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Aufstand gegen Assad: Deserteure töten syrische Soldaten

Der Widerstand gegen das Assad-Regime wird radikaler: Deserteure haben laut Nachrichtenagentur Reuters 27 Soldaten getötet. Die Staatsmacht hat nach Angabe von Human Rights Watch einen Schießbefehl erteilt. Die Militärs haben damit offiziell freie Hand, brutal gegen Demonstranten vorzugehen.

Syrien: Armee und Widerständler liefern sich Gefechte Fotos
AP/ Ugarit News

Damaskus - Seit mehr als neun Monaten schwelt der Konflikt in Syrien, mittlerweile zählen zu den Gegnern von Präsident Baschar al-Assad nicht nur Demonstranten, sondern auch Bewaffnete. Jetzt haben übergelaufene ehemalige Kämpfer der syrischen Streitkräfte bei Gefechten in der Provinz Daraa am Donnerstag 27 Soldaten getötet. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf das Syrian Observatory for Human Rights.

Laut der in London beheimateten Menschenrechtsgruppe nahmen die Deserteure ihre Gegner bei Tageslicht an zwei Orten innerhalb der Stadt Daraa sowie an einem 25 Kilometer entfernten Kontrollpunkt unter Feuer.

Die Nachrichtenagentur AP berichtet dagegen von acht getöteten Soldaten. Die Angaben lassen sich kaum überprüfen, da Syrien ausländische Journalisten des Landes verwiesen hat.

Mit der Attacke sollte offenbar Rache für einen Angriff der Regierungstruppen auf ein Zivilfahrzeug am Mittwoch geübt werden. Dabei wurden in dem Dorf Khattab fünf Menschen getötet, berichtet Syrian Observatory for Human Rights. Das Fahrzeug sei nach dem Beschuss "in einem Feuerball explodiert", so Rami Abdul-Rahman, der der Gruppe vorsteht.

Beobachter berichten von Schießbefehl gegen Demonstranten

In den seit März andauernden Protesten gegen die Herrschaft von Präsident Assad greifen Regierungsgegner vermehrt zu den Waffen. Aus Protest gegen das harte Vorgehen gegen Zivilisten haben viele Soldaten den Dienst quittiert und sich dem Aufstand angeschlossen.

Nach Uno-Schätzungen sind bei den Unruhen bislang mindestens 5000 Menschen getötet worden. Präsident Assad hat "Fehler" eingeräumt, behauptet aber, die meisten Toten seien auf Seiten seiner Streitkräfte zu beklagen, sie seien die Opfer "bewaffneter Terroristen".

Dagegen berichtet die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch von Anweisungen der Regierung an das Militär, die Aufständischen "mit allen nötigen Mitteln" zurückzudrängen. Laut dem Report habe dies einen klaren Schießbefehl eingeschlossen. Die Menschenrechtler berufen sich auf Dutzende Interviews mit desertierten Soldaten und früheren Angehörigen der Geheimdienste.

Ein Scharfschütze in der Protesthochburg Homs sagte aus, er hätte eine Quote erhalten, wie viele Menschen bei Protesten sterben sollten. "Bei 5000 Demonstranten war die Vorgabe beispielsweise 15 bis 20 Menschen." Ein Mitglied einer Spezialeinheit zitierte aus den Anweisungen für seine Brigade: "Benutzen Sie so viele Kugeln, wie Sie wollen."

Es ist das erste Mal, dass offiziell von einem Schießbefehl die Rede ist - er bedeutet, dass Assads Schergen nun offenbar freie Hand haben, brutal gegen Aufständische vorzugehen.

"Überläufer haben uns konkret die Namen, Position und Ränge der Personen genannt, die die Befehle gegeben haben. Diese sind teils in höchsten politischen Kreisen beheimatet", sagt Anna Neistat von Human Rights Watch. 74 Kommandeure und andere Offizielle seien in dem Report namentlich erwähnt.

jok/heb/Reuters/AP

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1. Entfesselter Sturm
lichtwort.de 15.12.2011
Zitat von sysopDas syrische Regime hat laut Human Rights Watch einen Schießbefehl erteilt - die Militärs haben nun auch offiziell freie Hand, brutal gegen Demonstranten vorzugehen. Doch der*Widerstand wird ebenfalls radikaler: Deserteure haben laut Nachrichtenagentur Reuters 27 Soldaten getötet. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,803838,00.html
Schade, dass es nicht bei den friedlichen Protesten wie in Ägypten bleibt. Aber wenn ein Sturm es entfesselt ist, lässt er sich von den Menschen nicht mehr zurückdrängen. Assad sollte seine Sachen packen und gehen, warum will er unbedingt als Tyrann in die Geschichte eingehen, wenn ihm zu Beginn so viel an dem Bild eines aufgeschlossenen jungen Mannes gelegen hat?
2.
munkelt 15.12.2011
Zitat von sysopDas syrische Regime hat laut Human Rights Watch einen Schießbefehl erteilt - die Militärs haben nun auch offiziell freie Hand, brutal gegen Demonstranten vorzugehen. Doch der*Widerstand wird ebenfalls radikaler: Deserteure haben laut Nachrichtenagentur Reuters 27 Soldaten getötet. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,803838,00.html
Nun ist er wohl da, der Bürgerkrieg in Syrien.
3. Keine guten Nachrichten!
Spiegelleser2.0 15.12.2011
Das Schlimme ist, wie immer es ausgeht und wie lange es dauern wird. Am Ende werden die Soldaten die Unschuldieg töten frei gesprochen, die Oberen werden Schuld an andere weiter geben. Zahlen wird nur der kleine Bürger, mit seinem Leben! Wir werden in den kommenden Tagen/Wochen keine guten Nachrichten aus Syrien erwarten können. Die Schuldigen, die den Befehl geben und die ihn ausführen werden am Ende noch als freie Männer weitermachen ... das kennen wir in Deutschland!
4.
fisschfreund 15.12.2011
Zitat von lichtwort.deSchade, dass es nicht bei den friedlichen Protesten wie in Ägypten bleibt. Aber wenn ein Sturm es entfesselt ist, lässt er sich von den Menschen nicht mehr zurückdrängen. Assad sollte seine Sachen packen und gehen, warum will er unbedingt als Tyrann in die Geschichte eingehen, wenn ihm zu Beginn so viel an dem Bild eines aufgeschlossenen jungen Mannes gelegen hat?
Warum sollte er gehen, wenn er doch in den Russen und Chinesen mächtige Freunde hat? Solange das so ist, wird sich niemand dort einmischen. Alle Gangster dieser Erde halten nunmal zusammen...
5. Lügen und Wahrheiten über Syrien
lono 15.12.2011
Zitat von lichtwort.deSchade, dass es nicht bei den friedlichen Protesten wie in Ägypten bleibt. Aber wenn ein Sturm es entfesselt ist, lässt er sich von den Menschen nicht mehr zurückdrängen. Assad sollte seine Sachen packen und gehen, warum will er unbedingt als Tyrann in die Geschichte eingehen, wenn ihm zu Beginn so viel an dem Bild eines aufgeschlossenen jungen Mannes gelegen hat?
Damit die Leser mehr Informationen über die Wahrheit in Syrien wissen, kann man die Artikels über Syrien in neutralen Webseiten (Voltaire Netzwerk (http://www.voltairenet.org/de)) und (GlobalResearch.ca - Centre for Research on Globalization (http://www.globalresearch.ca)) lesen.
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Karte

Fläche: 185.180 km²

Bevölkerung: 22,265 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Imad Khamis

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