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Ausreiseverbot "Baby Doc" darf Haiti nicht mehr verlassen

Jean Claude Duvalier: Ein Gruß an die AnhängerZur Großansicht
dpa

Jean Claude Duvalier: Ein Gruß an die Anhänger

Jean-Claude Duvalier darf Haiti vorerst nicht mehr verlassen. Grund sind die Ermittlungen wegen Korruption, Diebstahl und Veruntreuung gegen Haitis Ex-Diktator. 

Port-au-Prince - Duvalier kehrte am Wochenende nach fast 25-jährigem Exil überraschend in seine Heimat zurück - und darf nun erstmal nicht mehr weg. "Gegen Duvalier wurde ein Ausreiseverbot erlassen", sagte ein haitianischer Richter, der anonym bleiben wollte, am Donnerstagabend. Duvalier dürfe das Land nicht verlassen, weil ein Gerichtsbeschluss gegen ihn vorliege.

Sein Anwalt, Reynold Georges, hatte zuvor gesagt, Duvalier habe nicht die Absicht, das Land zu verlassen. Er wolle dafür kämpfen, von den Vorwürfen freigesprochen zu werden. Zudem werde Duvalier "für immer" in Haiti bleiben und sich in die Politik einbringen. Das sei "sein Recht".

"Baby Doc" hatte 1971 im Alter von 19 Jahren die Macht in Haiti von seinem Vater François "Papa Doc" Duvalier geerbt. Bis zu seinem Sturz 1986 soll er mit seinen Getreuen hunderte Millionen Dollar an Staatsgeldern veruntreut haben. Die dem Duvalier-Clan treu ergebene Geheimpolizei Tonton Macoutes soll bis zu 30.000 Regierungskritiker entführt, gefoltert und ermordet haben.

Seit Dienstag laufen in Haiti Ermittlungen wegen Korruption und Veruntreuung gegen Duvalier. Am Mittwoch strengten vier Haitianer zudem ein Strafverfahren wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit an. Duvaliers Anwalt Georges protestierte gegen die Ermittlungen, da die Straftaten bereits verjährt seien. Ein weiterer Anwalt, Gervais Charles, erklärte am Donnerstag, ein Strafverfahren wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit sei ungültig, da dieses "Prinzip" im haitianischen Recht "nicht existiert".

Nach der plötzlichen Heimkehr Duvaliers wird in dem Karibikstaat über die politischen Absichten des vor einem Vierteljahrhundert geschassten Machthabers spekuliert. Während Vertraute Duvaliers am Mittwoch eine mögliche Rückkehr an die Staatsspitze ins Gespräch brachten, dementierte der 59-Jährige, in das Chaos um die aktuelle Präsidentenwahl eingreifen zu wollen.

In einer Erklärung wies Duvalier "alle politischen Stellungnahmen" von Getreuen zurück, die "auf Szenarien im Zusammenhang mit dem Wahlprozess anspielen". Er schloss aber nicht aus, künftig eine politische Rolle in Haiti zu übernehmen.

ler/AFP

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insgesamt 4 Beiträge
sir.viver 21.01.2011
Der erste Schritt in die richtige Richtung. Gut, dass dem Ex-Despoten Paroli geboten wurde. Damit hatte er wohl nicht gerechnet.
Der erste Schritt in die richtige Richtung. Gut, dass dem Ex-Despoten Paroli geboten wurde. Damit hatte er wohl nicht gerechnet.
Born to Boogie 21.01.2011
Aber was ist wenn er freigesprochen wird ? Der Mann hat doch verdammt viel Geld ( Geld = Macht ) Bin ich ja mal gespannt . . .
Zitat von sir.viverDer erste Schritt in die richtige Richtung. Gut, dass dem Ex-Despoten Paroli geboten wurde. Damit hatte er wohl nicht gerechnet.
Aber was ist wenn er freigesprochen wird ? Der Mann hat doch verdammt viel Geld ( Geld = Macht ) Bin ich ja mal gespannt . . .
daran ist, dass Frankreich diesem Monster auch noch die ganze Zeit Unterschlupf bot, ein Land der EU!. Wie kann soetwas sein?!
daran ist, dass Frankreich diesem Monster auch noch die ganze Zeit Unterschlupf bot, ein Land der EU!. Wie kann soetwas sein?!
Dieser Mann, der jahrelang und sein Vater jahrzehntelang vom Westen unterstützt wurde, ist ein durch uns alle gezüchteter Massenmörder. Derweilen ist die Bevölkerung Haitis nach wie vor dem Verrecken preisgegeben. Ein paar [...]
Dieser Mann, der jahrelang und sein Vater jahrzehntelang vom Westen unterstützt wurde, ist ein durch uns alle gezüchteter Massenmörder. Derweilen ist die Bevölkerung Haitis nach wie vor dem Verrecken preisgegeben. Ein paar Kilometer vor den Küsten der USA herrschen Hungersnöte und Seuchen, Menschen essen Gebäck aus Sand. Was für eine Unmenschlichkeit und Schande für uns alle.
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Fläche: 27.750 km²

Bevölkerung: 9,993 Mio.

Hauptstadt: Port-au-Prince

Staatsoberhaupt: Michel Martelly

Regierungschef: Laurent Lamothe

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Karte

Karte: Haiti mit der Hauptstadt Port-au-Prince

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Hintergrund Haiti
Haiti liegt im westlichen Teil der Insel Hispaniola in der Karibik, der Name bedeutet "bergiges Land". Das Nachbarland der im Osten der Insel gelegenen Dominikanischen Republik ist mit 27.000 Quadratkilometern fast so groß wie das deutsche Bundesland Brandenburg und hat laut aktuellen Uno-Angaben mehr als neun Millionen Einwohner. Hauptstadt des 1804 als erstes Land Lateinamerikas in die Unabhängigkeit entlassenen Staates ist Port-au-Prince mit rund 2,8 Millionen Einwohnern.





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