Nach Sieg über den IS Bagdad meldet Teilabzug von US-Truppen aus dem Irak

Die genaue Größe der US-Kampfverbände im Irak ist unbekannt. Doch nun heißt es aus Bagdad, 4000 amerikanische Soldaten würden nach dem Sieg über den "Islamischen Staat" das Land verlassen.

US-Soldaten im Irak (Archivbild)
DPA

US-Soldaten im Irak (Archivbild)


Mit Mossul beherrschte die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) länger als zwei Jahre die zweitgrößte Stadt des Irak. Ohne Unterstützung aus dem Ausland hätte die irakische Armee die Islamisten Ende 2017 wohl nicht vertreiben können.

Mit den USA zieht nun der Verbündete offenbar teilweise seine Truppen aus dem Land ab, meldet die irakische Regierung. Insgesamt sollten 4000 Soldaten den Irak verlassen, hieß es am Montag dazu in Bagdad.

Die beiden Länder hätten sich auf eine Reduzierung der Truppen geeinigt, nachdem der IS zerschlagen worden sei. Der Abzug habe in der vergangenen Woche begonnen. Eine offizielle Bestätigung aus den USA für die Angaben gab es zunächst nicht.

Unterstützt von US-Truppen hatten irakische Regierungskräfte im vergangenen Jahr den größten Teil des früheren IS-Herrschaftsgebiets wieder unter Kontrolle gebracht. Iraks Ministerpräsident Haider al-Abadi erklärte im vergangenen Dezember, das Land sei vollständig befreit worden. In den großen Wüstengebieten im Westen des Landes sind jedoch noch immer Anhänger der Terrormiliz aktiv.

Der Sprecher der US-geführten Anti-IS-Koalition, Ryan Dillon, erklärte über Twitter, die Truppenpräsenz hänge von den Bedingungen ab und stehe im Verhältnis zum Bedarf. Zahlen nannte er nicht.

Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums waren bislang mehr als 5200 US-Soldaten im Irak im Einsatz. Medienberichten zufolge soll die tatsächliche Zahl jedoch bei fast 9000 liegen. Die US-Truppen sind im Irak offiziell nur als Ausbilder und Militärberater im Einsatz.

cht/dpa



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