Rede über Migration Australischer Politiker spricht von "Endlösung"

Ein australischer Senator hat ein Zuwanderungsverbot für Muslime gefordert. Zudem will er ein Referendum als "Endlösung für das Migrationsproblem". Selbst Rechtspopulisten kritisieren ihn.

Fraser Anning
MICK TSIKAS/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Fraser Anning


Mit Aussagen zur Einwanderung und einem Zuwanderungsverbot für Muslime hat ein australischer Politiker für große Empörung gesorgt. In seiner Antrittsrede forderte der Senator aus dem Bundesstaat Queensland, Fraser Anning, eine Volksabstimmung als "Endlösung für das Migrationsproblem". Es ist eine Formulierung, die an die von den Nationalsozialisten propagierte "Endlösung der Judenfrage" erinnert.

"Als eine Nation sind wir berechtigt, darauf zu bestehen, dass diejenigen, die hierher kommen dürfen, überwiegend die historische europäisch-christliche Zusammensetzung der australischen Gesellschaft widerspiegeln", sagte Anning weiter. Früher hatte der Politiker der rechtspopulistischen Partei One Nation angehört. Inzwischen ist er in der kleinen Katter Australian Party, die vor allem für Bauern eintritt.

"Diejenigen, die hierher kommen wollen, müssen sich anpassen und integrieren", forderte der Senator. "Ethnokulturelle Vielfalt" habe vielerorts bereits "gefährliche Ausmaße" erreicht.

Nazi-Bezug von "Endlösung" war Anning angeblich nicht klar

Muslime hätten "durchgehend gezeigt, dass sie diejenigen sind, die sich am wenigsten anpassen und integrieren können". "Zwar sind nicht alle Muslime Terroristen, aber auf jeden Fall sind heutzutage alle Terroristen Muslime, also warum sollte irgendjemand mehr von ihnen herbringen wollen?", sagte Anning.

Seine Äußerungen stießen parteiübergreifend auf Ablehnung und Entrüstung. Premierminister Malcolm Turnbull betonte, Australien sei eine der erfolgreichsten multikulturellen Gesellschaften der Welt. Selbst die One-Nation-Partei, die eine Einwanderung und den Islam ablehnende Politik verfolgt, distanzierte sich von Anning. "Ich habe damit nichts zu tun", sagte Parteichefin Pauline Hanson.

Anning zeigte sich unbeeindruckt von der Kritik. Er bereue nichts und werde sich nicht entschuldigen. Vom Bezug seiner Formulierung der "Endlösung" zu Nazideutschland habe er im Übrigen nichts gewusst.

Operation souveräne Grenzen: Australiens harte Migrationspolitik

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