Terror in Bagdad Autobombe tötet mindestens 32 Menschen

Erneut erschüttert ein schwerer Anschlag Bagdad: Bei einem Autobombenattentat in der irakischen Hauptstadt starben mehr als 30 Menschen. Derzeit ist Frankreichs Präsident Hollande zu Besuch.

Wrack des Autos, in dem die Bombe versteckt war, am Anschlagsort im Bagdader Schiiten-Viertel Sadr City
AFP

Wrack des Autos, in dem die Bombe versteckt war, am Anschlagsort im Bagdader Schiiten-Viertel Sadr City


An einer Kreuzung im Stadtviertel Sadr City in Bagdad ist eine Autobombe explodiert. Bei der Detonation wurden nach Polizeiangaben mindestens 32 Menschen getötet. Dutzende weitere Menschen wurden verletzt, teilten die Polizei und Krankenhausmitarbeiter mit. Bei vielen Opfern handelt es sich um Tagelöhner, die an der Kreuzung auf Arbeit warteten.

Das schiitische Viertel im Nordosten der Hauptstadt ist immer wieder Ziel von Anschlägen. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hatte am Wochenende im Irak Angriffe mit mehr als 30 Toten verübt, darunter ein Anschlag zweier Selbstmordattentäter auf einen belebten Markt im Zentrum Bagdads. Dabei gab es mindestens 27 Todesopfer. Auch den Anschlag in Sadr City beanspruchte der IS für sich.

Nahe der irakischen Stadt Nadschaf wurden bei einer Attacke auf einen Kontrollpunkt mehrere Menschen getötet. Bei den Opfern handelt es sich den Angaben zufolge um fünf Polizisten, drei Zivilisten und fünf Angreifer. Mindestens 16 weitere Personen wurden verletzt.

Hollande zu Besuch im Irak

Die Angreifer hätten sich in zwei Fahrzeugen dem Posten genähert, teilte die Polizei mit. Als die Beamten das erste Fahrzeug kontrollieren wollten, habe der Fahrer einen Sprengsatz gezündet. Der zweite Wagen sei abgedreht und von den Sicherheitskräften verfolgt worden. Diese hätten dann die Insassen getötet.

Der IS verübt immer wieder Anschläge auf Sicherheitskräfte und vor allem auf von Schiiten bewohnte Orte. Die sunnitische Miliz sieht die Glaubensgruppe als Abtrünnige an. Nadschaf gilt den Schiiten als heilige Stadt. Hier befindet sich die Grabmoschee des Imams Ali, des Schwiegersohns und Nachfolgers der Propheten Mohammed.

Derzeit ist der französische Staatspräsident François Hollande zu Besuch in Bagdad. Frankreich unterstützt im Irak den Kampf gegen den IS. Er rechne mit der Befreiung der nordirakischen Stadt Mossul aus der Gewalt der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) innerhalb von Wochen, sagte Hollande nach einem Treffen mi dem Regierungschef Haidar al-Abadi. Allerdings müssten die Anstrengungen zur Unterstützung der irakischen Streitkräfte verstärkt werden.

Frankreichs Militär unterstützt die irakische Armee mit Ausbildern, Beratern und Artillerie. Zudem fliegt die französische Luftwaffe Angriffe auf IS-Stellungen im Irak und in Syrien. Hollande wollte am Montag noch Präsident Fuad Massum treffen, wie die irakische Regierung mitteilte.

anr/cht/brk/AFP/Reuters/dpa



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