Anschlag auf heutige Regierungschefin 19 Menschen in Bangladesch zum Tode verurteilt

Im Jahr 2004 warfen sie Handgranaten auf die heutige Regierungschefin. Jetzt sind 19 Menschen in Bangladesch zum Tode verurteilt worden. 19 weitere müssen lebenslang in Haft - auch ein Oppositionsführer.

Oppositionsführer Tarique Rahman (Archiv)
AP

Oppositionsführer Tarique Rahman (Archiv)


14 Jahre ist der Anschlag auf Sheikh Hasina, die heutige Premierministerin in Bangladesch, bereits her. Nun hat ein Gericht in der Hauptstadt Dhaka harte Urteile gegen Dutzende Personen ausgesprochen.

19 Menschen wurden zum Tode verurteilt. Darunter sind auch zwei ehemalige Minister. Außerdem belegten die Richter 19 weitere Personen mit lebenslangen Haftstrafen. Dazu zählt auch der führende Oppositionspolitiker, Tarique Rahman, sowie andere Mitglieder der Partei BNP.

Im Jahr 2004 hatten mehrere Angreifer bei einer Kundgebung in Dhaka einen Anschlag auf Hasina verübt. Sie warfen Handgranaten in die Menge und auf die Bühne, als die Politikerin eine Rede hielt. Hasina und Hunderte Mitglieder ihrer Partei Awami-Liga wurden dabei verletzt, 24 Menschen kamen ums Leben. Es war nicht das einzige Attentat, das Hasina, die Tochter des Staatsgründers Sheikh Mujibur Rahman, überlebte.

Die BNP sieht den Prozess kritisch

Der jetzt verurteilte Rahman leitet die Oppositionspartei BNP aus dem Londoner Exil heraus. Seine Mutter Khaleda Zia war im Februar wegen Veruntreuung von Spendengeldern zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

Die BNP äußerte sich zunächst nicht zu dem Urteil. Im Vorfeld hatten weitere Parteiführer jedoch den Vorwurf erhoben, der Prozess sei politisch motiviert, um die Chancen der BNP im Dezember zu mindern: Dann wird in Bangladesch ein neues Parlament gewählt.

Hasina ist seit 2008 zum zweiten Mal Premierministerin. Schon von 1996 bis 2001 hatte sie dieses Amt ausgeführt. Zias BNP war zur bislang letzten Wahl im Jahr 2014 nicht angetreten. Damals kam es erneut zu tödlicher Gewalt zwischen den zwei Lagern.

mst/dpa/AFP



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