Autobombe in Nordirland Polizei nimmt nach Anschlag zwei Verdächtige fest

In der nordirischen Stadt Londonderry ist eine Autobombe detoniert. Zwei Männer wurden festgenommen - sie sollen einer Splittergruppe der Untergrundorganisation IRA angehören.

Wrack eines Autos in Londonderry, Nordirland, in dem offenbar eine Autobombe gezündet wurde
AFP

Wrack eines Autos in Londonderry, Nordirland, in dem offenbar eine Autobombe gezündet wurde


Der Autobombenanschlag in Londonderry geht nach Einschätzung der Polizei vermutlich auf das Konto einer Splittergruppe der militanten Untergrundorganisation IRA. Die Ermittlungen richteten sich in erster Linie gegen die sogenannte New IRA, sagte der stellvertretende Polizeichef Mark Hamilton. Zwei Personen seien festgenommen worden.

Laut Medienberichten hatte die Polizei eine telefonische Warnung erhalten und gerade begonnen, das Gebiet abzuriegeln, als es zur Explosion kam. Das Fahrzeug sei kurz zuvor gestohlen worden, berichtete der Sender BBC. Nach Behördenangaben wurde bei dem Anschlag im Stadtzentrum niemand verletzt.

Polizeivize Hamilton sagte, er sehe in dem Anschlag keine Eskalation. Allerdings fällt er in eine Phase, in der vor einem möglichen Wiederaufflammen des Nordirland-Konflikts gewarnt wird. Das droht, wenn es im Zuge des Brexit wieder eine harte Grenze zwischen dem zu Großbritannien gehörenden Nordirland und dem EU-Mitglied Irland geben sollte.

3700 Tote im Nordirland-Konflikt

Der Nordirlandkonflikt dauerte Jahrzehnte, mehr als 3700 Menschen starben. Das Karfreitagsabkommen beendete 1998 den Konflikt. Dennoch kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten.

Katholische Nationalisten streben eine Vereinigung mit Irland an, protestantische Unionisten wollen weiterhin zu Großbritannien gehören. Die "New IRA" hat in den vergangenen Jahren immer wieder Anschläge verübt. Sie lehnt das Friedensabkommen ab.

jpz/Reuters/AP



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