Ausblick auf 2012 Europas Bosse warnen vor Krisenjahr

Nicolas Sarkozy warnt die Franzosen, Kanzlerin Merkel rechnet 2012 mit Rückschlägen bei der Euro-Rettung: Staats- und Regierungschefs in Europa haben die Bürger in ihren Ansprachen auf harte Zeiten eingestimmt. Sie sind sich einig, dass die Finanzkrise noch längst nicht ausgestanden ist.

Spiegelbild in Frankfurt am Main: Weg aus der Krise nicht ohne Rückschläge
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Spiegelbild in Frankfurt am Main: Weg aus der Krise nicht ohne Rückschläge


Hamburg - 2012 wird schwerer als 2011: Das ist die Botschaft vieler Staats- und Regierungschefs in der EU an ihre Bürger. In ihren Neujahrsansprachen zeigten sie sich nur wenig optimistisch, was die wirtschaftliche Entwicklung und die Bewältigung der Schuldenkrise in der Euro-Zone betrifft.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stimmte die Deutschen auf ein schwieriges Jahr 2012 ein. Der Weg, die Schuldenkrise zu überwinden, "bleibt lang und wird nicht ohne Rückschläge sein", sagte Merkel in ihrer Neujahrsansprache. Nach einem Bericht muss der Bund 2012 für Zahlungen in den Rettungsschirm ESM erheblich mehr neue Schulden machen.

Merkel betonte in ihrer Rede zum neuen Jahr, Deutschland gehe es gut, auch wenn das neue Jahr ohne Zweifel schwieriger werde als 2011. Mit Blick auf die Schuldenkrise sicherte die Kanzlerin zu, alles zur Stärkung des Euro zu tun. Am Ende des Weges werde "Europa stärker aus der Krise hervorgehen, als es in sie hineingegangen ist".

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy rief zu einem Durchhalten in der Finanzkrise auf. Diese sei noch nicht beendet, doch es gebe Grund zur Zuversicht, sagte er. "Diese Krise (...), vermutlich die schlimmste seit dem Zweiten Weltkrieg, ist noch nicht vorbei", sagte Sarkozy in einer am Abend im Fernsehen ausgestrahlten Neujahrsrede. Aber es gebe Anlass zur Hoffnung. "Wir müssen, wir können weiter Vertrauen in die Zukunft haben", fügte der Franzose hinzu, der sich im März sehr wahrscheinlich um ein weiteres Mandat bewerben wird, dies aber noch nicht offiziell erklärt hat.

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An die Ratingagenturen gerichtet, betonte Sarkozy, diese würden - ebensowenig wie die Märkte - nicht über die französische Politik entscheiden. Frankreich droht eine Abstufung seiner Kreditwürdigkeit, die auch Deutschland und weitere EU-Staaten ereilen könnte.

Der griechische Regierungschef Loukas Papademos stimmte seine Landsleute auf weitere Opfer im neuen Jahr ein. "Ein sehr schwieriges Jahr geht, das von notwendigen, aber schmerzhaften Maßnahmen geprägt war (...)", erklärte Papademos am Samstag. "Ein sehr schwieriges Jahr kommt. Wir müssen mit Entschlossenheit die Bemühungen fortsetzen (...), damit die Krise nicht in eine chaotische und katastrophale Pleite führt", betonte Papademos. Ziel sei es, dass Griechenland in der Euro-Zone bleibe.

Italiens Staatschef Giorgio Napolitano rief die Italiener dazu auf, Opfer zu akzeptieren, um einen "Zusammenbruch der nationalen Finanzen" zu verhindern. Die Opfer seien notwendig, um die Zukunft der jungen Menschen zu sichern, erklärte Napolitano in seiner Neujahrsansprache am Samstag.

ore/dapd/AFP/dpa



insgesamt 33 Beiträge
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wika 01.01.2012
1. Wozu braucht es noch Warnungen?
Wer rechnen kann ist im Vorteil und wer anfängt das System zu begreifen ist schon erheblich weiter. Mit diesem kaputten Geldsystem werden wir es weltweit nicht mehr lange machen. Das betrifft sowohl den Euro als auch alle anderen Währungen, deshalb müssen wir uns auch um Europa keine Sorgen machen, die Sorge darf allen Menschen gelten, mit Ausnahme der ganz wenigen denen dieses Szenario in die Hände spielt: *Schuldenkrise eskaliert, jetzt auch noch Guthabenkrise* (http://qpress.de/2011/12/05/schuldenkrise-eskaliert-jetzt-auch-noch-guthabenkrise/) … aber wir geben uns ja medial jede unerdenkliche Mühe diese Kleinigkeit wegzuzaubern und uns stattdessen auf die Bereiche zu konzentrieren die am Ende nur Placebos sind. Dann lassen sie sich doch dieses kaputte System in dem Link mal von einem der Nutznießer erklären, da kommt dann auch passend für einen fröhlichen Auftakt in 2012 ein Vertreter der „Anonymen Billionäre“ zu Wort. Sehr aufschlussreich, wir sollten nur willens sein zu lernen und den Ablenkungen der Politiker und Medien als Vertreter dieser Kaste weniger zu vertrauen. Verdient haben sie dieses Vertrauen für den Verrat ohnehin nicht … (°!°)
rolandduerre 01.01.2012
2.
Zitat von sysopNicolas Sarkozy warnt die Franzosen, Kanzlerin Merkel rechnet 2012 mit Rückschlägen bei der Euro-Rettung: Staats- und Regierungschefs in Europa haben die Bürger in ihren Ansprachen auf harte Zeiten eingestimmt. Sie sind sich einig, dass die Finanzkrise*noch längst nicht ausgestanden ist. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,806590,00.html
Am Ende des Weges werde "Europa stärker aus der Krise hervorgehen, als es in sie hineingegangen ist" (Zitat Frau Merkel, im Artikel weiter unten). Dieser Satz macht mich skeptisch. Eine inhaltsleere und rhetorisch ungeschickte Floskel, fast schon als Metapher für eine Politik ohne Mut und Moral. In Tilburg gibt es eine Hochschule, die sich unter anderem mit der "biases" von Managern befasst. Vielleicht sollte man einen neuen Leerstuhl gründen, der die "Wahrnehmungsstörungen" von Politikern untersucht.
irreal 01.01.2012
3. Ja die harten Zeiten die da wohl auf alle zukommen.
Zitat von sysopNicolas Sarkozy warnt die Franzosen, Kanzlerin Merkel rechnet 2012 mit Rückschlägen bei der Euro-Rettung: Staats- und Regierungschefs in Europa haben die Bürger in ihren Ansprachen auf harte Zeiten eingestimmt. Sie sind sich einig, dass die Finanzkrise*noch längst nicht ausgestanden ist. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,806590,00.html
Bedeuten Krieg und Zerstörung. Normal halt und nur die Wiederholung der Geschichte. Klassenkampf halt wie eh und je. Der Frieden in Europa wurde ausschließlich gesichert durch das Wesen eines sizialen Staates und da dieser der Gier nun zum Opfer fällt, fällt auch der Friede, weil JEDER Mensch weiß zum richtigen Zeitpunkt: Erst das Fressen und dann die Moral! Ich bin kein Mensch der da den Fortschrit eines Menschseins im Köpfe rollen sieht, aber wenn, dann wünsche ich mir auf jeden Fall sollen die verursachenden Köpfe rollen. Ganz klar und deutlich muss es wohl so sein bis ins nächste Jahrhundert und vielleicht lernen Menschen dann das Leben und was wahr wichtig dafür ist. Genaugenommen weiß ich es auch nicht so genau für andere zu wissen, nur für mich ggf. selbst und das ist schon ne absolute Herausforderung, wobei ich am liebsten meinen Verstand ablegen wollte um jeden Morgen als Geschenk zu fühlen und zu glauben ewig zu sein. Ach wie schön könnte das Leben sein. MFG
enni3 01.01.2012
4.
Zitat von wikaWer rechnen kann ist im Vorteil und wer anfängt das System zu begreifen ist schon erheblich weiter. Mit diesem kaputten Geldsystem werden wir es weltweit nicht mehr lange machen. Das betrifft sowohl den Euro als auch alle anderen Währungen, deshalb müssen wir uns auch um Europa keine Sorgen machen, die Sorge darf allen Menschen gelten, mit Ausnahme der ganz wenigen denen dieses Szenario in die Hände spielt: *Schuldenkrise eskaliert, jetzt auch noch Guthabenkrise* (http://qpress.de/2011/12/05/schuldenkrise-eskaliert-jetzt-auch-noch-guthabenkrise/) … aber wir geben uns ja medial jede unerdenkliche Mühe diese Kleinigkeit wegzuzaubern und uns stattdessen auf die Bereiche zu konzentrieren die am Ende nur Placebos sind. Dann lassen sie sich doch dieses kaputte System in dem Link mal von einem der Nutznießer erklären, da kommt dann auch passend für einen fröhlichen Auftakt in 2012 ein Vertreter der „Anonymen Billionäre“ zu Wort. Sehr aufschlussreich, wir sollten nur willens sein zu lernen und den Ablenkungen der Politiker und Medien als Vertreter dieser Kaste weniger zu vertrauen. Verdient haben sie dieses Vertrauen für den Verrat ohnehin nicht … (°!°)
Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Dass der Fehler im System liegen könnte, darauf kommen unsere Politiker nicht. Das ganze gleicht einer Religion, und Zeifel daran gelten als Blasphemie. Merkel, Sarkozy und Co sind die Hohepriester dieses Glaubens, betend dass der Gott Kapital sie erhört und nicht zu sehr straft. Da wird Verstand und Humanität auf dem Altar geopfert, und dem Bürger mit Allgemeinplätzen verkauft, dies wäre die Lösung des Problems.
ZiehblankButzemann 01.01.2012
5. Solche Warnungen sind ganz gut...
...damit wirklich niemand mehr, vor allem die Politiker, den Abschwung in Europa und vielleicht sogar weltweit auf die leichte Schulter nehmen. Außerdem, je mehr Pessimisten es gibt desto wahrscheinlicher ist es, daß es dann doch nicht ganz so schlimm kommt wie befürchtet, also ein guter Kontraindikator. Eine weltweite Entschleunigung tut auf jedenfall der Umwelt gut, es sollte dann aber wieder in ein mäßiges aber gleichmäßiges Wachstum münden, ohne die extremen Ausschläge der letzten Jahre. Hoffnungsschimmer sind am Horizont zu sehen!
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