Nach dem Tod eines Migranten Uno kritisiert Australien für Umgang mit Flüchtlingen

Australien bringt Flüchtlinge auf Inseln vor der Küste unter. Nach dem Tod eines Migranten in einem der Camps kritisiert die Uno jetzt das Vorgehen der Regierung in Canberra.

Flüchtlingslager auf Manus
REUTERS

Flüchtlingslager auf Manus


Nach dem Tod eines Migranten in einem Camp in Papua-Neuguinea hat das Uno-Flüchtlingshilfswerk die Zustände in dem Lager kritisiert und sich "ernsthaft besorgt" geäußert. Australien müsse für die Sicherheit der Schutzbedürftigen sorgen.

Illegale Bootsflüchtlinge dürfen australischen Boden nicht betreten und werden auf der zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel Manus und im Inselstaat Nauru untergebracht. Dort müssen sie bleiben - selbst wenn sie anerkannte Flüchtlinge und Asylbewerber sind. Allen Menschen, die nicht bereits aus dem Ausland einen Antrag gestellt haben, wird Asyl verweigert.

Rund 800 Menschen leben in dem Camp auf Manus, in dem Schulkinder einen 28-jährigen Iraner aufgehängt an einem Baum fanden. Er habe bereits schon einmal versucht, sich umzubringen und soll unter psychischen Problemen gelitten haben.

Menschenrechtsorganisationen hatten bereits in der Vergangenheit die Zustände in den Lagern und Australiens Asylpolitik immer wieder kritisiert. Ein Gericht in Papua-Neuguinea hatte das Flüchtlingscamp im vergangenen Jahr für rechtswidrig erklärt, im Oktober soll es nun aufgelöst werden. "Die drohende Schließung des Lagers und das Fehlen von Alternativen für die Menschen dort führen zu Verzweiflung bei den Asylsuchenden", erklärte das Uno-Flüchtlingshilfswerk. Australien müsse dringend realisierbare und humane Lösungen außerhalb von Papua-Neuguinea und Nauru finden.

Die US-Regierung unter Barack Obama hatte Australien in einer Vereinbarung zugesagt, 1600 der Bootsflüchtlinge aufzunehmen, wenn im Gegenzug besonders schutzwürdige Migranten mit familiären Bindungen in Australien aufgenommen werden.

Sein Nachfolger Donald Trump nannte die Vereinbarung während eines Telefonats mit Australiens Premierminister Malcom Turnbull den "schlechtesten Deal aller Zeiten". Es ist nicht klar, wie viele Flüchtlinge Washington aufnehmen wird.

cop/AFP

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insgesamt 10 Beiträge
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lathea 08.08.2017
1. Anerkannte Flüchtlinge und....
....Asylanten sollten die Möglichkeit bekommen, sich in Australien um einen Job bemühen zu können und auch auf das Festland wechseln zu können, wenn das der Flüchtling oder seine Familie bzw. ein Pate finanzieren kann und will. Dafür gibt es ja das Annerkennungsverfahren.
kuschl 08.08.2017
2. Immerhin konsquent
Natürlich stürzen sich "Flüchtlingsorganisationen" gleich auf diesen Fall, obwohl der Hintergrund des Suizid überhaupt nicht sicher geklärt ist und die vorhandene Depression alleinige Ursache sein kann. Natürlich wird die Sache aber gleich ausgeschlachtet und die Asylpolitik Australiens verantwortlich gemacht. Immerhin gibt es dort klare Verhältnisse und weit weniger Tote als im Mittelmeer, weil sich bei der klar geregelten Asylpolitik Australiens, die niemanden ins Land läßt, der nicht Asyl außerhalb Australiens beantragt hat, bei weitem nicht so viel auf den Weg machen. Aber dort gibt es auch nicht so viele selbst ernannte Retter, die von dem unterstützten Schleusertum profitieren.
Jasro 08.08.2017
3. Souveräne Staaten dürfen selbst entscheiden, wer einreisen darf!
Warum wird jetzt wieder auf Australien herumgehackt? Wie viele Flüchtlinge nehmen die USA auf, selbst, als Obama noch regierte? Wie viele Flüchtlinge nimmt das riesige Kanada auf? Wie viele das ebenfalls große Brasilien? Wie viele Flüchtlinge nimmt das vergreisende Japan auf? Und in Europa: Wie viele Flüchtlinge haben denn jeweils z.B. Großbritannien, Frankreich, Irland, Finnland aufgenommen? Oder Russland? Aber immer mit dem Finger auf andere, wie die angeblich "bösen" Australier, zeigen die ja auch nichts anderes machen als die anderen?
sarkasmis 08.08.2017
4.
Die Australier handeln vollkommen richtig. Die Zustände in den Camps sind nicht besser oder schlechter als in jedem UN-Flüchtlingscamp. Flüchtlingsrecht dient allein dem Schutz vor vorrübergehenden Lebensgefahren, nicht aber der Daueransiedlung und der Verbesserung der eigenen Lebensverhältnisse. Zu letzterem wird es aber zumeist missbraucht. Anders lässt sich jedenfalls kaum erklären, dass Flüchtlinge über dutzende Landesgrenzen hinweg gerade in die wohlhabendsten Staaten streben. Was hält einen Afghanen davon ab, in Pakistan Unterschlupf zu suchen? Warum muss er um die halbe Welt bis nach Deutschland oder Australien fliehen, insbesondere wenn er ein konsvervativer Moslem ist dort so islamisch wie nur irgendmöglich leben möchte? Und für Selbstmorde ist Australien nicht verantwortlich, sondern das ist Jedermanns persönliche Entscheidung. Dass die UN sich insoweit besorgt zeigt und damit Australien die Schuld zuweist ist einfach lächerlich. Der Mann hatte ein Dach über dem Kopf und genug zu essen. Auf mehr hat ein Flüchtling keinen Anspruch. Im Übrigen frage ich mich, wo die Besorgnis der UN ist, wenn ein Flüchtling in seinem Zielstaat schwere Straftaten oder gar Terrorakte begeht. In solchen Fällen ist von der UN gar nichts zu hören.
gehirngebrauch 08.08.2017
5. die UNO
hat nichts zu kritisieren, denn der ganze uno-beamtenstaat verfrisst mehr beitragsgelder als er irgendwo hilfe leistet.
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