Einsatz am Hindukusch: Australien zieht Afghanistan-Abzug um ein Jahr vor

1550 australische Soldaten sind derzeit in Afghanistan stationiert. Premier Julia Gillard will sie nun schneller nach Hause holen - der Rückzug soll schon dieses Jahr beginnen. Trotz der Frühjahrsoffensive der Taliban sei die afghanische Armee in der Lage, das Land selbst zu sichern.

Australiens Premier Julia Gillard: "Dies ist ein Krieg mit einem Ziel, ein Krieg mit einem Ende" Zur Großansicht
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Australiens Premier Julia Gillard: "Dies ist ein Krieg mit einem Ziel, ein Krieg mit einem Ende"

Canberra - Australien will mit dem Abzug seiner Soldaten aus Afghanistan ein Jahr früher beginnen als bisher vorgesehen. Der Rückzug solle bereits dieses Jahr eingeleitet werden, sagte Ministerpräsidentin Julia Gillard am Dienstag. Mitte 2013 sollten die meisten Australier dann von ihrem Einsatz am Hindukusch wieder zu Hause sein.

Die afghanische Armee sei bereit, die Sicherung des Landes selbst zu übernehmen, sagte Gillard kurz nach der Frühjahrsoffensive der Taliban in Kabul, bei der acht Angehörige der afghanischen Sicherheitskräfte und drei Zivilisten getötet wurden. "Dies ist ein Krieg mit einem Ziel, ein Krieg mit einem Ende. Wir haben eine Strategie, eine Mission und einen Zeitplan, um diese zu erfüllen", sagte Gillard.

32 australische Soldaten kamen in Afghanistan bisher ums Leben. Nach Angaben von Gillard sollen auch nach dem Abzug noch einige Spezialisten vor Ort bleiben, um den afghanischen Kräften zur Seite zu stehen. Australien ist seit 2001 mit 1550 Soldaten in der relativ ruhigen Provinz Urusgan im Einsatz. Der innenpolitische Druck auf die Regierung wächst, die Truppen nach Hause zu holen.

Die internationale Planung sieht vor, dass sämtliche internationale Streitkräfte Ende 2014 Afghanistan verlassen haben. Dieser Termin galt bisher auch für Australien. Gillard sagte, sie werde die neue Planung bei der Nato-Afghanistan-Konferenz im Mai vorstellen.

Die Bundeswehr hat Anfang des Jahres mit dem Abzug begonnen. Bis Januar nächsten Jahres soll die Zahl von einst maximal 5350 auf 4400 sinken

heb/dpa/Reuters/

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1.
fortion 17.04.2012
haben wir nicht so kluge Politiker?
2. Yoooh
geotie 17.04.2012
Ich sehe es schon kommen, wir sind die letzten die abziehen und werden somit in bleibender Erinnerung der Freiheitskämpfer sein. Mit anderen Worten, diese Freiheitskämpfer werden sich auf unsere Soldaten konzentrieren. Aber was soll's, es ist ja kein Leben der Politiker in Gefahr!
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