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Syrienkrieg: Obama warnt Russland vor "kostspieliger" Besatzung

Die USA blicken hilflos auf Russlands Krieg an der Seite des syrischen Machthabers Assad - und senden eine Warnung nach Moskau: Die Angriffe seien ein strategischer Fehler, eine Besatzung werde für Russland teuer.

Die USA führen zwar die internationale Koalition gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und helfen Rebellengruppen gegen Syriens Machthaber Baschar al-Assad. Doch bei der von Russland unterstützten Gegenoffensive Assads im Nordwesten sehen die USA nur hilflos zu.

Nun hat US-Präsident Barack Obama deutliche Kritik an der Strategie Russlands in dem Konflikt geübt. Das gemeinsame Vorgehen mit Assad habe Moskau vielleicht kurzfristige Erfolge gebracht, sagte Obama. Tatsächlich handele es sich aber um einen strategischen Fehler. Möglicherweise denke Russlands Präsident Wladimir Putin, er könne sich eine dauerhafte militärische Besatzung Syriens leisten. Dies werde aber "ziemlich kostspielig".

Obama wies auch darauf hin, dass drei Viertel Syriens nicht unter der Kontrolle der Assad-Truppen seien. Der Zustand werde sich "auch so bald nicht ändern". Die von der internationalen Kontaktgruppe geforderte Waffenruhe binnen einer Woche werde nur sehr schwer zu erreichen sein, sagte Obama. Dafür habe es zu viel "Blutvergießen" gegeben.

US-Außenamtssprecher Mark Toner machte am Dienstag erneut Russland für die Angriffe auf Krankenhäuser in der Region Aleppo vom Montag verantwortlich. Der Kreml weist die Vorwürfe kategorisch zurück und gibt seinerseits der US-geführten internationalen Koalition die Schuld.

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Der syrische Uno-Botschafter Baschar Ja'afari sprach von einer "niederträchtigen Medienkampagne" gegen Russland und Syrien. Außerdem sei das Hospital von Ärzten ohne Grenzen ohne Rücksprache mit der syrischen Regierung eröffnet worden. Darum müsse die NGO "die vollen Konsequenzen ihres Handelns tragen, wenn sie ohne syrische Zustimmung operieren".

Bei Angriffen auf Kliniken und Schulen in Aleppo und Idlib zu Wochenanfang waren nach Uno-Angaben bis zu 50 Zivilisten getötet worden. Russland fliegt seit Ende September zur Unterstützung der syrischen Armee Luftangriffe auf Dschihadisten und andere Rebellen im Nordwesten Syriens. Die US-geführte internationale Koalition fliegt ihrerseits bereits seit Herbst 2014 Luftangriffe, vornehmlich auf Stellungen des IS.

cht/dpa/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 296 Beiträge
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1.
CancunMM 17.02.2016
na was denn nun ? Sie hätten das Krankenhaus nicht angegriffen, aber Ärzte ohne Grenzen müsse die vollen Konsequenzen tragen ?
2. tja
pennywise 17.02.2016
Obama weiß was Besatzungskriege kosten.... Woher doch gleich? Diese selbstverliebte Art der USA ist putzig
3. Putin hat Recht
BeatriceMaurer 17.02.2016
"Obama wirft Russland Mitschuld an Zerstörung Syriens vor..." Was kann denn in dem total kaputten Land noch zerstört werden, Herr Obama? Im Gegenteil, die Lage wird ja immer noch verworrener und schizophrener. Jeder kämpft gegen irgendwen, ein Ende dieses kompletten Chaos ist nicht mehr denkbar. Es sei denn, man durchschlägt den "gordischen Knoten" und beendet damit endlich die irrsinnigen Kampfhandlungen. Genaus das hat Russland mit Assad vor: die Beendigung dieses völlig sinnlosen, ausgeuferten Bürgerkriegs. Und das ist dringend geboten. Wenn man bedenkt, dass Syrien vor 5 Jahren noch eine blühende Kultur war. Der "Damszener Frühling" ist in die Geschichtsbücher eingegangen als glänzende Epoche mit Meinungsfreiheit und kultureller Blüte. Die Bevölkerung in Syrien hat sich seit den 1960er Jahren fast vervierfacht, was hier als Indikator für Wohlstand und Frieden gesehen werden kann. Dann kamen Aufstände, von den USA willfährig unterstützt, von den (westlichen) Medien angefacht, und haben alles zusammenbrechen lassen. Für welchen Preis?! Nein, die Kriege müssen aufhören. Die völlig zersplitterte und planlosen Oppositionsgruppen müssen die Waffen ablegen und es muß ein friedlicher Neuanfang her. Genau das strebt Putin an, und Obama weiß das wohl auch. Er sollte sich nur trauen, dies auch öffentlich zuzugeben.
4. Das wird Russland treffen
icke_werner 17.02.2016
USA und Russland haben doch einens gemeinsam, ihre kriegerischen Interventionen in den letzen Jahrzehnten haben nur Schaden angerichtet und natürlich keine Probleme gelöst, sondern eher verstärkt. Die Kosten haben auf beiden Seiten stets tiefe Haushaltslöcher gerissen. Warum wird kaum über Luftangriffe der USA in Syrien berichtet?
5. strategischer Fehler und ziemlich kostspielig???
überallzuhause 17.02.2016
Ein strategischer "ziemlich kostspieliger" Fehler war es eher seitens der USA 500 Millionen in Ausbildung von "moderaten" Rebellen zu investieren, von denen dann 50 einsatzbereit waren, die Hälfte fast sofort aufgegeben hat und die zweite Hälfte nun vermutlich von Russen ausgelöscht wurde.
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Fotostrecke
Bürgerkrieg in Syrien: Aleppo in Trümmern

Fläche: 185.180 km²

Bevölkerung: 22,265 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Wail al-Halki

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