Bagdad Autobomben töten mindestens 35 Menschen nach Weihnachtsmesse

In Bagdad sind bei Anschlägen nahe einer Kirche mindestens 35 Menschen getötet worden, mehr als 50 wurden verletzt. Die meisten Opfer waren Christen, die nach der Weihnachtsmesse aus dem Gotteshaus strömten.


Bagdad - Bei Anschlägen nahe einer Kirche in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am ersten Weihnachtstag mindestens 35 Menschen getötet worden. Bei den Explosionen mehrerer Autobomben im südlichen Viertel Dura seien zudem mehr als 50 Menschen verletzt worden, sagte ein Polizeioffizier.

Demnach waren die meisten Opfer Christen. Die Bomben seien gezündet worden, als die Gläubigen gerade den Gottesdienst verließen. Unterschiedliche Angaben gibt es darüber, wie viele Sprengsätze insgesamt detonierten und wo sie exakt platziert waren.

Einer der Sprengsätze war AP und Reuters zufolge in einem Auto nahe der Kirche platziert, eine weitere sei auf einem ebenfalls nahe gelegenen belebten Markt explodiert. AFP und dpa melden hingegen, beide Bomben seien auf dem Markt gezündet worden.

Zu den Anschlägen bekannte sich bislang niemand. Offiziell erklärte das Innenministerium gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, der Anschlag habe nicht gezielt Christen gegolten. Das widerspricht allerdings den Angaben, die Insider aus dem Sicherheitsapparat des Landes Reuters und AP gegenüber machten.

Im Irak lebten bis zum US-Einmarsch 2003 fast 1,5 Millionen Christen. Heute sind es nur noch rund 300.000, Hunderttausende flohen vor der Gewalt ins Ausland. Nach wie vor sind sie immer wieder Ziel blutiger Anschläge islamistischer Extremisten.

Die Gewalt im Irak hat in diesem Jahr wieder einen neuen Höhepunkt erreicht. Sunnitische Aufständische, etwa Qaida-Kämpfer, verstärkten ihre Angriffe. Sie attackieren Zivilisten, Sicherheitskräfte und mutmaßliche Unterstützer der von Schiiten geführten Zentralregierung in Bagdad. Seit Jahresbeginn wurden der Nachrichtenagentur AFP zufolge mehr als 6650 Menschen bei Anschlägen und anderen Gewalttaten getötet.

fdi/AFP/Reuters/dpa



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Dr.Fuzzi 26.12.2013
1. Och Joh!
Interessant, das zu einer Meldung, das in Bagdad bei einem radikalislamistischen Anschlag nahe einer Kirche mindestens 14 Menschen getötet worden sind und mehr als 30 verletzt wurden, auch nach Stunden, hier nicht der kleinste Kommentar zu lesen war. Na da schliessen wir einfach mal die Augen und stellen uns vor, ein ganz banaler Christ, hätte in einer Moschee oder Synagoge einen lauten Pfurz gelassen - was da wohl in der Welt los wäre!
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