Australien: Regierung entschuldigt sich für Zwangsadoptionen

Australiens Regierungschefin Julia Gillard: "Wir verurteilen dieses beschämende Vorgehen"Zur Großansicht
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Australiens Regierungschefin Julia Gillard: "Wir verurteilen dieses beschämende Vorgehen"

Bis in die siebziger Jahre wurden unverheiratete Mütter in Australien gezwungen, ihre Babys wegzugeben. 150.000 Kinder wurden Opfer der Zwangsadoptionen. Jetzt hat sich Australiens Regierungschefin Gillard entschuldigt: "Wir erkennen den Schmerz an, den wir Familien zugefügt haben."

Canberra - Viele Frauen umarmten die australische Premierministerin Julia Gillard, nachdem sich diese im Parlament in Canberra öffentlich entschuldigt hatte. Es war eine Entschuldigung im Namen einer Regierung, die über Jahrzehnte unverheiratete Mütter zur Aufgabe ihrer Babys zwang.

Von 1951 bis 1975 wurden in Australien 225.000 Kinder gegen den Willen ihrer Mütter zur Adoption freigegeben. Das hatte eine Untersuchung im Auftrag des Senats herausgefunden.

"Wir verurteilen dieses beschämende Vorgehen", sagte Gillard in ihrer Ansprache. Etwa 800 Mütter und Adoptierte waren ins Parlament gekommen, um ihre Rede zu hören. Gillard entschuldigte sich bei den "Müttern, die durch ein System betrogen wurden, das Ihnen keine Wahl gab und Sie Manipulation, Misshandlung und Missbrauch aussetzte". Sie entschuldigte sich auch bei den Vätern und anderen Familienangehörigen: "Wir erkennen den Schmerz an, den diese Praxis Ihnen zugefügt hat."

Auf unverheiratete Frauen wurde damals Druck ausgeübt, damit sie ihre Babys zur Adoption freigeben - die Adoptionen wurden als alternativlos dargestellt. Die betroffenen Mütter seien nicht über ihre Rechte aufgeklärt und getäuscht worden, so Gillard. Vielfach wurden in den Geburtsurkunden der betroffenen Kinder einfach die Adoptiveltern als leibliche Eltern eingetragen.

Worte könnten den Schaden nicht wieder gutmachen, sagte die Premierministerin. Aber sie versprach, Therapien für Betroffene zu finanzieren und stellte Geld für die Aufarbeitung des Themas im Nationalarchiv bereit.

kgp/AFP

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insgesamt 15 Beiträge
fone2013 21.03.2013
ich bin echt geschockt, hatte sowas nicht für möglich gehalten
ich bin echt geschockt, hatte sowas nicht für möglich gehalten
oeuropa 21.03.2013
Nur soviel zur viel diskutierten Demokratie. Die leiblichen Eltern leiden meiner Meinung nach lebenslang. Dies ist auch mit Therapien nicht wieder gut zu machen.
Nur soviel zur viel diskutierten Demokratie. Die leiblichen Eltern leiden meiner Meinung nach lebenslang. Dies ist auch mit Therapien nicht wieder gut zu machen.
peterrjack 21.03.2013
Oh ja richtig, die poesen Briten sind wieder schuld. Laecherlich; erst mal vor der eigenen Tuer kehren Herr/Frau fone 2013!
Oh ja richtig, die poesen Briten sind wieder schuld. Laecherlich; erst mal vor der eigenen Tuer kehren Herr/Frau fone 2013!
Lankoron 21.03.2013
doch hier nicht anders...erinnert sei nur an die Heimskandale, die Deutschland bis heute versucht, totzuschweigen. Der Unterschied zwischen anderen Ländern und uns besteht darin, dass die sich für ihre Taten schämen und [...]
doch hier nicht anders...erinnert sei nur an die Heimskandale, die Deutschland bis heute versucht, totzuschweigen. Der Unterschied zwischen anderen Ländern und uns besteht darin, dass die sich für ihre Taten schämen und entschuldigen, während wir sie als "Geschichte", "lange her" und ähnliches möglichst schnell vergessen wollen...
lilsue66 21.03.2013
auch in der schönen schweiz. dort wurden durch die pro juventute von 1926-1973 kinder fahrender familien ihren eltern weggenommen und in heime oder pflegefamilien gesteckt. sucht in wikipedia unter 'kinder der landstraße'.
auch in der schönen schweiz. dort wurden durch die pro juventute von 1926-1973 kinder fahrender familien ihren eltern weggenommen und in heime oder pflegefamilien gesteckt. sucht in wikipedia unter 'kinder der landstraße'.
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  • Donnerstag, 21.03.2013 – 09:37 Uhr
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Fläche: 7.741.000 km²

Bevölkerung: 22,268 Mio.

Hauptstadt: Canberra

Staatsoberhaupt: Königin Elizabeth II., vertreten durch Generalgouverneurin Quentin Bryce

Regierungschef: Julia Gillard

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