Aachen - Das Karlspreisdirektorium nannte Donald Tusk einen "polnischen Patrioten und großen Europäer", der vor drei Jahrzehnten gemeinsam mit zahlreichen Mitgliedern der Solidarnosc-Bewegung den Grundstein für die Wiedervereinigung Europas gelegt habe und "heute in besonderer Weise für ein demokratisches und weltoffenes Polen im Kreise der europäischen Völkerfamilie steht". Tusk werde die Auszeichnung verliehen "in Würdigung einer beeindruckenden Biografie im Dienste der Freiheit und der Demokratie und in Anerkennung seiner besonderen Verdienste um die Verständigung und Zusammenarbeit der Republik Polen mit seinen europäischen Partnern", hieß es zur Begründung.
Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ erklären, sie freue sich über die Entscheidung: Tusk sei eine gute Wahl. Außenminister Guido Westerwelle sagte der "Sächsischen Zeitung", Tusk stehe "für die Vertiefung der europäischen Einigung und eine enge deutsch-polnische Freundschaft. Mit ihm erhält ein wirklicher Europäer den diesjährigen Preis." Der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung und frühere Präsident des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering, sagte, Tusk habe nicht nur zur Öffnung Polens gegenüber Europa, sondern auch für die Verwirklichung des Lissabon-Vertrages einen entscheidenden Beitrag geleistet. "Im Verhältnis zu Deutschland lässt sich Tusk von den Prinzipien der Versöhnung, der Verständigung und des Ausgleichs leiten." Die Verleihung des Karlspreises an Tusk sei eine Ermutigung für die jungen Menschen in Polen, "den europäischen Weg ihres Landes weiterzugehen".
Der Internationale Karlspreis zu Aachen gilt als einer der bedeutendsten europäischen Auszeichnungen. Er wird seit 1950 an Persönlichkeiten und Institutionen verliehen, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben.
Der Preis wird am 13. Mai im Krönungssaal des Aachener Rathauses verliehen.
jul/APN
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