Demonstration in Paris Reizgas und Knüppel gegen Homo-Ehe-Gegner

Die Polizei ist in Frankreich mit ungewöhnlicher Härte gegen Demonstranten vorgegangen. Mit Tränengas und Schlagstöcken attackierten sie Aktivsten, die gegen das neue Gesetz für die Homo-Ehe protestierten. Mehrere Dutzend Menschen wurden in Gewahrsam genommen.

AFP

Paris - Aus dem bunten Protest wurde plötzlich eine Straßenschlacht. Hunderttausende Menschen waren auf die Straße gegangen, um gegen das Gesetz zur Homo-Ehe zu demonstrieren, das die französische Nationalversammlung Mitte Februar beschlossen hatte. Als einige Hundert von ihnen am Arc de Triomphe auf die Pariser Prachtstraße Champs-Elysées einschwenken wollten, versperrte die Polizei den Weg. Protestler beschimpften die Beamten, Gegenstände flogen, dann zückten die Polizisten Tränengas und Schlagstöcke.

Menschen gingen zu Boden wurden gejagt und festgenommen. Auch Christine Boutin, die Vorsitzende der Christdemokratischen Partei, wurde verletzt. Andere knieten nieder und schrien: "Demokratie!" Auf Postern hatten sie geschrieben: "Wir wollen einen Job, aber keine Homo-Ehe".

Die Champs-Élysées im Zentrum der französischen Hauptstadt war für die Demonstration nicht zugelassen. Innenminister Manuel Valls sagte, die Demonstration sei "aus dem Ruder gelaufen". Die Veranstalter seien "überfordert" gewesen, weil "extremistische Gruppen" an den Protesten teilnahmen. Mehrere Dutzend Demonstranten seien in Gewahrsam genommen worden. Valls sagte, zur Absicherung der Großkundgebung seien 2000 Polizisten im Einsatz gewesen.

Die Veranstalter sprachen in einer Mitteilung von 1,4 Millionen Teilnehmern an der Großdemo, die Polizei schätzte die Zahl auf 300.000.

Die Einführung der Homo-Ehe samt einem gemeinsamen Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare, ein Wahlversprechen vom sozialistischen Präsidenten François Hollande, spaltet die französische Gesellschaft. In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Demonstrationen für oder gegen das Gesetz. Erst im Januar waren Hunderttausende in Paris gegen die "Ehe für alle" in Paris auf die Straße gegangen. Ab 4. April wird sich der Senat mit dem Entwurf beschäftigen. Gegen das Vorhaben stemmen sich vor allem die katholische Kirche und die konservative Opposition. Justizministerin Christine Taubira bezeichnet das Vorhaben als "Wandel der Zivilisation". Die Gleichstellung von Lesben und Schwulen mit heterosexuellen Paaren wird seit langem von der französischen Linken gefordert und war ein wichtiges Wahlkampfversprechen von Hollande.

kha/AFP/dpa/Reuters

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insgesamt 99 Beiträge
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Seite 1
unter_linken 24.03.2013
1.
Zitat von sysopAP/dpaDie Polizei ist in Frankreich mit ungewöhnlicher Härte gegen Demonstranten vorgegangen. Mit Tränengas und Schlagstöcken attackierten sie Aktivsten, die gegen das neue Gesetz für die Homo-Ehe protestierten. Mehrere Dutzend Menschen wurden in Gewahrsam genommen. Ausschreitungen bei Demonstration gegen Homo-Ehe in Paris - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/ausschreitungen-bei-demonstration-gegen-homo-ehe-in-paris-a-890683.html)
Das ist eben Sozialismus. Wer partout die Linie der Partei nicht mitgeht, der bekommt es zu spüren. Wer hätte gedacht, dass man bei diesem Thema mit Gewalt gegen Menschen vorgeht. Wäre es anders herum, das linke Lager würde schäumen vor Wut.
illertal 24.03.2013
2.
Dieser Polizeieinsatz ist wieder einmal der beste Beweis für das wahre sozialistische Demokratieverständnis, getreu dem Motto: Und willst Du nicht mein Bruder sein, dann ...
guentherprien, 24.03.2013
3. Egalite, fraternite, liberte
sehr, sehr schade. vive la france...
Jan Kleinschnieder 24.03.2013
4.
Natürlich ist es immer eine ungute Sache, wenn Demonstrationen in Gewalt enden. Denn gewalt hat in einer Demokratischen auseinandersetzung nichts verloren. Leider geht Gewalt viel zu oft auch von Demonstranten aus. Von wem die Gewalt dann jeweilsausgeht, ist fast egal. In diesem Fall hält sich mein Mitleid mit diesen Rechtskonservativen Demonstranten in Grenzen. Homesexuelle und Lesben haben die gleichen Rechte wie alle, nämlich die Menschenrechte. Ich bin mir ziemlich sicher, das das damit abgedeckt wird. Da kann mann mal sehen, wie "aufgeklärt" eine Gesellschaft wirklich ist.
moistvonlipwik 24.03.2013
5.
Zitat von unter_linkenDas ist eben Sozialismus. Wer partout die Linie der Partei nicht mitgeht, der bekommt es zu spüren. Wer hätte gedacht, dass man bei diesem Thema mit Gewalt gegen Menschen vorgeht. Wäre es anders herum, das linke Lager würde schäumen vor Wut.
Angesichts der Gewalt, die vom rechten Lager oft genug ausging und immer noch ausgeht, wird jetzt ein wenig das Konto ausgeglichen.
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