Mutmaßlicher Giftgasangriff: Ban Ki Moon will Uno-Inspektoren nach Syrien entsenden

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon am Donnerstag in Seoul Zur Großansicht
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Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon am Donnerstag in Seoul

Ein Einsatz von Giftgas in Syrien wäre nach Ansicht der USA eine Eskalation. Das Land fordert eine internationale Überprüfung des mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatzes. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon will Inspektoren in die betroffenen Gebiete schicken.

Washington - Der Generalsekretär der Uno, Ban Ki Moon, will Uno-Inspektoren nach Syrien entsenden. Er sagte am Donnerstag, er werde eine entsprechende Bitte an die Regierung von Präsident Baschar al-Assad übergeben. Nach den Berichten über einen möglichen Giftgasangriff auf Zivilisten in Syrien wächst nun der Druck auf die Regierung, den Inspektoren Zugang zu den betroffenen Gebieten zu gewähren.

Zuvor hatten unter anderem die USA und Deutschland Zugang für die Experten gefordert. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte, die Uno-Experten in Syrien müssten "umgehend Zugang erhalten, um diese Vorwürfe zu prüfen". Syriens Verbündeter Russland erklärte, man werde sich einer Untersuchung nicht in den Weg stellen. Die syrische Opposition wirft der Armee vor, bei einem Giftgas-Angriff am Mittwoch zwischen 500 und 1300 Menschen in Vororten von Damaskus getötet zu haben. Die Regierung hat dies als "unlogisch und erfunden" zurückgewiesen.

Ein Einsatz von Giftgas in Syrien wäre nach Ansicht der USA eine "empörende und abscheuliche Eskalation" im dortigen Bürgerkrieg. Das sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Jen Psaki, am Donnerstag in Washington und bekräftigte die Forderung nach einer internationalen Überprüfung der jüngsten Berichte über einen Chemiewaffeneinsatz. Außenminister John Kerry sei mit Führern der syrischen Oppositionsbewegung sowie mit westlichen Verbündeten in Kontakt, sagte Psaki.

Die USA könnten noch nicht "endgültig" bestätigen, ob es sich wirklich um einen Giftgasangriff gehandelt habe, erklärte das Außenministerium in Washington. Präsident Barack Obama habe die Geheimdienste angewiesen, Informationen über den mutmaßlichen Angriff in der Nähe von Damaskus zusammenzutragen. Psaki sagte, dass die Regierung "alles in unserer Macht stehende" tue, um die Fakten zu klären.

US-Präsident Barack Obama hatte den Einsatz von Giftgas vor einem Jahr als "rote Linie" bezeichnet und vor Konsequenzen gewarnt. In den USA wächst nun der Druck auf ihn, Taten folgen zu lassen. Der republikanische Senator John McCain forderte gezielte Luftangriffe auf syrische Luft- und Raketenstellungen.

kha/Reuters/dpa/AFP

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insgesamt 18 Beiträge
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1. Wirklich?
danang 22.08.2013
Der Friedenpreisträger aus den USA liefert lustige Wäffchen in den Nahen Osten-witzigerweise an die Freunde Israel und Ägypten. Der luprenreine Demokrat aus Russland liefert Giftgasfariken in den Nahen Osten. Weil der sich ja wehren muß gegen die amerikanischen Vernichtungswaffen. Und jetzt wehren sich die Hungernden und Doofgehaltenenden, Skandal ? Nee, logisch, weil irgendwann kriegen wir den ganzen Mist zurück, bringt schon mal eure Kinder in Sicherheit, aber Ihr Schafe, die Angie die schafft das schon und zwar richtig.
2. Rußlands Krieg
Anti Michel 22.08.2013
Zitat von sysopEin Einsatz von Giftgas in Syrien wäre nach Ansicht der USA eine Eskalation. Das Land fordert eine internationale Überprüfung des mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatzes. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon will Inspektoren in die betroffenen Gebiete schicken. Ban Ki Moon fordert Zugang von Uno-Inspektoren nach Syrien - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/ban-ki-moon-fordert-zugang-von-uno-inspektoren-nach-syrien-a-918116.html)
Mutmaßlich, angeblich, vermeintlich - das sprachliche Ausdrucksvermögen ist erschöpft und sagt doch nur, dass wir aus Feigheit und Freude am Leben uns nicht mit unerquicklichen Dingen beschäftigen wollen. Vor mehr als zwei Jahren war dies schon zu lesen: “We’ve Never Seen Such Horror” “We’ve Never Seen Such Horror” | Human Rights Watch (http://www.hrw.org/node/99345/section/2) Seit mehr als zwei Jahren ist eine Bevölkerung diesem Staatsterror ausgesetzt. Was wäre, wenn wir Syrien nach Irland verlegen würden und immer noch auf Ban Ki Moon warten müssten? Aufschrei?
3.
fuchs008 22.08.2013
Die wichtigste Frage ist doch nicht, ob Giftgas eingesetzt wurde. Die wichtigste Frage ist, wer es eingesetzt hat! Die "Rebellen" haben ein hundertmal größeres Interesse am Giftgaseinsatz als die syrischen Streitkräfte. Zumal die Rebellen bereits mit inszenierten Massakern (Hula) aufgefallen sind, die sie der Regierung in die Schuhe schieben wollten. Zumal bereits Rebellen mit Sarin in der Türkei erwischt wurden. Warum stellt SPON diese Fragen nicht?
4. Syrien
spon-facebook-1325871944 23.08.2013
FSA so wie die Opposition werden wohl den Anschlag machen - denn es ist schon eigenartig immer wenn die Syrische Armee Orte oder Dörfer zurück erobert haben - dann kommt das Gespräch immer wieder mit den Chemiewaffen auf und es sind dann auch Anschläge - warum sind Anschläge immer dann wenn die Syrische Armee Erfolgreich sind - das ist doch sehr Komisch und das zum dritten Mal.
5.
c++ 23.08.2013
Man muss mal zwei Fragen klar trennen: 1. wurde Giftgas eingesetzt, welches Giftgas in welchen Mengen? 2. wenn ja, wer ist dafür verantwortlich. Die erste Frage lässt sich vermutlich vor Ort klar beantworten. Die zweite Frage kann aber kein Uno-Inspektor klären. Schließlich hat das Giftgas keinen Absenderhinweis. Niemand weiß, ist die Assad-Armee verantwortlich, sind die Aufständischen verantwortlich, sind ausländische Geheimdienste verantwortlich. Während russische Politiker sagen, man habe die Rakete identifiziert, die aus Rebellengebiet abgefeuert wurde, behaupten andere, dass die Assad-Armee die Rakete abgeschossen hat. Beweisen kann niemand etwas. Wir als Außenstehende können nur die Frage stellen: wem nutzt der Vorfall, wer hat ein Interesse daran, dass Giftgas eingesetzt wird? Wer glaubt denn, es ist ein Zufall, dass dieser Giftgasangriff erfolgt, kurz nachem Uno-Inspektoren angereist sind, dann auch noch vor deren Nase? Der muss grenzenlos naiv sein. So zynisch es sein mag, aber ohne Anreise der Uno-Inspektoren hätte es diesen Giftgasangriff, falls er erfolgt ist, wahrscheinlich nie gegeben.
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Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Wail al-Halki

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