Nach Attentat in Straßburg Zahl der Opfer steigt auf vier

Ein weiterer Mensch ist nach dem tödlichen Angriff auf dem Weihnachtsmarkt in Straßburg an seinen Verletzungen gestorben. Derweil fahnden die Ermittler nach möglichen Komplizen des mutmaßlichen Attentäters.

Tatort am Weihnachtsmarkt im Straßburger Stadtviertel Neudorf
AFP

Tatort am Weihnachtsmarkt im Straßburger Stadtviertel Neudorf


Nach dem Anschlag auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt ist die Zahl der Opfer auf vier gestiegen. Laut französischer Staatsanwaltschaft sei ein weiterer Mensch an den Folgen seiner Verletzungen gestorben.

Bei dem vierten Opfer handelt es sich laut Italiens Premierminister Giuseppe Conte um einen 29-jährigen italienischen Journalisten. In einem Tweet drückt er seine "tiefe Trauer" über den Tod des Mannes aus.

Zwei Menschen, unter ihnen ein thailändischer Tourist, waren bei dem Anschlag sofort getötet, ein Dritter danach für hirntot erklärt worden. Ein weiteres Opfer starb am Donnerstag.

Der 29-jährige Chérif Chekatt hatte mutmaßlich am Dienstagabend in der Straßburger Innenstadt in der Nähe des Weihnachtsmarktes das Feuer eröffnet. Zwei Tage lang war er auf der Flucht, am Donnerstagabend erschossen ihn Spezialeinheiten der Polizei (lesen Sie hier eine Chronologie des Zugriffs).

Polizei fahndet nach Komplizen

Die Ermittler fahnden nach möglichen Komplizen. "Die Untersuchung wird nun fortgesetzt, um potenzielle Komplizen und Mittäter zu identifizieren, die ihn zu der Tat ermutigt oder bei den Vorbereitungen geholfen haben könnten", sagte der Pariser Antiterrorstaatsanwalt Rémy Heitz.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamiert den Terroranschlag für sich. Der Angreifer sei ein Soldat des "Islamischen Staats" gewesen, meldete das IS-Sprachrohr Amak. Die Echtheit der Nachricht ließ sich zunächst nicht überprüfen, sie wurde aber über die üblichen Kanäle des IS verbreitet. Deshalb reagierten die Behörden mit Skepsis auf die Erklärung.

Drei Tage nach dem Anschlag traf Frankreichs Präsident Macron in Straßburg ein. TV-Bilder zeigten den 40-Jährigen am Freitagabend auf dem Place Kléber im Herzen der Stadt, wo er den Sicherheitskräften für ihren Einsatz dankte.

In der Elsass-Metropole und an den Grenzen kehrte wieder etwas Normalität ein: Am Freitag eröffnete unter starken Sicherheitsvorkehrungen der traditionelle Weihnachtsmarkt wieder. Er wird jedes Jahr von zwei Millionen Menschen besucht. Innenminister Christophe Castaner hat angekündigt, weitere 1800 Soldaten zum Schutz der Weihnachtsmärkte im ganzen Land einzusetzen.

mst/Reuters/AFP/dpa



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