Balkanroute Slowenien führt Obergrenze für Flüchtlinge ein

Slowenien macht seine Grenze teilweise dicht: Lediglich 580 Flüchtlingen soll täglich die Durchreise gestattet werden. Die anderen Balkanländer und Österreich unterstützen die Tagesquote.

Migranten in Slowenien:  Balkanroute für Flüchtlinge weitgehend abgeriegelt
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Migranten in Slowenien: Balkanroute für Flüchtlinge weitgehend abgeriegelt


Auf der Flucht nach Europa wird die Balkanroute immer mehr zum Nadelöhr. Nach Österreich hat nun auch Slowenien eine Obergrenze beschlossen: Täglich sollen an der Grenze nur noch 580 Flüchtlinge ins Land gelassen werden. Dies sei im Einklang mit einer Einigung zwischen den Polizeichefs der Länder entlang der sogenannten Balkanroute, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums.

Demnach habe sich Slowenien mit Mazedonien, Serbien und Kroatien sowie Österreich darauf geeinigt, dass täglich nur noch etwa 580 Flüchtlingen die Durchreise erlaubt werde. Das ermögliche die Kontrolle jedes Flüchtlings entsprechend der Schengen-Regeln.

Die Nachrichtenagentur dpa meldete, dass täglich nur noch 500 Menschen auf der Balkanroute nach Österreich oder Deutschland reisen dürften. "Gestern Abend haben wir diese Information von der kroatischen Polizei erhalten, die ihrerseits diese Nachricht von der slowenischen Polizei bekommen hatte", sagte Serbiens Innenminister Nebojsa Stefanovic am Freitag. Damit wäre die Balkanroute für Flüchtlinge weitgehend abgeriegelt.

Österreich und die Balkanländer hatten am Mittwoch in Wien ein gemeinsames Vorgehen zur Reduzierung der Flüchtlingszuwanderung vereinbart. Sie setzen dabei auf nationale Maßnahmen an den Grenzen.

Schon jetzt sitzen allerdings Tausende Flüchtlinge auf der Balkanroute fest. An Österreichs Südgrenze gilt seit Mitte Februar ein Tageskontingent für Flüchtlinge. Lediglich 80 Menschen sollen dort pro Tag Asylanträge stellen dürfen, maximal 3200 Flüchtlingen wird täglich die Durchreise Richtung Deutschland erlaubt. Mazedonien schloss zudem am vergangenen Wochenende die Grenze für Flüchtlinge aus Afghanistan. Lediglich Syrer und Iraker werden ins Land gelassen.

Seitdem harren Tausende Menschen an der griechisch-mazedonischen Grenze aus. Weiterhin versuchen zahlreiche Menschen über die Balkanroute nach Deutschland, Österreich oder Skandinavien zu gelangen. Nach Angaben der griechischen Polizei sind derzeit 25.000 Menschen auf dem Weg zur Grenze.

Die weitgehende Blockade auf der Balkanroute hat dazu geführt, dass auch die Flüchtlingszahlen in Österreich und Deutschland stark zurückgegangen sind. In den vergangenen sieben Tagen seien insgesamt nur rund 3000 Flüchtlinge am Grenzübergang Spielfeld angekommen, sagte ein Polizeisprecher in Wien. Weniger als 100 Menschen hätten einen Asylantrag gestellt. In Bayern hatte die Bundespolizei zuletzt weniger als 500 Menschen täglich registriert.

brk/Reuters/AFP/dpa

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