Aufstand gegen Assad: Syriens Rebellen sprengen Gasleitung im Osten

Syrische Rebellen versuchen auch zum Jahresende, die Regierung zu schwächen. Die Aufständischen haben im Osten des Landes eine Gaspipeline gesprengt. Außerdem berichten Aktivisten von Angriffen der Regierungstruppen um Damaskus. Somit gibt es für eine schnelle politische Lösung kein Hoffnung.

Beirut - Die gewaltsamen Auseinandersetzungen im Bürgerkrieg in Syrien gehen auch zum Jahresende weiter. Wie staatliche Medien berichten, sollen syrische Rebellen im ölreichen Osten des Landes eine Gasleitung gesprengt haben. Die Explosion habe sich am Montag rund 30 Kilometer nördlich der Stadt Deir al-Sor ereignet, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Die Pipeline versorge Elektrizitätswerke und eine Düngemittelfabrik, wie ein Sprecher des Ölministeriums sagte.

Die Aufständischen greifen im Kampf gegen die Regierung von Präsident Baschar al Assad häufiger Öl- und Gasanlagen an, um dem Regime finanziell zu schaden.

Die jüngsten Entwicklungen machen die Hoffnungen auf eine schnelle politische Lösung zunichte. Die syrische Regierung ist nach eigenen Angaben offen für einen Dialog, um einen Ausweg aus dem anhaltenden Konflikt im Land zu finden. "Die Regierung unterstützt das Projekt zur nationalen Aussöhnung und begrüßt jede regionale oder internationale Initiative für eine Lösung der Krise durch Dialog und mit friedlichen Mitteln ohne Einmischung von außen", sagte Ministerpräsident Wael al-Halki am Montag vor dem Parlament.

Am Sonntag hatte der Syrien-Gesandte Lakhdar Brahimi erklärt, er habe einen neuen Plan für eine politische Lösung des Konflikts, der von der internationalen Gemeinschaft angenommen werden könnte. Konkrete Angaben zu dem Plan machte er nicht. Dieser basiert laut Brahimi aber auf der Genfer Übereinkunft, die Ende Juni von der Aktionsgruppe für Syrien vereinbart worden war und einen Waffenstillstand, die Bildung einer Übergangsregierung sowie einen Plan zur Abhaltung von Wahlen vorsieht.

Opposition reagiert ablehnend

Für die Regimegegner ist das keine Option, sie lehnen den Vorschlag Brahimis ab. Eine Gruppe von "Revolutionären" warf dem Gesandten vor, er sei nicht neutral. Die Aktivisten veröffentlichten am Montag auf ihrer Seite im sozialen Netzwerk Facebook mehrere Karikaturen, die den algerischen Diplomaten in unvorteilhafter Pose zeigen. Zudem warfen sie ihm vor, er benehme sich nicht wie ein internationaler Gesandter, "sondern wie ein Bote für Nachrichten von Assad an das Volk".

Der oppositionelle Syrische Nationalrat (SNC) erklärte außerdem in der Nacht zum Montag: "Aus der Sicht von Assad sind Initiativen und Dialog ein Zeichen von Schwäche und ein Beweis für seine Legitimität." Deshalb folgten auf Friedensinitiativen immer nur neue Massaker.

Am Montag sollen in Syrien sechs Menschen getötet worden sein. Die Regierungstruppen bombardierten nach Aktivistenangaben Gebiete um Damaskus und zogen Truppen um den von Rebellen gehaltenen Vorort Daraja zusammen.

Am Sonntag waren nach Informationen der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter 150 Menschen gestorben, unter ihnen 41 Angehörige der Regierungstruppen. Seit Beginn des Volksaufstands gegen das Assad-Regime vor knapp 22 Monaten sind nach Angaben der Opposition bereits mehr als 45.000 Menschen ums Leben gekommen.

rom/dapd/AFP

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Bevölkerung: 22,505 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Wail al-Halki

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