Auszeichnung: Friedensnobelpreis für Barack Obama

Sensationelle Entscheidung: Barack Obama bekommt den Friedensnobelpreis. Der US-Präsident wurde vom Komitee in Oslo für seine "außergewöhnlichen Bemühungen für die Zusammenarbeit zwischen den Völkern" ausgezeichnet.

Barack Obama: Gleich im ersten Amtsjahr als US-Präsident bekommt er den Friedensnobelpreis. Zur Großansicht
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Barack Obama: Gleich im ersten Amtsjahr als US-Präsident bekommt er den Friedensnobelpreis.

Oslo - Mit dieser Wahl hatten nur die Wenigsten gerechnet: Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an US-Präsident Barack Obama. Das Nobelkomitee teilte am Freitag in Oslo mit, Obama werde "für seine außergewöhnlichen Bemühungen, die internationale Diplomatie und die Zusammenarbeit zwischen Völkern zu stärken" ausgezeichnet.

Selten zuvor habe eine Persönlichkeit so sehr die Hoffnung auf eine bessere Zukunft vermittelt und die Aufmerksamkeit der Welt in Bann gezogen, erklärte das fünfköpfige Nobelpreiskomitee. "Seine Diplomatie beruht auf dem Konzept, dass diejenigen, die die Welt führen, dies auf der Grundlage von Werten und Haltungen tun müssen, welche von der Mehrheit der Weltbevölkerung geteilt werden." Das Komitee merkte an, dass Obamas Vision für eine Welt ohne Atomwaffen bei der Preisentscheidung eine besondere Rolle gespielt habe.

Der norwegische Komiteechef Thorbjörn Jagland sagte zur der Verleihung trotz der noch sehr kurzen Präsidentschaft Obamas: "Alles, was er in seiner Zeit als Präsident angepackt hat, und wie sich das internationale Klima durch ihn verändert hat, ist schon mehr als Grund, ihm dem Friedensnobelpreis zu verleihen." Das Komitee habe schon immer versucht, noch nicht abgeschlossene Entwicklungen für den Frieden zu stimulieren und zu fördern. Das sei auch bei den Vergaben an Bundeskanzler Willy Brandt und an den damaligen sowjetischen Parteichef Michail Gorbatschow der Fall gewesen.

Zu dem Vorwurf, das Komitee habe eine "populistische Entscheidung" getroffen, meinte Jagland, der früherer norwegischer Regierungschef und Außenminister in sozialdemokratischen Regierungen war: "Wer das meint, der soll sich die Realitäten in der Welt vor Augen führen. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen."

Die Auszeichnung ist mit umgerechnet knapp einer Million Euro (zehn Millionen schwedische Kronen) dotiert. 205 Kandidaten waren in diesem Jahr offiziell nominiert, darunter mehr als 30 Organisationen.

Im letzten Jahr war der Friedensnobelpreis an den finnischen Ex-Präsidenten Martti Ahtisaari gegangen. Er wurde für seinen jahrzehntelangen Einsatz als Mittler und Makler bei internationalen Krisen, Konflikten und Kriegen ausgezeichnet. Letzter Preisträger aus Deutschland war 1971 Brandt.

Alfred Nobel, der Stifter des Preises, verfügte in seinem Testament, dass der Preis für Beiträge zur Verbrüderung zwischen den Völkern, die Verminderung oder Abschaffung von stehenden Heeren und die Förderung und Abhaltung von Friedenskongressen vergeben wird.

Hoffnungsträger für eine friedlichere Welt

Nach seinem Amtsantritt hatte Obama ein enormes Tempo vorgelegt. Der erste farbige Präsident der USA präsentierte sich als ein Hoffnungsträger für eine friedlichere Welt. Er ordnete den amerikanischen Truppenabzug aus dem Irak an. Er bot den nach der Atombombe strebenden Staaten Iran und Nordkorea direkte Gespräche an.

An Russland sendete er Signale der Entspannung und verkündete schließlich den Verzicht auf das geplante globale Raketenschild, von dem sich Russland bedroht gefühlt hatte. Inzwischen verhandeln beide Länder wieder über den Abbau ihrer Nuklearwaffen. Dieser Initiative schließen sich auch andere Atommächte an.

Zwei besondere Höhepunkte in Obamas ersten Monaten waren die Reden in Prag und Kairo. In Prag formulierte Obama am 5. April die Vision einer atomwaffenfreien Welt.

In Kairo reichte der US-Präsident der islamischen Welt die Hand zum Frieden. Der Aufruf zur Versöhnung wurde in der muslimischen Welt mit Beifall und Respekt bedacht.

Im eigenen Land ist Obama dagegen derzeit durchaus umstritten. Vor allem seine Pläne, allen Amerikanern Zugang zu einer Krankenverischerung zu verschaffen, haben ihn innenpolitisch in die Bredouille gebracht.

Obama ist der dritte US-Präsident, der während seiner Amtszeit den Friedensnobelpreis erhält - nach Theodore Roosevelt im Jahr 1906 und Woodrow Wilson 1919. Nach dem Ausscheiden aus dem Weißen Haus erhielten Jimmy Carter (2002) und Ex-Vizepräsident Al Gore die Auszeichnung,

als/ler/AP/AFP/dpa

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Forum - Nobelpreis für Barack Obama - eine richtige Entscheidung?
insgesamt 1858 Beiträge
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1.
Klo, 09.10.2009
Zitat von sysopSensationelle Entscheidung: Barack Obama bekommt den Friedensnobelpreis. Der US-Präsident wurde vom Komitee in Oslo für seine "außergewöhnlichen Bemühungen für die Zusammenarbeit zwischen den Völkern" ausgezeichnet. Eine richtige Entscheidung?
Viel unsinniger als der Literaturpreis für Herta Müller ist auf jeden Fall der Friedenspreis für Obama, der ja noch absolut gar nichts erreicht hat, was dies rechtfertigen könnte.
2.
Harms Wulf, 09.10.2009
Zitat von sysopSensationelle Entscheidung: Barack Obama bekommt den Friedensnobelpreis. Der US-Präsident wurde vom Komitee in Oslo für seine "außergewöhnlichen Bemühungen für die Zusammenarbeit zwischen den Völkern" ausgezeichnet. Eine richtige Entscheidung?
Jetzt sind ALLE Dämme gebrochen: Jetzt kann der Typ mit der Welt und dem Dollar machen, was er will. Die Welt ist VÖLLIG irre!!
3.
P-Berg, 09.10.2009
Zitat von sysopSensationelle Entscheidung: Barack Obama bekommt den Friedensnobelpreis. Der US-Präsident wurde vom Komitee in Oslo für seine "außergewöhnlichen Bemühungen für die Zusammenarbeit zwischen den Völkern" ausgezeichnet. Eine richtige Entscheidung?
Unbedingt. Seit seiner Inauguration sind schließlich - nur durch ihn - sämtliche Kriegsfeuer für immer erloschen, es herrscht Wohlstand für alle, Seuchen, Armut ... pipapo sind ausgerottet. Love, Peace & Harmony allerorten... Hail the messiah !
4.
Panslawist 09.10.2009
Zitat von sysopSensationelle Entscheidung: Barack Obama bekommt den Friedensnobelpreis. Der US-Präsident wurde vom Komitee in Oslo für seine "außergewöhnlichen Bemühungen für die Zusammenarbeit zwischen den Völkern" ausgezeichnet. Eine richtige Entscheidung?
Nachdem ihn Ahtisaari bekommen hat, ist dieser Preis völlig diskreditiert worden und man sollte aufhören über seine Verleihung zu berichten.
5. Entscheidung ist richtig....
shine31 09.10.2009
...aber noch etwas verfrüht. Erst sollten die ganzen Krisen, die Amerika im Nahen und Mittleren Osten angerichtet hat, behoben werden. Amerika mit Obama ist auf dem richtigen Weg, aber noch lange nicht am Ziel.
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Friedensnobelpreis für Obama

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Barack Obama: Der Hoffnungsträger

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Ehrung mit Weltrang - die Nobelpreise
Der Stifter
Mit der Stiftung der Nobelpreise wollte der schwedische Forscher und Großindustrielle Alfred Nobel (1833-1896) einen Konflikt lösen, der sein Leben bestimmte: Der Dynamit-Erfinder konnte nicht verwinden, dass seine Entdeckung für den Krieg genutzt wurde. Als "Wiedergutmachung" vermachte er sein Vermögen einer Stiftung, aus deren Zinsen Preise für jene finanziert werden sollten, die "im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben". Nobel selbst hatte mehr als 350 Patente angemeldet.
Die Auszeichnungen
Die Preise werden seit 1901 vergeben. Die Dotierung stieg von anfangs 150.800 Kronen auf zehn Millionen Kronen (eine Million Euro), wurde 2012 aber wegen der Wirtschaftskrise wieder auf acht Millionen Kronen gesenkt. Bis zu drei Menschen können sich einen wissenschaftlichen Preis teilen. Der Friedensnobelpreis wird auch an Organisationen verliehen. Höhepunkt ist stets die feierliche Verleihung der Auszeichnungen am 10. Dezember, dem Todestag von Nobel.
Die Kategorien
Die Preisträger für Physik und Chemie werden immer von der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften, die der Medizin vom Karolinska-Institut in Stockholm und die Literaturpreisträger von der Königlich-Schwedischen Akademie der Künste ausgewählt. Die Friedenspreisträger bestimmt ein Ausschuss des norwegischen Parlaments in Oslo.
Die Alternativen
Neben den eigentlichen Nobelpreisen wird seit 1969 eine Ehrung für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel verliehen. Sie wurde 1968 von der Schwedischen Reichsbank gestiftet. Seit 1980 vergibt die "Stiftung zur Auszeichnung richtiger Lebensführung" (Right Livelihood Award Foundation) die Right Livelihood Awards, die oft als alternative Nobelpreise bezeichnet werden.

Fotostrecke
Friedensnobelpreis: Die Preisträger der vergangenen Jahre
Nobelpreise für Friedensinitiativen
Zeichen gen Osten (1971)
Willy Brandt, Bundeskanzler der Jahre 1969 bis 1974, erhielt den Friedensnobelpreis für seine Versöhnungspolitik in Richtung Osten. Das Gewaltverzichtsabkommen mit Moskau und der Warschauer Vertrag bildeten die Grundlagen zur Aussöhnung mit der UdSSR und Polen. Die Bilder von Brandts Kniefall am Mahnmal für die im Warschauer Ghetto ermordeten Juden gingen um die ganze Welt.
Ringen um den Nahen Osten (1978)
Der ägyptische Präsident Anwar al-Sadat und der israelische Ministerpräsident Menachem Begin bekommen den Preis für ihre Bemühungen um einen Frieden im Nahen Osten und besonders das am 17. September unterzeichnete Abkommen von Camp David.
Ausgleich zwischen Ost und West (1990)
Der sowjetische Politiker Michail Gorbatschow wird für seine Bemühungen um einen Frieden zwischen Ost und West geehrt. Im gleichen Jahr zerfällt die Sowjetunion. Das letzte Staatsoberhaupt der 1991 aufgelösten UdSSR hatte die Begriffe "Perestroika" (Umwälzung) und "Glasnost" (Transparenz und Offenheit) geprägt und schrittweise in die Tat umgesetzt.
Friedensabkommen für Nahost (1994)
Der palästinensische Präsident Jassir Arafat, der israelische Außenminister Schimon Peres und Ministerpräsident Jizchak Rabin bekommen für das 1993 unterzeichnete Friedensabkommen von Oslo den Friedensnobelpreis.
Hoffnung für Nordirland (1998)
Die Führer der Katholiken und Protestanten in Nordirland, John Hume und David Trimble, werden für ihre Bemühungen um das im gleichen Jahr vereinbarte Karfreitagsabkommen ausgezeichnet, das Nordirland Frieden bringen soll.
Aussöhnung der Koreas (2000)
Der südkoreanische Präsident Kim Dae Jung wird für seinen Einsatz für Demokratie und Menschenrechte und die Aussöhnung mit Nordkorea geehrt. Er hatte erst zu Beginn dieses Jahres als erster südkoreanischer Präsident Pjöngjang besucht.
Erfolgreicher Vermittler (2002)
Der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter (1977 bis 1981) wurde unter anderem für seinen "Einsatz zur friedlichen Lösung internationaler Konflikte" geehrt. Zu seinen außenpolitischen Erfolgen gehört das Abkommen von Camp David zwischen Ägypten und Israel 1978, das ein Jahr später zum Friedensschluss führte. Mit der Sowjetunion brachte er den Abrüstungsvertrag Salt II zum Abschluss.