Uno-Generalsekretär Zurückschicken von Flüchtlingen ist keine Lösung

Uno-Generalsekretär Ban hat an die EU-Staaten appelliert, mit Flüchtlingen human umzugehen und sie nicht zurückzuschicken. Politiker sollten sich Merkel zum Vorbild nehmen. Sie werde weltweit bewundert - "auch von mir".

Uno-Generalsekretär Ban
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Uno-Generalsekretär Ban


Ban Ki Moon hat die EU-Staaten vor einer Politik der Abschottung in der Flüchtlingskrise gewarnt. "Mauern zu bauen, Menschen zu diskriminieren oder sie zurückzuschicken ist keine Antwort auf das Problem", sagte der Uno-Generalsekretär im Interview mit der "Bild"-Zeitung. Die europäischen Länder hätten sehr viele Flüchtlinge aufgenommen: "Ich habe die Politiker dringend gebeten, mit der immer größeren Zahl von Menschen, die vor Kriegen und Konflikten fliehen, human und mitfühlend umzugehen."

Ban sagte in diesem Zusammenhang, Bundeskanzlerin Angela Merkel mache einen "super Job". "Ich möchte ihre großzügige Reaktion auf die Flüchtlingskrise, ihre humane politische Führung sowie die Solidarität Deutschlands und seiner Bürger mit den Flüchtlingen in diesem und im letzten Jahr loben", sagte er.

Andere Politiker sollten Merkel unterstützen und sie zum Vorbild nehmen, sagte der Uno-Generalsekretär. Die Kanzlerin werde weltweit bewundert, "auch von mir".

Merkel verhandelt derzeit in Brüssel mit den anderen EU-Staaats- und Regierungschefs über eine Lösung der Flüchtlingskrise. Zentrale Rolle dabei spielt die Türkei: Der geplante Deal sieht unter anderem vor, dass Ankara alle Flüchtlinge zurücknimmt, die illegal von der Türkei aus nach Griechenland kommen. Im Gegenzug will die EU für jeden zurückgeführten Syrer einen syrischen Kriegsflüchtling auf legalem Weg aus der Türkei aufnehmen.

In dem Interview wurde Ban auch nach einer möglichen Präsidentschaft des umstrittenen US-Milliardärs Donald Trump gefragt. Bans Antwort: "Ich bin sicher, dass die US-Bürger bei der Wahl ihres Präsidenten eine weise und informierte Entscheidung treffen werden. Sie werden bestimmt einen Präsidenten wählen, der gut für ihre gemeinsame Zukunft ist."

aar/Reuters

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