivist Yehuda Glick wurde in Jerusalem niedergeschossen

Ein prominenter jüdischer Aktivist ist in Jerusalem auf offener Straße niedergeschossen worden. Der Täter flüchtete auf einem Motorrad - und wurde später von Sicherheitskräften getötet. Die Polizei rechnet mit Racheakten israelischer Siedler.

Tel Aviv - Ein Motorradfahrer hat in Jerusalem einen bekannten jüdischen Aktivisten niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt. Augenzeugen und Krankenhausvertretern zufolge handelte es sich bei dem Opfer um Yehuda Glick. Der 48-Jährige steht einer Organisation vor, die Juden bestärkt, zum Tempelberg im Osten der Stadt zu pilgern.

Dort, wo der islamische Felsendom steht, wollen Glick und seine Mitstreiter wieder einen jüdischen Tempel errichten. Schon vor Jahren haben sie unweit des Tempelbergs einen riesigen goldenen Tempelleuchter aufgestellt.

Glick sei im Hals, der Brust, im Bauch und an der Hand getroffen worden, heißt es aus dem Krankenhaus. Den Ärzten sei es gelungen, ihn zu stabilisieren, sein Zustand sei aber kritisch.

Die Polizei bereitet sich schon auf mögliche Racheakte radikaler jüdischer Siedler vor. Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat rief die Israelis auf, keine Selbstjustiz auszuüben. Der Chef der extrem rechten Siedlerpartei, Wirtschaftsminister Naftali Bennett, sagte, mit den Schüssen sei "eine rote Linie aus Blut" überschritten worden. Für Donnerstag haben rechtsorientierte jüdische Aktivisten zu einem Marsch zum Tempelberg-Gelände aufgerufen.

Der Likud-Abgeordnete Mosche Feiglin behauptete in einem Rundfunkinterview, ein Mann mit arabischem Akzent habe nach einer Vortragsveranstaltung mit Glick einige Worte gewechselt. Anschließend habe er auf ihn geschossen und sei mit einem Motorrad geflüchtet. Laut Polizeisprecher Micky Rosenfeld wurde der Mann später bei einem Schusswechsel in einem Haus im Stadtteil Abu Tor getötet.

Seit Wochen kommt es in Israel immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften. "Die Wunden des verheerenden Gazakonflikts beginnen gerade erst zu heilen. Beide Seiten können sich einseitige Aktionen, die nur wieder die Spannungen verschärfen, nicht leisten", hatte Uno-Außenpolitikchef Jeffrey Feltman erst am Mittwoch auf einer Dringlichkeitssitzung des Uno-Sicherheitsrates in New York gesagt. Anfang der Woche hatte Israel den Bau 1000 weiterer Wohnungen in Ostjerusalem und zwölf neuer Straßen angekündigt.

vet/dpa

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Reuven Rivlin

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