Freiheitsikone Suu Kyi: "Wenn Familien auseinanderbrechen ist das nie gut"

Burmas Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi lebte jahrelang unter Hausarrest, getrennt von ihrem Ehemann und ihren Kindern. Der BBC hat sie nun einen seltenen Einblick in ihr Privatleben gegeben - und dabei auch über Trennungsschmerz und Reue gesprochen.

Aung San Suu Kyi Ende September in New York: Den Menschen von Burma dienen Zur Großansicht
DPA

Aung San Suu Kyi Ende September in New York: Den Menschen von Burma dienen

Hamburg - "Ich wünschte, ich hätte mit meiner Familie zusammen sein können. Ich wünschte, ich hätte meine Söhne aufwachsen sehen können." Es sind ungewohnt private Sätze von Aung San Suu Kyi. Burmas Oppositionsführerin hat mit dem britischen Sender BBC gesprochen: Über die Zeit, die sie im Hausarrest verbrachte; über die Zeit, in der sie sich jeden Tag aufs Neue dafür entschied, das Politische über das Private zu stellen.

Zwar wäre sie gerne mit ihrer Familie zusammengewesen und sie bedaure die Trennung auf einer persönlichen Ebene. Sie habe aber niemals daran gezweifelt, "dass ich mich dafür entscheiden musste, hier bei meinem Volk zu bleiben", sagte Suu Kyi. Sie habe immer geglaubt, dass es ihr Schicksal sei, den Menschen von Burma zu dienen, zitiert BBC die Friedensnobelpreisträgerin. Das habe sie ihrem Ehemann sogar am Tag der Hochzeit gesagt. "Ich wollte sichergehen, dass er von Anfang an weiß, dass mir mein Land viel bedeutet."

1988 habe sie Oxford, ihren Ehemann und die zwei gemeinsamen Söhne verlassen, um sich in Burma um ihre kranke Mutter zu kümmern. Suu Kyi wurde Vorsitzende der neugegründeten Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD) - und ab 1989 immer wieder unter Hausarrest gestellt. "Dann habe ich natürlich gewusst, dass die Beziehung zu meiner Familie sich von Grund auf ändern würde, weil wir nicht mehr in der Lage sein würden, miteinander in Kontakt zu stehen."

Am ersten Weihnachtsfest habe ihr Ehemann sie noch besuchen dürfen. Allerdings ohne die Kinder. Erst zwölf Jahre später sollte sie ihren jüngsten Sohn Kim wiedersehen. Über die Musik hätten sie wieder eine Beziehung zueinander aufgebaut, er habe vor allem Bob Marley gehört, sagte Suu Kyi.

Ende 2010 wurde sie aus dem Hausarrest entlassen. Heute ist sie Oppositionsführerin in Burma, Anfang Mai legte sie ihren Amtseid ab und wurde als Parlamentarierin in Burma vereidigt. Drei Monate später übernahm Suu Kyi die Leitung der Parlamentskommission für Rechtsstaatlichkeit und Frieden.

"Familie ist etwas ganz besonderes", zitiert BBC die Freiheitsikone. "Und wenn so etwas auseinander bricht, ist das nicht gut. Das ist nie gut."

aar

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Ausland
RSS
alles zum Thema Aung San Suu Kyi
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren
  • Zur Startseite

Fläche: 676.552 km²

Bevölkerung: 47,963 Mio.

Hauptstadt: Naypyidaw

Staatsoberhaupt: Thein Sein

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Burma-Reiseseite


Karte