Spannungen am Golf Außenminister Gabriel lobt Katars Krisenpolitik

Das verlängerte Ultimatum der Allianz um Saudi-Arabien endet bald - Katar aber bleibt hart und weist die Forderungen zurück. Lobende Worte kriegt das Emirat von Außenminister Gabriel.

Außenminister Gabriel in Doha
DPA

Außenminister Gabriel in Doha


Kein Kompromiss in der Katar-Krise: Das Emirat bleibt in dem diplomatischen Konflikt am Golf unnachgiebig. Die Forderungen der anderen Staaten seien unrealistisch, sagte der katarische Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani nach einem Treffen mit Sigmar Gabriel (SPD) in Doha.

Der deutsche Außenminister lobte Katar für seine Zurückhaltung. Er bezeichnete die Politik der Herrscherhauses als "wirklich überzeugend".

Das Emirat habe versucht "nicht weitere Emotionen zu provozieren" und zu einem Dialog aufgerufen. "Katar hat nicht mit Gegenmaßnahmen begonnen, hat sich nicht überlegt, wie kann ich die anderen Staaten ähnlich attackieren, ökonomisch oder politisch, sondern hat eigentlich von der ersten Minute an versucht, zum Dialog aufzufordern", sagte Gabriel.

Ultimatum läuft in der Nacht zu Mittwoch ab

Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten haben vor vier Wochen eine Blockade gegen Katar verhängt. Sie werfen dem kleinen, aber reichen Emirat unter anderem vor, Terrorgruppen zu finanzieren. In einem Forderungskatalog verlangen sie von Katar unter anderem:

  • die Einstellung des Nachrichtensenders Al Jazeera
  • eine Loslösung von Iran
  • die Schließung eines türkischen Militärstützpunkts

Das am Sonntag verlängerte Ultimatum der vier Staaten läuft in der Nacht zum Mittwoch aus. Dann müsste das Emirat die Forderungen erfüllen, damit die Blockade aufgehoben wird. Ob das geschieht, ist bislang offen. Gabriel rief die Konfliktparteien zu mehr Dialog auf.

dop/dpa/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.