Aufstand in Syrien Russland stoppt Lieferung neuer Waffen an Assad

Russland rückt vorsichtig von Syriens Diktator Assad ab. Moskau will vorerst keine neuen Waffen mehr an das Regime liefern. Der Stopp betrifft auch Kampfflugzeuge und soll so lange gelten, bis sich die Lage beruhigt hat.

Russisches Trainingsflugzeug YJak-130: Keine Auslieferung nach Syrien
AP

Russisches Trainingsflugzeug YJak-130: Keine Auslieferung nach Syrien


Moskau - Russland scheint seinen Verbündeten Baschar al-Assad nicht mehr um jeden Preis unterstützen zu wollen: Die Regierung in Moskau will keine neuen Lieferverträge für Waffen an Syrien schließen, bis sich die Lage in dem arabischen Land wieder beruhigt hat. Das teilte die Regierung an diesem Montag in Moskau mit. Unklar ist allerdings, ob damit die bislang umfangreichen Waffenlieferungen allgemein beendet werden.

Der stellvertretende Chef der für die militärische Zusammenarbeit zuständige Behörde, Wjatscheslaw Dschirkaln äußerte laut der Nachrichtenagentur RIA auf der Luftfahrtschau im britischen Farnborough, man werde mit Syrien nicht über neue Waffengeschäfte sprechen. Konkret sollen etwa vorerst keine Flugzeuge vom Typ Jak-130 nach Syrien geliefert werden. Es wäre laut Dschirkaln verfrüht, jetzt über die Lieferung von Flugzeugen nach Syrien zu reden.

Russland fürchtet zudem, dass Assad, selbst wenn er an der Macht bleiben sollte, in Zukunft kaum noch über genügend finanzielle Mittel verfügen dürfte, um Russlands Rechnungen zu begleichen. Es ist auch nicht ganz klar, ob die noch offenen Waffenlieferungen, die bereits in den Jahren 2005 und 2006 abgeschlossen wurden, noch erfüllt werden. Äußerungen Dschirkalns deuten darauf hin, dass dies nicht der Fall ist: "Solange die Situation in Syrien instabil ist, wird es keine neuen Waffenlieferungen geben", sagte er.

In Bezug auf die bisherige Unterstützung der syrischen Armee präzisierte Dschirkaln: "Bislang haben wir bestehende Verträge erfüllt, unter anderem die Reparatur von Gerät. Bis die Situation sich stabilisiert, werden wir keine neuen Waffenlieferungen vornehmen."

Russland soll Ende vorigen Jahres mit Syrien einen Vertrag über die Lieferung von 36 bis 40 Schulungsflugzeugen des Typs Jak-130 vereinbart haben. Bislang hatte Russland das Geschäft im Wert von 550 Millionen Dollar stets verteidigt. Es gebe kein bindendes Waffenembargo gegen Syrien. Dessen Präsident Assad geht seit Anfang 2011 mit massiver Gewalt gegen einen Volksaufstand vor.

fdi/bid/dapd/Reuters



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insgesamt 57 Beiträge
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Seite 1
thueringenomsker 09.07.2012
1. Keine Abkehr!
Das ist keine Abkehr von Russland von Assad, sondern es zeigt das Bemuehen Russlands, die in Genf beschlossenen Massnahmen fuer Syrien umzusetzen! Damit endlich fuer Syrien eine friedliche Reglung gefunden wird! Und nicht ein Libyen2.0! Wenn die Verhandlungen von Annan vielleicht auch noch zu einen Erfolg fuehren, dann kann es doch noch eine Regelung fuer Syrien geben, die den Syrern viele weitere tausende von Toten erspart! Die Verhandlungen von Annan mit Assad waren ja konstruktiv und am Mittwoch will sich Annan mit den syrischen Oppositionellen treffen! Sollten auch diese Verhandlungen konstruktiv verlaufen dann gibt es wieder Hoffnung fuer das syrische Volk! Ich bin nun mal gespannt, wann auch der Westen und die restlichen "Freunde von Syrien" sich konstruktiv an den Bemuehungen von Annan beteiligen!!
ewspapst 09.07.2012
2.
Zitat von sysopAPRussland rückt vorsichtig von Syriens Diktator Assad ab. Moskau will vorerst keine neuen Waffen mehr an das Regime liefern. Der Stopp betrifft auch Kampfflugzeuge und soll so lange gelten, bis sich die Lage beruhigt hat. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,843403,00.html
Oh weh, das wird aber die "Freunde Syriens" in Zugzwang bringen, denn nun müssen sie, um ihre Menschenfreunlichkeit zu dokumentieren, ihre Waffenlieferungen an die Rebellen doch auch stoppen. Glaubt das jemand?
c59 09.07.2012
3. Egal ...
Eigentlich egal. Assad wir früher oder später das Feld räumen müssen. Dann können sich Menschen auch in Syrien mit ihrem Allah neu erfinden, um in den nächsten Jahren festzustellen, dass nichts besser, eher alles schlechter geworden ist. Mir graut schon jetzt davor, was für Gelder - Aufbauhilfen - dann dort wieder reingepumpt werden müssen, um die Leute halbwegs im Land zu halten.
pdbof 09.07.2012
4. Heheehee
Zitat von thueringenomskerDas ist keine Abkehr von Russland von Assad, sondern es zeigt das Bemuehen Russlands, die in Genf beschlossenen Massnahmen fuer Syrien umzusetzen! Damit endlich fuer Syrien eine friedliche Reglung gefunden wird! Und nicht ein Libyen2.0! Wenn die Verhandlungen von Annan vielleicht auch noch zu einen Erfolg fuehren, dann kann es doch noch eine Regelung fuer Syrien geben, die den Syrern viele weitere tausende von Toten erspart! Die Verhandlungen von Annan mit Assad waren ja konstruktiv und am Mittwoch will sich Annan mit den syrischen Oppositionellen treffen! Sollten auch diese Verhandlungen konstruktiv verlaufen dann gibt es wieder Hoffnung fuer das syrische Volk! Ich bin nun mal gespannt, wann auch der Westen und die restlichen "Freunde von Syrien" sich konstruktiv an den Bemuehungen von Annan beteiligen!!
Quatsch, die haben Angst das Assad das Zeug nicht mehr bezahlen kann, Russland musste ihm ja schon mal schulden erlassen.
metafa 09.07.2012
5.
Assad ist am Ende, das sollte jedem deutlich sein. Diese Meldung beschreibt nur einen weiteren Schritt in diese Richtung.
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