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Attija Abd al-Rahman: USA melden Tod von al-Qaidas Nummer zwei

Al-Qaida hat offenbar einen weiteren wichtigen Führer verloren. Nach dem Tod des Anführers Osama Bin Laden kam laut Agenturberichten nun die Nummer zwei, Attija Abd al-Rahman, ums Leben.

Qaida-Funktionär Attija Abd al-Rahman: Nummer zwei der Terrorgruppe Zur Großansicht

Qaida-Funktionär Attija Abd al-Rahman: Nummer zwei der Terrorgruppe

Hamburg - Es wäre ein weiterer schwerer Schlag für das Terrornetzwerk - und ein neuer Erfolg für die USA: Al-Qaidas Nummer zwei, Attija Abd al-Rahman, ist offenbar in Pakistan ums Leben gekommen. Das berichten die Nachrichtenagenturen AP und Reuters unter Berufung auf ein anonymes ranghohes Mitglied der US-Regierung. Al-Qaida hat al-Rahmans Tod bislang nicht bestätigt.

Der Libyer sei bereits am Montag in der Stammesregion Waziristan ums Leben gekommen, diese liegt im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan. Details zu seinem Tod nannte er nicht. Am selben Tag war allerdings ein Drohnenangriff des US-Geheimdienstes CIA in Waziristan gemeldet worden. Schon zuvor hatte die US-Regierung Terroristen bei Drohnenangriffen getötet.

Die USA dürften den Tod von al-Qaidas Nummer zwei als wichtigen Schritt im Kampf gegen den Terror deklarieren. Verteidigungsminister Leon Panetta hatte im Juli erklärt, der Sieg gegen al-Qaida sei in Reichweite, falls die USA weitere erfolgreiche Angriffe gegen die Führungsriege des Terrornetzwerks verbuchen könnten.

Al-Rahman war einer der wichtigsten Männer bei al-Qaida. Nachdem eine US-Spezialeinheit Osama Bin Laden im Mai getötet hatte, war der Sprengstoffexperte zur Nummer zwei des Terrornetzwerks aufgerückt. Hinweise über seinen Aufenthaltsort waren der US-Regierung bis zu eine Million Dollar wert.

Eine Art dschihadistischer Intellektueller

"Er ist vermutlich der einzige Mann, den zu verlieren al-Qaida sich nicht leisten kann", sagt Noman Benotman, ein Ex-Dschihadist, der seit Jahren beim Londoner Think-Tank Quilliam Foundation arbeitet und Al-Rahman mehr als zehn Jahre persönlich kannte, SPIEGEL ONLINE. Sein Tod wäre ein "schwerer, schwerer Schlag" für al-Qaida.

Al-Rahman habe die zentrale Rolle innerhalb al-Qaidas gehabt, wenn es darum ging, Streit zu schlichten und das Netzwerk zusammenzuhalten, sagt Benotman. Außerdem sei er "in den vergangenen zwei Jahren als Manager al-Qaidas wichtiger gewesen als Aiman al-Sawahiri". Dieser ist seit Bin Ladens Tod Qaida-Chef.

Laut Reuters haben Daten und Aufzeichnungen, die US-Ermittler in Bin Ladens Versteck fanden, gezeigt, dass al-Rahman in der Vergangenheit tief in Qaida-Operationen involviert gewesen sei und dass er mehrere Verantwortlichkeiten in der Organisation hatte. Möglich, dass die Ermittler in dem Datenschatz auch den entscheidenden Hinweis fanden, wo sich al-Rahman aufhielt.

Al-Rahman war vermutlich Ende 30 und wurde als enger Vertrauter Bin Ladens einst als Abgesandter des Terrorführers in den Iran geschickt. Er hatte sich dem Qaida-Chef in Afghanistan bereits als Jugendlicher im Kampf gegen die Sowjetunion angeschlossen und versuchte laut "Washington Post" unter anderem, für das Terrornetzwerk Verbündete in Algerien zu finden. Im September 2006 schloss sich eine salafistische algerische Gruppe al-Qaida an. Gelegentlich tauchte der Libyer in Propagandavideos von al-Qaida auf, wo er sich als strategischer Denker präsentierte und seine religiöse Bildung betonte. Er galt als eine Art dschihadistischer Intellektueller - vielleicht aufgrund dieser Auftritte.

ssu/yas/AP/Reuters

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insgesamt 77 Beiträge
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1. Man wartet
widder58 27.08.2011
Zitat von sysopAl-Qaida hat offenbar einen weiteren wichtigen Führer verloren. Nach dem Tod des Anführers Osama Bin Laden kam laut Agenturberichten nun die Nummer zwei, Atiyah Abd al-Rahman, ums Leben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,782906,00.html
Man wartet immernoch auf die Beweise das die Nummer 1 ums Leben kam. Bis heute wurde kein beleg dafür geliefert. Im gegenteil hat man sich zumindest eines Teiles der Zeugen entledigt. "Laut Agenturberichten" klingt heute ebenso schal wie "nach Angaben der Opposition". Diese Politik hat ihre Glaubwürdigkeit radikal eingebüßt.
2.
grobjo 27.08.2011
Zitat von widder58Man wartet immernoch auf die Beweise das die Nummer 1 ums Leben kam. Bis heute wurde kein beleg dafür geliefert. Im gegenteil hat man sich zumindest eines Teiles der Zeugen entledigt. "Laut Agenturberichten" klingt heute ebenso schal wie "nach Angaben der Opposition". Diese Politik hat ihre Glaubwürdigkeit radikal eingebüßt.
Das al-Qaida den Tod von Bin Laden längst bestätigt hat ist Ihnen anscheinend entgangen ??
3. Ich finde es gut, wenn man möglichst gezielt
opar 27.08.2011
auf die Führungsfiguren losgeht, anstatt sich damit zufriedenzugeben, die kleinen Leute, auch wenn sie bei den taliban mitmachen, reihenweise zu metzeln. Es sind nämlich die Großen, die an dem ganzen Elend Schuld sind, nur ganz ganz selten die kleinen Leute. Die sind meistens in der Situation gefangen und würden fast alle lieber ein normales friedliches Leben führen anstatt zu morden oder gemordet zu werden. Ich habe deshalb auch gar kein Verständnis, wenn in der Vergangenheit immer gesagt wurde, Nein, wir wollen den Präsidenten von xyz nicht umbringen. Aber hunderte oder tausende seiner Soldaten, das ist besser? Sind das keine Menschen? Ich sage: lieber den Präsidenten und seine Buddies als die einfachen Soldaten.
4. kkk
taiga, 27.08.2011
Zitat von sysopAl-Qaida hat offenbar einen weiteren wichtigen Führer verloren. Nach dem Tod des Anführers Osama Bin Laden kam laut Agenturberichten nun die Nummer zwei, Atiyah Abd al-Rahman, ums Leben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,782906,00.html
Eine der zur Zeit wenigen positiven Nachrichten aus den Vereinigten Staaten. Weiterhin viel Erfolg.
5. .
Zavi85 27.08.2011
Na das ist doch mal eine gute Nachricht. Eine Schlange ohne Kopf kann niemanden mehr beissen.
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