Bangladesch Geiselnahme in Dhaka beendet - 20 Zivilisten tot

Bei der Geiselnahme in einem Restaurant in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka sind 20 Zivilisten getötet worden, die meisten von ihnen waren Ausländer. Auch zwei Polizisten starben.

Soldaten in Dhaka
AFP

Soldaten in Dhaka


Stundenlang hielten sie ihre Geiseln in einem Restaurant in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka fest, nach rund zehn Stunden dann stürmte ein Sondereinsatzkommando das Lokal.

Nach dem Ende der Geiselnahme ist jetzt klar: 20 Geiseln und zwei Polizisten sind tot. Zudem kamen sechs Geiselnehmer ums Leben. Das teilte ein Militärsprecher am Samstag mit. Einer der Attentäter wurde festgenommen. Die meisten der Opfer seien "brutal mit Stichwaffen" getötet worden, sagte ein Armeesprecher.

Zunächst hieß es, alle 20 getöteten Zivilisten seien Ausländer gewesen. Später berichtete ein Armeesprecher, man gehe doch davon aus, dass auch Einheimische getötet wurden.

Nach Polizeiangaben stürmten sieben bewaffnete Angreifer das bei Ausländern beliebte Café Holey Artisan Bakery im Diplomatenviertel Gulshan am Freitagabend gegen 21.20 Uhr. Sie riefen "Allahu Akbar" (Gott ist groß) und zündeten Sprengsätze. Zunächst war von mindestens acht Tätern die Rede gewesen. Sie nahmen 35 Menschen als Geisel.

Die Attentäter hatten den Behörden zufolge über mehrere Stunden immer wieder die Polizei beschossen und mit Sprengsätzen attackiert. Zwei Beamte starben, mehrere Menschen erlitten Verletzungen.

Nach stundenlanger Belagerung stürmten Sicherheitskräfte am Samstagmorgen das Gebäude, sie befreiten 13 Geiseln. Ein Japaner mit einer Schusswunde wurde ins Krankenhaus gebracht. Auch zwei Menschen aus Sri Lanka waren nach Angaben der Regierung in Colombo unter den Geretteten.

Fotostrecke

7  Bilder
Bangladesch: Geiselnahme im Diplomatenviertel von Dhaka

Es sollen sich auch elf Italiener unter den Geiseln befunden haben, zehn von ihnen starben. Die italienische Fußballmannschaft will beim Viertelfinalspiel der Europameisterschaft gegen Deutschland am Abend mit schwarzen Armbinden antreten. Auch Inder sollen in dem Lokal gewesen sein. Es gebe derzeit keine Hinweise darauf, dass Deutsche betroffen sein könnten, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Berlin.

Bangladeschs Regierungschefin Sheikh Hasina reagierte in einer Fernsehansprache: "Es war eine extrem abscheuliche Tat. Was für Muslime sind diese Leute? Sie haben keine Religion." Ihre Regierung sei "entschlossen, den Terrorismus und die Militanz in Bangladesch auszurotten".

Zu dem Überfall in dem Diplomatenviertel hatte sich die Islamistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannt. Die Extremisten stellten Fotos ins Internet, die Leichen getöteter Ausländer in dem Café zeigen sollten. Ob die Bilder tatsächlich aus dem Lokal stammten, ist unklar.

heb/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.