Aufstand in Papua-Neuguinea: Meuternde Soldaten stürzen Militärchef

Der Machtkampf an der Spitze der Regierung in Papua-Neuguinea ist eskaliert: Ein pensionierter Oberst übernahm das Kommando über die Streitkräfte. Er fordert die Wiedereinsetzung des gestürzten Regierungschefs Michael Somare, der die Meuterei angezettelt hat.

Der entlassene Regierungschef Somare Zur Großansicht
AP

Der entlassene Regierungschef Somare

Port Moresby - Australien schaut mit Sorge auf den benachbarten Inselstaat Papua-Neuguinea, dort meutert das Militär. Der ehemalige Oberst Yaura Sasa hat nach eigenen Angaben die Macht über die Streitkräfte des Inselstaats übernommen. Er stellte den bisherigen Militärchef unter Hausarrest.

Sasa forderte auf einer Pressekonferenz die Wiedereinsetzung des entlassenen Regierungschefs Michael Somare. Binnen sieben Tagen müsse das Parlament Somare wieder zum Ministerpräsidenten machen. Der Oberst bezeichnete sich selbst als neuen Militärkommandeur. Das berichtet die australische Nachrichtenagentur Associated Press.

Im Interesse des Ex-Regierungschefs

"Meine Aufgabe ist es, die Integrität und den Respekt der Verfassung und der Judikative wiederherzustellen", sagte Sasa. Sollte sein Aufruf nicht befolgt werden, könnte er gezwungen sein, "notwendige Schritte" zu unternehmen, die er aber nicht näher erläuterte.

Eine Sprecherin von Ex-Regierungschef Somares bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, dass Sasa in dessen Interesse handele. Somare und sein Kabinett hätten den "neuen Chef der Streitkräfte" eingesetzt. Somares Tochter Bertha sagte einem Bericht der Zeitung "The Australian" zufolge, dass der Oberst die Meuterei angezettelt habe, damit ihr Vater wieder an die Macht komme.

Australien bestätigt Sturz des Militärchefs

Der 75-jährige Somare war während eines mehrmonatigen krankheitsbedingten Auslandsaufenthalts im vergangenen Jahr für abgesetzt erklärt worden. Das Parlament wählte daraufhin den 46-jährigen Peter O'Neill zu seinem Nachfolger. Nach Somares Rückkehr bestätigte der Oberste Gerichtshof des Pazifikstaates Somare als rechtmäßigen Ministerpräsidenten. Der Generalgouverneur, Stellvertreter des offiziellen Staatsoberhaupts Queen Elizabeth II., widerrief jedoch die Entscheidung.

Das australische Außenministerium bestätigte in einer Erklärung den Sturz des Militärchefs, es sprach von "Problemen" in den Kasernen in Port Moresby. Das Ministerium rief zu einer raschen Klärung der Lage auf. Der papua-neuguineische Ministerpräsident Peter O'Neill habe der früheren Kolonialmacht Australien versichert, dass man sich um eine Lösung bemühe. Etwa die Hälfte der 30 an der Meuterei beteiligten Soldaten sei unter Arrest, teilte der stellvertretende Premierminister Belden Namah mit.

heb/AFP/dapd/dpa

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