Gewalt im Irak 21 Tote bei Explosion mehrerer Autobomben in Bagdad

In der irakischen Hauptstadt Bagdad sind sechs Autobomben explodiert. 21 Menschen wurden dabei getötet. In der Stadt Tikrit starb ein mutmaßlicher Selbstmordattentäter auf der Flucht vor der Polizei.

Parlamentswahlen im Irak: Zahlreiche Terroranschläge trüben den Wahlkampf
AP

Parlamentswahlen im Irak: Zahlreiche Terroranschläge trüben den Wahlkampf


Bagdad/Tikrit - Erneut erschüttert eine Serie von Terroranschlägen den Irak. Bei der Explosion mehrerer Autobomben wurden am Mittwoch an verschiedenen Orten insgesamt 22 Menschen getötet. 21 von ihnen starben, als am Vormittag sechs Sprengsätze im Stadtgebiet von Bagdad explodierten. Die Anschläge wurden in Stadtteilen verübt, die mehrheitlich von Schiiten bewohnt werden. Die Polizei zählte 55 Verletzte.

Bei einem weiteren Vorfall in der Stadt Tikrit kam ein mutmaßlicher Selbstmordattentäter ums Leben. Seine Autobombe explodierte während einer Verfolgungsjagd mit der Polizei. Nach Polizeiangaben wurden fünf Zivilisten verletzt.

Glimpflicher ging ein Anschlag auf einer Landstraße in der Provinz Salaheddin aus: Extremisten schossen am Dienstagabend auf zwei Wahlkampfhelfer, die gerade dabei waren, Plakate für ihre Partei aufzuhängen. Getötet wurde dabei niemand, jedoch wurden Mitglieder des Wahlkampfteams von Ex-Ministerpräsident Ijad Allawi verletzt. Die Angreifer flohen. Die Polizei geht davon aus, dass sie einem lokalen Ableger des Terrornetzwerks al-Qaida angehören.

Die Iraker wählen am 30. April ein neues Parlament. Die zahlreichen Terroranschläge der vergangenen Monate könnten jedoch viele Bürger vom Gang zur Wahlurne abhalten. Erst Mitte März waren bei der Explosion von vier Autobomben in Bagdad mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. Zwei Wochen zuvor wurden in der von Schiiten bewohnten Stadt Hilla mindestens 32 Menschen bei einem Selbstmordattentat getötet. Bei einer Schießerei in Tikrit starben mindestens 17 Menschen.

Insgesamt kamen im Jahr 2013 bei Bombenanschlägen und anderen Attacken mehr als 8000 Zivilisten ums Leben. Hunderttausende Menschen waren daher zuletzt auf der Flucht.

Genährt wird der Konflikt vom Bürgerkrieg im benachbarten Syrien und von der Wut der sunnitischen Minderheit auf die schiitisch dominierte Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki. Viele Sunniten werfen Maliki vor, sie politisch und wirtschaftlich bewusst zu benachteiligen.

jbe/dpa/AFP

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recepcik 10.04.2014
1. 8000 Tote Zivilisten 2013
traurig dass das Morden in Irak kein Ende nimmt. Im Artikel wird die Benachteiligung der Sunniten erwähnt. Die haben sich selber aus der Politik zurückgezogen und wollen durch Terror zu ihren Recht kommen. Über 80% der Opfer des Terrors sind Schiiten.
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