Rekordsumme Australien muss Asylbewerbern 70 Millionen Dollar Entschädigung zahlen

Mit einer Entschädigung in Millionenhöhe will Australien einen Rechtsstreit mit Hunderten Asylbewerbern beilegen. Die Regierung hatte die Flüchtlinge gegen ihren Willen auf eine Pazifikinsel gebracht.

Flüchtlinge auf der Insel Manus (Archivbild von März 2014)
REUTERS

Flüchtlinge auf der Insel Manus (Archivbild von März 2014)


Asylbewerber in einem Zwangslager der australischen Behörden in Papua Neuguinea sollen eine Rekordentschädigung erhalten. Ein Vergleich sieht vor, dass die australische Regierung sowie Sicherheitsunternehmen 70 Millionen australische Dollar (rund 47 Millionen Euro) an die Betroffenen zahlen. Der Betrag soll unter 1900 Asylbewerbern aufgeteilt werden, die seit 2012 auf der Insel Manus festgehalten wurden. Zudem übernimmt der Staat nach Angaben beider Seiten Gerichtskosten von umgerechnet mehr als 13,5 Millionen Euro.

Hintergrund war eine Sammelklage, bei der Entschädigungen für mutmaßliche Leiden gefordert wurden. Flüchtlingsanwälte und Mediziner hatten die Bedingungen in dem Flüchtlingslager auf Manus sowie einem weiteren auf der Insel Nauru wiederholt angeprangert.

Es gab Berichte über Missbrauch, Selbstverletzungen sowie schwere Traumatisierungen. Das oberste Gericht von Papua-Neuguinea hatte 2016 geurteilt, dass die jahrelange Festsetzung der Flüchtlinge gegen die Verfassung des Inselstaats verstößt.

Durch den Vergleich hat die australische Regierung eine Niederlage vor Gericht abgewendet. Anwälte sprachen vom größten jemals getroffenen Vergleich zu einer Menschenrechtsklage in der Geschichte Australiens.

Der Rechtsstreit zieht sich bereits seit Dezember 2014 hin. Dem Vergleich muss der Oberste Gerichtshof des australischen Bundesstaates Victoria noch zustimmen.

cte/AFP/dpa



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