Aufstand gegen Präsident Salih: Blutige Gefechte im Jemen

Im Jemen eskaliert die Gewalt: In Sanaa haben sich Oppositionelle heftige Auseinandersetzungen mit den Truppen von Präsident Salih geliefert. Schwere Explosionen erschütterten die Hauptstadt. Am Wochenende kamen zahlreiche Menschen bei Protesten ums Leben.

Anti-Regierungs-Demonstranten in Sanaa: Mindestens 17 Tote am Wochenende Zur Großansicht
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Anti-Regierungs-Demonstranten in Sanaa: Mindestens 17 Tote am Wochenende

Sanaa - In der Nacht ist es in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa zu heftigen Gefechten zwischen Kräften des Regimes von Präsident Ali Abdullah Salih und Oppositionellen gekommen. Raketen, Mörser, und Maschinengewehre wurden eingesetzt. Die Kämpfe brachen kurz nach Mitternacht aus und erreichten etwa drei Stunden später ihren vorläufigen Höhepunkt. Weite Teile Sanaas wurden von lauten Explosionen erschüttert. Berichte über Todesopfer lagen zunächst nicht vor.

Ein blutiges Wochenende liegt hinter dem Land: Sicherheitskräfte hatten bei Protesten gegen Salih mindestens 17 Demonstranten getötet. Im ganzen Land hatten Hunderttausende Menschen den Rücktritt des Präsidenten gefordert. Augenzeugen berichteten, Heckenschützen hätten von Dächern aus auf eine Kundgebung mit tausenden Menschen in Sanaa gefeuert. Den Berichten zufolge kam es auch zu Gefechten zwischen der Republikanischen Garde, die Salih stützt, und Einheiten von General Ali Mohsen al-Ahmar, der sich schon vor Monaten der Protestbewegung anschloss.

Regierungstruppen gingen auch in der Stadt Tais im Süden des Landes gegen Demonstranten vor. Dabei wurden den Angaben zufolge eine Frau getötet und sieben weitere Menschen verletzt. Im Jemen kommt es seit neun Monaten zu Massenprotesten gegen den seit 33 Jahren regierenden Salih. Bei der blutigen Niederschlagung der Proteste wurden nach Angaben der jemenitischen Opposition seither mehr als 860 Menschen getötet.

Vor einer Woche hatte Präsident Salih seinen Rückzug angekündigt. Er werde die Macht in den nächsten Tagen abgeben, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters Salih. Bislang ist der Präsident seinem Versprechen nicht nachgekommen.

In der Arabischen Liga hat sich die jemenitische Regierung gegen eine Suspendierung Syriens gewandt. Der Außenminister des Landes stimmte dagegen, die Mitgliedschaft Syriens in der Arabischen Liga wegen des brutalen Vorgehens des Regimes von Präsident Baschar al-Assad gegen Oppositionelle einzufrieren. Neben Jemen lehnte auch Algerien, Libanon und Sudan ein hartes Vorgehen gegen Syrien ab.

anr/dapd/dpa/AFP

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1. Rauhe Sitten
tz88ww 17.10.2011
Die schenken sich nichts, die Jungs. http://www.liveleak.com/view?i=f54_1318772665 Einen schönen Tag noch.
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Fläche: 536.869 km²

Bevölkerung: 24,053 Mio.

Hauptstadt: Sanaa

Staatsoberhaupt:
Abd Rabbuh Mansur al-Hadi

Regierungschef: Mohammed Basindawa (zurückgetreten); Khaled Bahah (nominiert)

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