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13. April 2003, 08:19 Uhr

Bagdad

Syrer erschießt US-Soldaten

Ein US-Marineinfanterist ist am Samstag in Bagdad von einem Syrer erschossen worden. Das weckt neue Ängste in den USA, dass sich arabische Fanatiker unter die Bevölkerung Bagdads gemischt haben.

Bagdad - Wie das US-Zentralkommando mitteilte, hatte der Soldat Wache an einem Kontrollposten vor einem Krankenhaus gehalten, als sich ihm zwei Männer näherten. Plötzlich habe einer der Männer auf den Soldaten geschossen und ihn getötet. Andere US-Marines hätten das Feuer erwidert und den Angreifer getötet. Der zweite Mann habe fliehen können. Der getötete Angreifer habe syrische Ausweispapiere bei sich gehabt, hieß es.

300 Sprengstoffwesten gefunden

Dieses Attentat weckt neue Ängste unter der US-Militärführung. Zudem haben US-Soldaten nach eigenen Angaben in der irakischen Hauptstadt Bagdad mehr als 300 Sprengstoffwesten für Selbstmordanschläge gefunden.

Wie das US-Central-Command am Sonntag in Katar mitteilte, seien die Sprengsätze von 160 der 310 am Freitag gefundenen Westen zusätzlich mit kleinen Kugeln ausgerüstet, um sie noch gefährlicher zu machen. Wo die Westen gefunden worden seien, sagte das US-Militär nicht. Der US-Sender CNN berichtete, die Westen seien in einer Schule entdeckt worden. Die irakische Führung hatte noch kurz vor ihrem Sturz behauptet, bis zu 3000 Freiwillige aus arabischen Staaten ständen für Selbstmordanschläge gegen die US-geführten Truppen im Irak bereit.

Weiteren Fernsehberichten zufolge wurden zusammen mit den Westen auch zahlreiche leere Kleiderbügel von möglicherweise bereits ausgeteilten Sprengstoffwesten gefunden. Seit Beginn des Irak-Krieges am 20. März wurden dem US-Militär zufolge mehrere Selbstmordanschläge auf Soldaten der US-geführten Truppen verübt.

Bisher 114 getötete US-Soldaten

Im Irak-Krieg sind nach jüngsten Angaben des US-Verteidigungsministeriums 114 US-Soldaten getötet und mindestens 399 US-Soldaten verletzt worden. Sechs Soldaten würden vermisst und sieben weitere seien in irakischer Gefangenschaft, teilte das Ministerium am Samstag mit.

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