Bangladesch Menschenrechtsblogger Roy erstochen

Der Blogger Avijit Roy ist in Bangladesch ermordet worden. Der von der Deutschen Welle ausgezeichnete Aktivist hatte sich gegen religiösen Fanatismus und für die Rechte von Homosexuellen eingesetzt.


Dhaka - Die Ermordung des Bloggers Avijit Roy in Bangladesch hat bei der Bundesregierung und dem staatlichen Auslandssender Deutsche Welle Betroffenheit ausgelöst. Der in den USA lebende Blogger war am Donnerstag nahe der Universität von Dhaka ermordet worden, wo er sein neues Buch vorstellen wollte. Er war mehrfach von Islamisten bedroht worden.

Die Tat sei ein "Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit in Bangladesch", sagte der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer, am Rande seines Mexiko-Besuchs. Die Regierung von Bangladesch müsse alles tun, um die Täter zu fassen und die Menschen zu schützen, die "von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch machen".

Roy hatte in seinem Blog religiösen Fanatismus kritisiert und sich für die Rechte von Homosexuellen stark gemacht. 2014 war er in der Kategorie Blogs für den "Bobs - Best of Online Activism Award" der Deutschen Welle (DW) nominiert worden. DW-Chefredakteur Alexander Kudascheff nannte die Ermordung Roys ein schreckliches Verbrechen. Mutige Journalisten und Schriftsteller, die religiöse Fragen kritisch angingen, lebten in Bangladesch in ständiger Gefahr.

Nach Polizeiangaben waren Unbekannte mit Messern über Roy und seine Frau hergefallen. Sie rissen die beiden aus einer Rikscha und töteten den Blogger. Roys Frau wurde schwer verletzt.

mka/dpa/Reuters/AP



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mitverlaub 28.02.2015
1. Nicht nur in Bangladesch
leben mutige Publizisten in ständiger Gefahr von Islamisten ermordet zu werden, auch hier in Deutschland. Hamed Abel-Samad z.B. oder Jahrelang Salman Rushdi. In Problemvierteln in Deutschlands Städten werden Juden oder Frauen, die nicht "entsprechend" gekleidet sind, angegriffen. Überall auf der Welt werden Menschen von Islamisten terrorisiert und sämtliche Regierungen schauen hilflos zu.
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