Auftragsmorde Chef von russischer Gasfirma erschossen

In Russland geht die Serie von Auftragsmorden an Prominenten weiter. Im Süden des Landes ist der Chef einer Gasfirma erschossen worden. Auf offener Straße wurde aus einer automatischen Waffe das Feuer auf ihn eröffnet.


Moskau - Alexander Samoilenko, Generaldirektor der Firma Itera-Samara, wurde gestern Abend von Unbekannten angegriffen, berichtet die Polizei. Der oder die Täter haben demnach aus automatischen Waffen geschossen, als er mit einem Fahrer, einem Leibwächter und einem Vertreter der Firmenzentrale aus Moskau mit dem Auto durch die Stadt Samara fuhr. Er starb auf dem Weg ins Krankenhaus an seinen Verletzungen. Sein Kollege aus Moskau sei mit leichten Verletzungen eingeliefert worden. Die beiden anderen Männer seien unverletzt geblieben.

Die in Samara ansässige Firma Itera-Samara gehört zum Itera-Konzern. Er war einst ein führender Gas-Händler. Große Teile des Konzerns wurden jedoch in den vergangenen fünf Jahren vom russischen Gas-Monopolisten Gazprom übernommen.

Wer hinter dem Anschlag steht, ist bisher unklar. Die Umstände der Tat deuteten auf einen Auftragsmord hin, teilte ein Justizsprecher am Dienstag in Samara mit. Samojlenko hatte erst vor kurzem auch die Leitung eines Tochterunternehmens des russischen Automobilherstellers AvtoVAZ übernommen.

In jüngster Zeit hatten mehrere Auftragsmorde in Russland weltweit für Aufsehen gesorgt. Unbekannte erschossen im Oktober in Moskau die regierungskritische Journalistin Anna Politkowskaja. Zuvor fielen der Vizechef der russischen Zentralbank, Andrej Koslow, und der Abteilungsleiter der Vneshtorgbank, Alexander Plochin, Mordanschlägen zum Opfer. Nach Schätzungen russischer Medien ist die Zahl der Auftragsmorde wieder so hoch wie in den neunziger Jahren, als bei der umstrittenen Privatisierung von Staatseigentum viele Konflikte blutig gelöst wurden.

ler/Reuters/AFP



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